Nato-Rampe in Widdig

MS "Anja" soll umziehen

BORNHEIM-WIDDIG. Die Weisbarth Fahrgastschiff GmbH mit Sitz in Urfeld plant, die Anlegestelle ihres Fahrgastschiffes MS "Anja" nach Widdig zu verlegen. Die bisherige Anlegestelle auf Höhe der Rheinstraße soll zugunsten der nur knapp 150 Meter rheinaufwärts liegenden neuen Anlegestelle an der Widdiger Nato-Rampe aufgegeben werden.

"Wir haben dies bei der Wasser- und Schifffahrtsverwaltung und bei der Unteren Landschaftsbehörde in Siegburg beantragt", erklärt Schiffseigner Reiner Weisbarth (56). Der Antrag werde derzeit geprüft. "Das Ergebnis erwarten wir in etwa zwei Monaten", so Weisbarth. Sollte dem Antrag stattgegeben werden, habe das Unternehmen drei Jahre Zeit, sein Vorhaben in die Tat umzusetzen. "Aber so lange soll es nicht dauern. Wenn alles glatt läuft, soll der ?Umzug' möglichst noch in diesem Jahr erfolgen."

Die Planung sieht eine Landebrückenanlage mit einem Zugangssteg und Brückenponton vor. Die bereits bestehende Schienenanlage soll durch einen zweiten Schienenstrang ergänzt und die neue Anlegestelle über sogenannte Voraus- und Achterausdrahtseile verankert werden. Vorhandene Verankerungspunkte sollen genutzt und um drei neue Punkte in Form von Stahlrammpfählen ergänzt werden.

Gründe für das Projekt sind der Wunsch nach Barrierefreiheit und die bessere Erreichbarkeit des Schiffes für Lieferanten. "Bisher kann man das Schiff nur über eine Treppe betreten. Das ist für die Anlieferung der Waren natürlich nicht optimal", berichtet Weisbarth. "Wichtig ist aber auch der Punkt Barrierefreiheit. Denn Menschen mit eingeschränkter Mobilität sollen in Zukunft ohne Probleme aufs Schiff kommen können."

Ein drittes Argument für die Verlegung des Stegs auf Rheinkilometer 664,3 ist die Erreichbarkeit des Schiffes bei Hochwasser. Bisher konnte die Steganlage bei Überflutung des Leinpfades nicht genutzt werden. Der neue Standort würde den Betrieb bis 8,30 Meter NN (Hochwassermarke II, Einstellung der Schifffahrt) ermöglichen.

Erst im November wurde das 45 Meter lange und 10,8 Meter breite Fahrgastschiff auf den Namen "Anja" getauft. Es ist bereits das dritte Personenschiff des Traditionsunternehmens, das diesen Namen trägt. 1990 übernahm der Enkel des Firmengründers Karl Weisbarth und heutige Firmeninhaber Reiner Weisbarth das Geschäft. Er gab dem Familienunternehmen mit der Idee, Firmenveranstaltungen, Weihnachtsfeiern, Jubiläen- und Geburtstage, Familien- oder Vereinsfeste auf dem Rhein zu begehen, eine neue Ausrichtung. Sogar geheiratet wird auf der MS "Anja": Jeden dritten Freitag und Samstag im Monat kann man sich auf dem Schiff standesamtlich trauen lassen.

"Die Nato-Rampe wäre die ideale Lösung für uns - es ist ja alles da, nur der Steg müsste gebaut werden", so Weisbarth. Die Chancen auf einen Erfolg seines Vorhabens stehen seiner Einschätzung nach gut. "Es wurde bereits geprüft, ob die Rampe der Belastung standhalten würde - es bestehen keine Bedenken." Bis vor wenigen Jahren wurde die Rampe über Jahrzehnte als Anlegestelle für Fahrgastschiffe genutzt.