Verdichtung der Stadtbahnlinie

Linie 16 in Bornheim soll häufiger fahren

Am Bahnübergang Elbestraße (L 300)/Roisdorfer Straße müssen Autofahrer wegen der Schrankenanlage oft warten. Würde ein Zehn-Minuten-Takt realisiert, würde sich der Verkehr noch häufiger als bisher stauen.

Am Bahnübergang Elbestraße (L 300)/Roisdorfer Straße müssen Autofahrer wegen der Schrankenanlage oft warten. Würde ein Zehn-Minuten-Takt realisiert, würde sich der Verkehr noch häufiger als bisher stauen.

Bornheim. Fährt die Linie 16 demnächst häufiger? Die Arbeitsgruppe „Zukunft Stadtbahn“ sucht nach finanzierbaren Lösungen für eine Taktverdichtung, von der auch die Bornheimer profitieren sollen.

Zur Hauptverkehrszeit stehen Schüler, Pendler und andere Reisende, die in den Rheinorten in die Stadtbahnlinie 16 zusteigen, oft dicht gedrängt. An einen Sitzplatz ist meist gar nicht zu denken. Eine Ursache für die überfüllten Wagen ist die Taktung der Fahrten: In Hersel, Uedorf und Widdig sowie an den südlichen Haltestellen Wesselings und in Bonn-Buschdorf fährt die Linie 16 unter der Woche nur alle 20 Minuten. Viele Betroffene wünschen sich zumindest zu Stoßzeiten einen zehnminütigen Takt, der auf den übrigen Streckenabschnitten der Linie bereits umgesetzt wurde.

Bornheimer Orte stecken in "Versorgungslücke"

Vom Kölner Norden kommend, fahren die Bahnen unter der Woche tagsüber alle zehn Minuten bis Sürth – in den Hauptverkehrszeiten sogar bis Wesseling. Von Tannenbusch bis Bad Godesberg wiederum wird die Linie 16 der Kölner Verkehrs-Betriebe (KVB) durch die Linie 63 der Stadtwerke Bonn (SWB) ergänzt, womit die Bornheimer Orte quasi in einer „Versorgungslücke“ stecken.

Über eine Verdichtung der Linie 16 auf einen Zehn-Minuten-Takt wird in Bornheim und im Rhein-Sieg-Kreis seit Jahren diskutiert – zuletzt im vergangenen Oktober. Hier beauftragte der Stadtentwicklungsausschuss die Bornheimer Verwaltung, einen Träger der ÖPNV-Planung der Stadt Bonn in eine der nächsten Sitzungen des Ausschusses einzuladen.

Jetzt, in der Mai-Sitzung, stellten daher Christoph Groneck vom Amt für Kreisentwicklung und Mobilität des Rhein-Sieg-Kreises sowie Christian Smydra, der im Bonner Stadtplanungsamt für die Nahverkehrsplanung (ÖPNV/SPNV) zuständig ist, den Sachstand der Arbeitsgruppe „Zukunft Stadtbahn“ vor. Wie die beiden berichteten, werden aktuell in dieser Arbeitsgruppe unter Beteiligung der Stadt Bonn sowie der Verkehrsunternehmen Stadtwerke Bonn (SWB) und KVB finanzierbare Lösungsansätze geprüft und diskutiert.

Kosten für zusätzliche Fahrten müssten sich Stadt und Kreis teilen

Der bisherige Lösungsansatz, der den Einsatz eines zusätzlichen Zuges von Seiten der KVB zu den Hauptverkehrszeiten vorsah, ging weit über die finanziellen Möglichkeiten der Stadt Bornheim hinaus. Zu der reinen Abrechnung nach Kilometern wären die Kosten für das zusätzliche Fahrzeug anteilig hinzugekommen. Der neue Ansatz sieht nun ein Gesamtpaket mit vielen Maßnahmen für die gesamte Strecke vor, von denen auch die Kölner Seite profitiert. So sollen etwa Wendezeiten gleichmäßiger verteilt oder Linienäste getauscht werden.

Die Kosten für zusätzliche Fahrten würden zur Hälfte bei der Stadt Bornheim und zur Hälfte beim Rhein-Sieg-Kreis liegen. Daher würde jede Veränderung zunächst eine politische Beschlussfassung erfordern. Einen konkreten Zeitplan für die Arbeitsgemeinschaft „Zukunft Stadtbahn“ konnte Christoph Groneck nicht nennen. Nur soviel: In Bezug auf die Linie 16 bestehe ein gewisser Handlungsdruck. „Wir sind dran“, sagte er.

Kreuzung in Hersel ist kein Thema

Mit Blick auf die Ausführungen warf Rüdiger Prinz (CDU) im Ausschuss die Frage auf, wie die Taktverdichtung mit der Kreuzungssituation an der L 300/Roisdorfer Straße vereinbart werden könne. „Hier kommt es bereits jetzt zweimal am Tag zu einem Verkehrsinfarkt“, sagte Prinz. Und: „Was wird passieren, wenn die Schranke doppelt so oft runter geht?“, wollte er wissen. Dazu erläuterten Smydra und Groneck, dass die Kreuzungssituation nicht Thema der Arbeitsgemeinschaft sei. Diese Problematik müsse separat betrachtet werden.

Markus Hochgartz (Grüne) wertete diese Situation als „Alarmsignal“ für den Stadtentwicklungsausschuss. „Hier müssen wir schnell handeln und das Problem mit der Kreuzung lösen, damit der Zehn-Minuten-Takt überhaupt möglich werden kann.“