Asylbewerber

Lehrer wollen Abschiebung von Schülerinnen in Bornheim verhindern

Seit Oktober 2015 besuchen die beiden Mädchen, 16 und 14 Jahre alt, die Sekundarschule.

Seit Oktober 2015 besuchen die beiden Mädchen, 16 und 14 Jahre alt, die Sekundarschule.

Bornheim-Merten. Zwei Mädchen der Mertener Heinrich-Böll-Sekundarschule sollen nach Mazedonien ausgewiesen werden. Deshalb haben sich die Klassenlehrer mit einer Petition an den Rhein-Sieg-Kreis gewandt.

Die 16-jährige Dana (Name geändert) hat eigentlich allen Grund, positiv in die Zukunft zu blicken. Aller Voraussicht nach wird die Jugendliche bald ihren Hauptschulabschluss an der Heinrich-Böll-Sekundarschule in Merten machen. Auch hat sie bereits einen unterschriebenen Ausbildungsvertrag in der Tasche. Im August könnte sie den Beruf der Zahnmedizinischen Fachangestellten in einer Zahnarztpraxis in der Region erlernen.

Wenn es denn so weit kommt. Denn die Schülerin soll zusammen mit ihrer 14-jährigen Schwester Elisa (Name geändert) und ihren Eltern nach Mazedonien abgeschoben werden. Darauf machen Lehrer der Heinrich-Böll-Sekundarschule in einer Petition aufmerksam, die dem General-Anzeiger vorliegt. Adressiert an verschiedene Politiker, die Stadt Bornheim und vor allem den zuständigen Rhein-Sieg-Kreis, bitten die Lehrer darum, die Abschiebung zu stoppen.

Initiiert wurde die Petition von Danas beiden Klassenlehrern. Um die Jugendlichen zu schützen, sollen sie ungenannt bleiben. Seit Oktober 2015 besuchen beide Mädchen die Sekundarschule. Dana sei „total in die Klasse integriert und fleißig“, heißt es von den Klassenlehrern im Gespräch mit dem General-Anzeiger. „Vor zwei Jahren konnte sie kein Deutsch, und jetzt spielt sie in der Theatergruppe mit“, ergänzt Christoph Kaletsch, kommissarischer Leiter der Schule. Über die Eltern wisse man wenig, räumt er ein. Von der Abschiebung habe man von Dana selbst erfahren.

Betroffen sind eine 16- und eine 14-Jährige sowie deren Eltern

Er habe schlucken müssen, als er das hörte, sagt einer der Klassenlehrer. Für Dana sei die Situation kurz vor den Abschlussprüfungen sehr belastend. „Wie soll sie sich konzentrieren?“, fragt er. Dana versuche, sich das nicht anmerken zu lassen, ergänzt sein Kollege. Der Schulalltag sei auch ein Stück Normalität für sie.

Die zuständige Ausländerbehörde ist beim Rhein-Sieg-Kreis in Siegburg angesiedelt. Eine Sprecherin der Kreisverwaltung bestätigt den Fall grundsätzlich. Allerdings könne sich der Kreis mit Blick auf das laufende Verfahren nicht dazu äußern, heißt es weiter.

Nach Informationen der Lehrer der Heinrich-Böll-Schule hätte die Abschiebung bereits Ende April erfolgen sollen. Allerdings habe die Familie wohl einen Aufschub erhalten. „Es ist schon ein kleiner Erfolg, dass Dana hier einen Abschluss machen kann“, sagt Kaletsch.

Die Lehrerschaft hofft darauf, dass im Verfahren die Belange der Mädchen gesehen werden. „Man sieht, wie toll sich die Kinder entwickeln, und plötzlich sind sie weg“, so Kaletsch weiter. Für den kommissarischen Schulleiter ist das Aufsetzen der Petition eine Art humanitäre Aufgabe. „Uns werden Kinder anvertraut, die in Lebenslagen geraten, für die sie nichts können.“