Ehrenamtliche helfen

Lebeka Bornheim/Alfter freut sich über neuen Wagen

Diakon Joachim Fuhrmann segnet das neue Fahrzeug.

Diakon Joachim Fuhrmann segnet das neue Fahrzeug.

Bornheim. Ein neuer Lieferwagen erleichtert der Lebensmittelausgabe der Evangelischen und Katholischen Kirchen Bornheim und Alfter, kurz Lebeka, die Arbeit. Die 90 aktiven Helfer der Lebeka sind Rentner, die sich ehrenamtlich engagieren.

Im Hinterhof der Evangelischen Kirche Bornheim stellte die Lebensmittelausgabe der Evangelischen und Katholischen Kirchen Bornheim und Alfter, abgekürzt Lebeka, bei Grillgut und einem Salatbüfett ihr neues Fahrzeug vor.

Seit rund 15 Jahren gibt es die Lebensmittelausgabe für Menschen mit geringem Einkommen. Wie bei der Tafel, sammeln die ehrenamtlichen Mitarbeiter Lebensmittel ein und verteilen diese an vier Stellen – in Bornheim, Hersel, Kardorf und in Alfter-Oedekoven. Rund 300 Menschen versorgen sie in der Woche in Bornheim mit Lebensmitteln. Diese bekommen sie von etwa 50 Unternehmen. Überwiegend Bäckereien, Hofläden und Supermärkte beteiligen sich an dem Konzept.

Die 90 aktiven Helfer der Lebeka sind Rentner, die sich ehrenamtlich und in der Gemeinde engagieren wollen. Gerda Siebenbach ist seit über zehn Jahren mit dabei: „Ich habe von der Aktion im Gemeindebrief gelesen, habe angerufen und bin eingestiegen“, erzählt die 69-Jährige aus Alfter. Erst war sie bei den Molkereiprodukten, doch dann wurde an der Kuchenausgabe eine Stelle frei. „Darauf hatte ich eh schon immer ein Auge geworfen. Ich musste zugreifen und habe nicht mehr losgelassen“, sagt sie. Der Kuchen und die Teilchen kommen von der Bäckerei Nelles. Sie seien zu schade zum Wegwerfen, sagt Siebenbach.

Alfons Fischer-Reuter ist seit 14 Jahren ein Teil der Lebeka und heute der ehrenamtliche Koordinator. Er betont, dass jeder Einzelne nicht so viel Lebensmittel wegwerfen sollte, denn „vieles ist auch noch gut nach dem Ablauf des Haltbarkeitsdatums. Auch Milch oder Joghurt. Als ich letztens aus dem Urlaub kam, habe ich noch ohne Probleme einen Joghurt essen können, der schon seit knapp drei Wochen abgelaufen war. Er roch noch gut, sah normal aus und schmeckte normal.“

Früher war Fischer-Reuter in der Lebensmittelbranche tätig und bekam mit, wie viele Waren auch in Bäckereien im Müll landen. Als er 2005 bei der Lebensmittelausgabe anfing, wurden nur 20 Haushalte versorgt. Pro Haushalt rechnet er durchschnittlich mit drei Personen. Heute versorgt Lebeka 100 Haushalte. Im Monat verteilen die Helfer bis zu sechs Tonnen Lebensmittel an Bedürftige.

Da diese Mengen nicht mit einem kleinen Auto eingesammelt werden können, hat die Fassbender-Stiftung nun Geld für einen Transporter gestiftet. Es ist das dritte Fahrzeug der Lebeka und ersetzt einen in die Jahre gekommenen Sprinter. Die Fahrer freuen sich besonders über die vom Rotary Club Bornheim finanzierte Inneneinrichtung.

Der weiße Transporter erschien einigen Anwesenden sehr groß, um nur Lebensmittel einzusammeln, aber Fischer-Reuter betont: „Alleine das, was wir an Brot holen, wird den Wagen schon füllen. Spätestens, wenn wir bei Edeka waren, ist das Auto bis oben hin voll.“