Fahrplan-Verbesserungen

Linien 16 und 18 sollen häufiger fahren

Das Angebot auf der Linie 18 wird sich schon im Dezember dieses Jahres verbessern. Bei der Linie 16 wird es erst 2019 eine Taktverdichtung geben.

Das Angebot auf der Linie 18 wird sich schon im Dezember dieses Jahres verbessern. Bei der Linie 16 wird es erst 2019 eine Taktverdichtung geben.

Bornheim. Die Stadtbahnlinien 16 und 18 sollen in kürzeren Abständen fahren. Für die Linie 18 gilt das schon ab Dezember, für die 16 ab dem kommenden Jahr.

Die Taktverdichtung der Stadtbahnlinien 16 und 18 ist beschlossen. Bei der Linie 16 zwischen Bonn und Wesseling werden künftig auch die Haltepunkte Hersel, Uedorf und Widdig häufiger angefahren. Bei der Linie 18 sind es die Haltestellen Dersdorf, Waldorf, Merten und Walberberg.

Dieser einstimmigen Beschlussempfehlung des Bornheimer Ausschusses für Stadtentwicklung folgte der Stadtrat, der am Donnerstagabend letztmals vor der Sommerpause im Rathaus tagte.

Allerdings werde der Fahrplanwechsel für die Stadtbahn Linie 16 erst im Laufe des Jahres 2019 erfolgen und nicht wie bei der Linie 18 bereits im Dezember dieses Jahres, teilte Diplom-Ingenieur Christoph Groneck vom Rhein-Sieg-Kreis am Mittwochabend dem Fachausschuss mit.

Wesseling hadert mit den hohen Extra-Kosten

Der Grund: Die Stadt Wesseling (Rhein-Erft-Kreis) wird erst im September über die Taktverdichtung der Linie 16 abstimmen. Wie berichtet, muss sie für diese zusätzlichen Fahrten mehr zahlen als die Stadt Bornheim: nämlich 260 000 Euro pro Jahr. Die Stadt Bornheim zahlt nach eigenen Angaben jährlich 96 500 Euro.

Wesselings Stadtsprecher Peter Adolf dazu auf Anfrage: „Die Kosten sind sogar höher als die, die wir schon für die Taktverdichtung zwischen Wesseling und Köln zahlen, das sind etwa 100 000 Euro im Jahr.“ Warum Wesseling im vergleich zur Stadt Bornheim wesentlich für die Taktverdichtung zahlt, konnte bis Redaktionsschluss am Donnerstag beim Rhein-Erft-Kreis nicht geklärt werden.

Wie berichtet, bedeutet die Taktverdichtung, dass die Linie 16 bis Bonn künftig im Zehn-Minuten-Takt fährt – zunächst nur in den Hauptverkehrszeiten: montags bis freitags von 7 bis 9.30 Uhr sowie von 15 bis 19 Uhr. Ebenso wird die Linie in den Abendstunden bis Betriebsschluss vom bisherigen 60-Minuten-Takt auf einen 30-Minuten-Takt ausgeweitet. Aktuell fährt die Linie 16 zwischen Köln und Wesseling in den Hauptverkehrszeiten bereits im Zehn-Minuten-Takt, weiter bis nach Bonn aber nur alle zwanzig Minuten.

Die Linien 18 und 68 werden miteinander verknüpft

Ab Dezember dieses Jahres fährt die Linie 18 dann durchgehend im 30-Minuten-Takt an Samstagen, Sonn- und Feiertagen bis etwa 20 Uhr. Aktuell besteht ein solcher Takt in den genannten Zeiträumen zwischen Köln und Brühl-Schwadorf sowie bei der Linie 68 der Stadtwerke Bonn zwischen Bornheim-Ort und Bonn. Ausgenommen sind bisher die Haltestellen Dersdorf, Waldorf, Merten und Walberberg.

Zudem werden die Fahrten der Linien 18 und 68 zu durchgehenden Fahrten der Linie 18 verknüpft, die Linie 68 entfällt. Anhand von Grafiken erläuterte Groneck, wie stark die Linie 16 morgens in Richtung Bonn ausgelastet ist. Vor allem ab der Haltestelle Hersel sei sie wegen der Berufspendler und Schüler noch voller. „Vier Personen pro Quadratmeter befinden sich in der Bahn, von freien Sitzplätzen kann nicht mehr die Rede sein.“

„Wir begrüßen die Taktverdichtung, sind uns aber auch bewusst, dass es zu Problemen an der Kreuzung L 118 und L 300 in Hersel kommen wird“, sagte Rüdiger Prinz (CDU). An der Schranke gebe es „jetzt schon einen Kollaps, und die Taktverdichtung der Linie 16 würde einen Stillstand bedeuten. Nichtsdestotrotz sind wir von der CDU-Fraktion für die Verdichtung. Vielleicht kann ja so Druck auf übergeordnete Gremien ausgeübt werden, damit sich an der Kreuzung was tut. Meinetwegen könnte es sogar einen Rückstau bis auf die Autobahn geben“, sagte er.

Auch Frank Krüger (SPD) unterstützte das neue Stadtbahn-Angebot und betonte, der Öffentliche Nahverkehr müsse gestärkt werden. Markus Hochgartz, Fraktionsvorsitzender der Grünen, freute sich über die Taktverdichtung, monierte allerdings, dass sie „zehn Jahre zu spät kommt“. Christian Koch, Fraktionschef der FDP, mahnte an: „Wir können nicht weitere Neubaugebiet erschließen und die Line 18 nicht ausbauen. Wir wollen das seit 2008, und sie ist immer noch nicht ausgebaut.“

Zweigleisiger Ausbau der Linie 18 ist notwendig

Des Weiteren plädierte er auch dafür, dass der Knotenpunkt an der Kreuzung L 118/ L 300 in Hersel „durchschlagen“ werde. „Es muss eine Trennung von Bahn und Straßenverkehr geben.“

Harald Stadler (SPD) wollte von Groneck wissen, inwiefern das späte Votum der Stadt Wesseling Einfluss auf die Umsetzung der Taktverdichtung der Line 16 habe. Groneck: „Es wird dennoch eine Ausweitung bei der Linie 16 geben. Allerdings glaube ich nicht, dass sich die Verkehrsunternehmen auf eine blinde Planung einlassen, nur weil die Stadt Wesseling erst nach der Sommerpause abstimmen wird.“

Ebenso machte er klar, dass es ohne einen zweigleisigen Ausbau der Line 18 zwischen Roisdorf und Dersdorf sowie zwischen Merten und der Brühler Stadtgrenze nicht möglich sei, dass die Linie 18 alle zehn Minuten fahre. Laut KVB brauche die Linie nur drei Minuten Verspätung, „und alles klappt wie ein Kartenhaus in sich zusammen“.