Lesung in Rösberg

Kölner Autoren Petra Reategui und Rolf Polander lasen im Trimborn-Hof

Rolf Polander und Petra Reategui lesen unwahrscheinliche Kurzgeschichten im Trimborn-Hof. FOTO: STEFAN HERMES

Rolf Polander und Petra Reategui lesen unwahrscheinliche Kurzgeschichten im Trimborn-Hof.

25.01.2015 BORNHEIM-RÖSBERG. Bereits zum dritten Mal war die Autorin Petra Reategui am Samstagabend zu Gast im Hofcafé des Trimborn-Hofes in Rösberg.

Während sie in den vorangegangenen Lesungen ihre historischen Kriminalromane "Falkenlust" und "Filzengraben", die auf wahren Begebenheiten in Brühl und Köln basieren, vorstellte, las sie an diesem schneereichen Abend im Wechsel mit dem Kölner Autor Rolf Polander "Unwahrscheinliche Geschichten" vor.

Weil sich wegen des plötzlichen Wintereinbruchs nur wenige Besucher auf den Weg in die Höhenlagen des Vorgebirges gemacht hatten, wurde aus dem groß geplanten Auftritt eine eher intime Versammlung an zwei Tischen des liebevoll eingedeckten Cafés.

Bei Wein und Antipasti konnten die absurd grotesken Kurzgeschichten über Amöben und Asseln von Rolf Polander den Genuss an mediterranem Gemüse und italienischen Rotwein nicht negativ beeinflussen.

Im Gegenteil, der Gaumenfreude wurde mit Gedichten, welche die Einflüsse komischer Lyrik von Ringelnatz und Morgenstern nicht verbergen konnten, feinste Wortspielereien gegenübergestellt.

Polander nannte seinen jüngst erschienenen Gedichtband "Unnütze Gedichte", wobei man sich bei seinem Vortrag des Gedichtes "Speiseplan" fragen muss, ob es wirklich "unnütz" ist, ein Gedicht mit nur einem Reim, nämlich dem auf "osen" kennenzulernen: "So ein Rhinozeros, das frisst Rhinozerosen, die gibt es tiefgekühlt sowie in Dosen, und je nach Jahreszeit, die frischen, losen, sind dem Rhinozeros noch lieber als Preziosen."

Als Übersetzerin der spanischen Autorin Aranzazu de Isusi trug Petra Reategui einige eher prosaische Texte vor, die jedoch nicht minder unwahrscheinlich sind und das Motto des Abends bereicherten. Da war von wiedererwachten Mumien die Rede, von einem Auto, in dem Blumen wachsen, oder von Marthas transplantierten Händen, die beginnen, ein Eigenleben zu führen. Leider kam ihr neuer Roman "Weinbrenners Schatten" nicht zur Sprache, da er alles andere, als "unwahrscheinlich" ist.

Info

Rolf Polander, "Unnütze Worte", 96 Seiten, Shaker Media, zwölf Euro; Petra Reategui, "Weinbrenners Schatten", 336 Seiten, Emons Verlag, 11,90 Euro (hsf)