Neue Wohnungen in historischem Gebäude

Leben hinter Klostermauern in Bornheim

BORNHEIM. Schritt für Schritt entstehen im historischen Haus der Cellitinnen in Bornheim Wohnungen. Von außen ist dem historischen Gebäude mitten in Bornheim, das einst das Kloster Maria Hilf beherbergte, kaum anzusehen, was derzeit im Inneren geschieht. Und das ist im Sinne des Denkmalschutzes auch so gewollt.

Im Inneren baut Investor Guido Roggendorf, der das Areal zwischen Königstraße und Secundastraße vor einem Jahr bei einer Zwangsversteigerung für zwei Millionen Euro erwarb, zusammen mit seinem Architekten Martin Schumacher ein Stück Bornheimer Zukunft.

"Wir wollen den Charakter des historischen Gebäudes unter allen Umständen wahren", sagt Roggendorf, und man spürt, dass er auch meint, was er sagt. "5000 Quadratmeter Gebäudefläche, dazu 1500 Quadratmeter Freifläche im Innenhof - das ist das größte Objekt, das wir je in Angriff genommen haben." Der 48-jährige Unternehmer und Visionär will sich fünf bis sechs Jahre Zeit lassen, um das Bornheimer Denkmal ebenso umfassend wie behutsam zu sanieren.

Der erste von drei Bauabschnitten, das ehemalige Schwesternwohnheim, ist fast fertig gestellt. Am 1. Oktober ziehen die ersten Mieter in die nagelneuen elf Wohnungen, die allesamt mit Balkonen ausgerüstet wurden und in den oberen Etagen den Blick nicht nur ins Vorgebirge, sondern bis ins Siebengebirge erlauben.

Die Krone im wahren Sinne des Wortes bildet eine Penthouse-Wohnung mit 25 Quadratmeter großer Dachterrasse. Parallel wurde schon der zweite Bauabschnitt in Angriff genommen, das eigentliche Kloster. Auch dort werden Mietwohnungen entstehen, keine Eigentumswohnungen, denn Roggendorf will das Objekt am Ende nicht lukrativ verkaufen, sondern behalten: "Wir wollen hier etwas aufbauen. Das Objekt ist mir ans Herz gewachsen." Die Kapelle ist bereits verpachtet, dort entstehen eine Kleinkunstbühne und eine Theaterschule. Am 15. September will das "TiK" ("Theater im Kloster") Premiere feiern. Prominente Bornheimer Künstler wie die Kabarettisten Michael Müller und Bernd Stelter haben die neue Spielstätte schon in Augenschein genommen.

Guido Roggendorf ist Feuer und Flamme, wenn er von den Details im Rahmen des Gesamtprojekts erzählt: "Hier bauen wir gerade die Garderobe samt Dusche für die Künstler. Im dritten Bauabschnitt sollen dann im Erdgeschoss Räume für Einzelhandel, Praxen und Gastronomie entstehen, vielleicht arkadenartig, im mediterranen Stil. Das würde dann gut zu der Außengastronomie passen, die wir im Innenhof planen." Umgesetzt ist bereits eine weitere Idee: das Boardinghouse im Kloster.

 Möblierte Klein-Appartements mit voll eingerichteter Pantry-Küche für Menschen, die aus beruflichen Gründen mehrere Wochen oder Monate im Rheinland verbringen. Für Wissenschaftler, UN-Bedienstete, Besucher der Bonner Dax-Unternehmen oder Messe-Mitarbeiter eine attraktive und kostengünstige Alternative zum Hotelzimmer. "Die Lage ist ideal, die City bequem zu Fuß erreichbar, nach Bonn oder zur A 555 nach Köln sind es nur wenige Autominuten."