ÖPNV in Bornheim

Kein Bus durch Uedorf und Widdig

Bornheim. Der für den Öffentlichen Nahverkehr zuständige Rhein-Sieg-Kreis sieht keine Notwendigkeit für einen neuen Linienbus. Die Rheinorte sind laut Kreisverwaltung durch die Linie 16 ausreichend angebunden. CDU-Ratsherr Rüdiger Prinz kündigt Widerstand an.

Der für den Öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) zuständige Rhein-Sieg-Kreis sieht keine Notwendigkeit für eine Buslinie durch Uedorf und Widdig. Das geht aus den Ausführungen der Kreisverwaltung hervor, die nun Thema in der Sitzung des Bornheimer Ausschusses für Stadtentwicklung waren.

Wie berichtet, war aus den Reihen der Bornheimer Politik der Wunsch aufgekommen, dass der Kreis diese Möglichkeit prüfen möge. Zum Hintergrund: Der Kreis baut das ÖPNV-Angebot jeweils in Absprache mit den betroffenen Städten und Gemeinden aus. Schließlich werden auch die Kosten geteilt. 50 Prozent der Kosten für den ÖPNV werden über die allgemeine Kreisumlage finanziert, die anderen 50 Prozent über die sogenannte ÖPNV-Umlage, die eine Kommune nach Siegburg überweisen muss.

Nach Ansicht des Kreises sind Uedorf und Widdig durch die Stadtbahn bereits gut erschlossen. In Hersel besteht durch vorhandene Buslinien wiederum ein Anschluss Richtung Bornheim-Zentrum.

Ältere Einwohner auf Busse angewiesen

„Die fußläufige Erreichbarkeit der Haltepunkte der Stadtbahnlinie 16 aus den im Zusammenhang bebauten Ortsbereichen ist dabei gegeben“, heißt es in den Ausführungen des Kreises. Den Berechnungen der Kreisverwaltung zufolge sind die Stadtbahnhaltestellen aus allen Ecken Uedorfs und Widdigs in maximal 15 Minuten zu Fuß zu erreichen. Daher geht der Kreis davon aus, dass eine Buslinie durch die beiden Orte auf keine große Akzeptanz stoßen würde. Zugleich verweist er auf das in Bornheim vorhandene Anrufsammeltaxi mit jeweils vier Abholstellen in Uedorf und Widdig.

„Ich bin nicht zufrieden mit der Aussage, dass kein Busverkehr vorgesehen ist“, sagte Rüdiger Prinz, CDU-Ratsherr aus Hersel. Gerade ältere Einwohner der Rheinorte seien darauf angewiesen, schließlich gebe es in Widdig und Uedorf keinen Nahversorger. Auch der Friedhof in Hersel sei schlecht zu erreichen. Deshalb will sich Prinz mit der Absage durch den Kreis nicht abfinden. „Wir werden weiter dranbleiben“, kündigte er an.

Weiter legte der Rhein-Sieg-Kreis die Antworten auf die Fragen der Politik nach einer Ausweitung der Kleinbuslinie 745 (Waldorf, Kardorf, Merten und Walberberg) vor. Zwar wird die Linie erst 2019 eingeführt, die Politik hatte aber bereits jetzt Wünsche nach einer Ausweitung.

Laut Kreis ist eine Anbindung von Üllekoven und Bisdorf theoretisch möglich, jedoch mit Kosten verbunden. Trippelsdorf und der Walberberger Norden werden nach Ansicht des Kreises durch Linie 745 ausreichend bedient. SPD-Ratsherr Frank Roitzheim sprach sich allerdings dafür aus, die Anbindung der Coloniastraße in den Blick zu nehmen.