Auftritt von "Die Wortlauten"und Sechtemer Zauberer Dominik Fontes

Magische Revue in der Bornheimer Stadtbücherei

Zauberkünstler Dominik Fontes zaubert in der Bornheimer Stadtbücherei.

Zauberkünstler Dominik Fontes zaubert in der Bornheimer Stadtbücherei.

Bornheim. "Die Wortlauten" und Magier Dominik Fontes lasen in Bornheim mal melancholische, mal fröhlich-freche Texte in Prosa- oder Reimform - und ließen Dinge verschwinden.

Es spukte in der Bornheimer Stadtbücherei: Sein Unwesen trieb dort nämlich Hausgeist „Flummi“. Der Sechtemer Zauberer Dominik Fontes präsentierte gemeinsam mit Ralf Buchinger und Kira Kappelhoff vom Bornheimer Literatur-Kabarett "Die Wortlauten" in den Räumen am Servatiusweg Magie im doppelten Sinn des Wortes: Zauberer und Wortzauberer ließen Gegenstände verschwinden, lasen passende, mal melancholische, mal fröhlich-freche Texte in Prosa- oder Reimform.

Die Premiere der „magischen Revue“ fand in kleinem Rahmen statt, denn „gerade in der Wohnzimmeratmosphäre bei uns kann man ein neues Programm immer gut ausprobieren“, sagte Büchereileiterin Brigitte Nowak.

Kira Kappelhoff als „Zauberbesen“

Angelehnt an Goethes „Zauberlehrling“ übernahm Buchinger die Rolle des „Meisters“, Dominik Fontes als „sein Lehrling“ übte sich noch in Zaubersprüchen, und die Mannheimerin Kira Kappelhoff war der personifizierte „Zauberbesen“, der hier und da mit flotten und witzigen Bemerkungen dem „großen Zauberer Groffi Wentilator“ ins Wort fiel.

„Groffi Wentilator ist eine Gestalt aus der grünen Schule von Wilhelm Matthießen. Es ist ein Buch aus den 1920er Jahren, das ich schon als Kind gelesen habe und immer toll fand“, sagte der Hobby-Magier, der – so seine Rolle im von ihm selbst geschriebenen Drehbuch – lieber Autor geworden wäre“.

Ein Ehering verschwindet

Die Zuschauer verfolgten mit vorgeneigten Oberkörpern die zauberhaften Worte und die Zaubertricks. So verschwand beim Thema „Liebe“ ein Ehering, der nach mehrfachem Hokuspokus in einem tief versteckten Kästchen wieder auftauchte. In eine Zeitung wurde Wasser gegossen ohne „feuchte Spuren“ zu hinterlassen, eine Zuschauerin schnitt eine Messlatte durch, die sich wieder in eine Ganze zurückverwandelte.

Welcher Zauber Worten und ihrem Sinn innewohnten, verdeutlichte Buchinger in den Texten von Rilkes „Der Panther“, Heinz Erhardts „Die Kunst des Trinkens“ und seine Liebe zum schnellen Klaren oder Kurzen („Wie wärmen sie an kalten Tagen, schön eisgekühlt den kalten Magen, wie spornen sie – als Geistgetränke – den Geist an, dass er wieder denke“) oder Christoph Tafelts „Wär ich ein Zauberer“.

Ein wirklich „zauberhaftes“ Programm

Goethe spielte nicht nur im Faust'schen Sinne eine wichtige Rolle, sondern auch als Urheber des „Guten Rats“ und des eher – aufgrund der deftigen Sprache – unbekannten Textes „Nicolai auf Werthers Grab“. Die amüsanten Texte brachten die Zuhörer zum Schmunzeln. Das „zauberhafte“ Programm quittierten sie denn auch mit begeistertem Applaus.

Weitere Vorstellungen finden am Freitag, 13. April, 19.30 Uhr, während der Bonner Zauberwoche im Anno Tubak, Kölnstraße 47, und am Sonntag, 22. Juli, 15 Uhr, am Roisdorfer Brunnen statt.