Pläne in Bornheim

Mehrheit im Stadtrat fordert Ausbau der Linie 18

Eine Bahn der Linie 18 in Richtung Bonn hält in Bornheim-Waldorf.

Eine Bahn der Linie 18 in Richtung Bonn hält in Bornheim-Waldorf.

Bornheim. CDU, FDP und UWG im Bornheimer Stadtrat fordern einen vollständigen zweigleisigen Ausbau der Linie 18 im Stadtgebiet. Die Verwaltung soll demnach Verhandlungen mit den Verantwortlichen über einen Ausbau des Netzes aufnehmen.

Die Stadtbahnlinie 18 soll vollständig zweigleisig ausgebaut werden. Das fordern die Fraktionen von CDU, FDP und UWG im Bornheimer Stadtrat. Ein entsprechender Antrag steht auf der Tagesordnung der nächsten Sitzung des zuständigen Ausschusses für Stadtentwicklung. Die Fraktionen wollen die Stadtverwaltung um Bürgermeister Wolfgang Henseler dazu bringen, Verhandlungen mit den Verantwortlichen über den Ausbau des Netzes der Linie auf Bornheimer Gebiet aufzunehmen.

Zeitgleich sollen die hierfür notwendigen Planungen vorangetrieben werden, heißt es weiter. Teilplanungen für bereits verfügbare Grundstücke sollten angegangen, über noch fehlende Grundstücke solle mit den Eigentümern verhandelt werden.

Zusammen mit der Stadtbahnlinie 16 und den auf der Eisenbahnstrecke fahrenden Nahverkehrszügen bildet die Linie 18 die zentrale Achse des öffentlichen Personennahverkehrs (ÖPNV) in Bornheim. Allerdings sind Verspätungen und gar Ausfälle auf der Linie an der Tagesordnung. Das hat damit zu tun, dass die Linie zwischen Bonn und Köln einen sehr langen Weg zurücklegt. In Köln muss sich die Linie abschnittsweise zudem die Fahrbahn mit den Autos teilen, was eine Quelle für Verspätungen ist. Und solche verschlimmern sich dort, wo die Strecke eingleisig ist, weil eine verspätete Bahn dann auch den Gegenverkehr behindert.

Eingleisige Abschnitte in Bornheim, Alfter und Brühl

Auf Bornheimer Gebiet, aber auch in Brühl und Alfter, gibt es eingleisige Abschnitte. Die Debatte um deren zweigleisigen Ausbau gibt es indes schon lange. „Die Zeit der Absichtserklärungen ist vorbei. Vor zehn Jahren haben wir das erste Mal darüber diskutiert“, erklärt UWG-Fraktionsvorsitzender Hans Gerd Feldenkirchen in einer Pressemitteilung. Bis heute habe der Bürgermeister aber keine Taten folgen lassen.

„In den nächsten Jahren wird unsere Stadt immer weiter wachsen. Deswegen müssen wir Bornheim jetzt zukunftsfit machen. Nicht nur in Kitas und Schulen müssen wir investieren, sondern auch in die Verkehrsinfrastruktur“, ergänzt Petra Heller, Fraktionsvorsitzende der CDU. Bereits heute sei die Stadtbahnlinie 18 aus Sicht der drei Fraktionen besonders zu Stoßzeiten überlastet. Eine Taktverdichtung, die dieses Problem beheben könnte, könne allerdings nur mit einem zweigleisigen Ausbau umgesetzt werden, so Heller weiter.

Christian Koch, Fraktionschef der FDP, meint: „Der zweigleisige Ausbau der Linie 18 stellt einen entscheidenden Faktor für die Zukunftsfähigkeit unserer Stadt dar. Wenn wir nicht jetzt damit beginnen, kommt es in ein paar Jahren zu einem Verkehrskollaps auf den Schienen.“

"Wichtig ist die Frage der Finanzierung"

Zuständig für den ÖPNV auch in Bornheim ist der Rhein-Sieg-Kreis als sogenannter Aufgabenträger. Der Kreis befasst sich mit Aspekten wie der Schaffung neuer Bus- oder Bahnlinien, der Änderung von Fahrtzeiten oder der Verdichtung von Takten. Ausbauarbeiten auf der Strecke der Linie 18 fallen allerdings in die Verantwortung der Häfen und Güterverkehr Köln (HGK), die das Netz der 18 zwischen der Kölner und Bonner Stadtgrenze betreibt.

Auf GA-Anfrage teilt HGK-Sprecher Christian Lorenz mit, dass man einem zweigleisigen Ausbau in Bornheim „ergebnisoffen“ gegenüberstehe. „Wichtig ist die Frage der Finanzierung“, so Lorenz weiter. Sprich: Aus HGK-Sicht wären solche Bauarbeiten nicht ohne Fördergelder möglich.

Der Ausschuss für Stadtentwicklung tagt am Mittwoch, 9. Januar, ab 18 Uhr, im Bornheimer Rathaus. Der Tagesordnungspunkt zur Stadtbahnlinie 18 ist öffentlich.