Hospital zur Heiligen Familie wird verlegt

Kita zieht ins Mertener Krankenhaus

Kita statt Klinik: Im Gebäude des Krankenhauses Zur Heiligen Familie sollen ab Februar Kindergartenkinder spielen. F

Kita statt Klinik: Im Gebäude des Krankenhauses Zur Heiligen Familie sollen ab Februar Kindergartenkinder spielen.

BORNHEIM-MERTEN. Ab dem kommenden Februar wird das Lazarus Hilfswerk im ehemaligen Krankenhaus zur Heiligen Familie eine Kindertagesstätte einrichten. Das berichtete Bornheims Bürgermeister Wolfgang Henseler bei seinem Jahrespressegespräch am Mittwochabend.

Die Nachricht hatte vor gut einem Jahr viele Menschen aufgeschreckt: Im September 2013 kündigte die Gemeinnützige Gesellschaft der Franziskanerinnen zu Olpe (GFO) an, das Krankenhaus zur Heiligen Familie in Merten zu schließen und die stationäre Geriatrie ins Marienhospital Brühl zu verlagern. An den Plänen hat sich zwar nichts geändert - das Krankenhaus soll laut GFO am 18. November verlegt werden. Aber inzwischen steht fest, dass das Gebäude weiterhin genutzt werden wird.

Die GFO bestätigt auf GA-Anfrage, dass eine Kita einzieht. "Dafür werden aber noch Umbaumaßnahmen nötig sein, deshalb ist zunächst eine Übergangslösung ab Februar geplant", sagt Ursula Meeth. Sie ist die Einrichtungsleiterin des Seniorenzentrums Sankt Elisabeth, das derzeit neben dem Krankenhaus entsteht und zum Jahresende eröffnen wird, sowie Projektleiterin für die Weiternutzung des Krankenhausgebäudes. "Wir arbeiten mit Hochdruck an der Weiternutzung durch die GFO", sagt Meeth. "Wir möchten uns mit dem Haus zum Ort hin öffnen."

Laut Karl Geßmann, Geschäftsführer der GFO, hat sich der Aufsichtsrat in seiner jüngsten Sitzung mit der weiteren Verwendung befasst und prüft dies nun. Die Mitarbeiter des Krankenhauses Zur Heiligen Familie würden größtenteils im Brühler Krankenhaus, dem neuen Seniorenzentrum sowie weiteren Einrichtungen der GFO unterkommen, ergänzt Meeth.

"Wir sind sehr glücklich darüber, dass es so geklappt und funktioniert hat", sagt Projektleiterin Vera Becher-Andre vom Lazarus Hilfswerk, das die Kita als freier Träger führen wird. Der Verein hatte die Idee, in das Klinikgebäude zu ziehen, bereits eingebracht, als er seine Kita-Pläne in den politischen Gremien vorstellte. "Es ist einfach eine wunderbare Atmosphäre." Zudem sei es schwierig, in Merten ein geeignetes Baugrundstück zu finden. Das zeigte sich auch in der politischen Diskussion: Die Verwaltung schlug im Mai ein Grundstück an der Talstraße für den Kindergarten vor, Planungsausschuss und Rat lehnten dies aber ab. "Es ist jetzt eine sehr angenehme Lösung", sagt Becher-Andre.

Insgesamt sollen drei Gruppen kommen

Starten soll die Einrichtung zunächst mit zwei Gruppen im heutigen Therapiebereich des Krankenhauses. Dort seien nur wenige Umbauten nötig, so die Projektleiterin. Betreut werden sollen Mädchen und Jungen zwischen einem und sechs Jahren. Später soll eine dritte Gruppe hinzukommen. "Unser Ziel ist auch, verstärkt intergenerativ zu arbeiten", sagt Becher-Andre. In Bergheim betreibe das Lazarus Hilfswerk bereits eine Kita mit angegliederter Seniorentagespflege, die Verknüpfung von Alt und Jung wolle man auch in Merten umsetzen.

Positiv wirkt sich die weitere Nutzung des Krankenhauses auch auf den SSV Merten aus. So wie es aussieht, kann der Verein seine Aquafitness-Kurse damit weiterhin im Klinik-Schwimmbad anbieten, es muss kein neues Therapiebecken gebaut werden. "Wir können uns so am Sportplatz auf die kleine Lösung konzentrieren", sagt der SSV-Vorsitzende Theo Riegel. Kleine Lösung bedeutet, dass dort lediglich eine Stehtribüne sowie zwei Umkleideräume mit Duschen entstehen. "Die Investition ist für uns damit wesentlich geringer." Über die genauen Konditionen müsse sich der Verein aber noch mit dem Krankenhausträger verständigen.

Auch Bürgermeister Wolfgang Henseler ist froh über die Lösung, die sich für das Krankenhaus nun abzeichnet. Auch weil der Schwimmbadbau des SSV Merten in der Nachbarschaft nicht ganz unumstritten gewesen sei. Henseler: "Damit haben wir ein paar Kühe vom Eis."