Nachhaltigkeit

Jugendakademie Walberberg setzt sich gegen Klimawandel ein

Die 16- bis 20-jährigen Teilnehmer bauen gemeinsam eine Photovoltaikanlage in der Jugendakademie Walberberg.

Die 16- bis 20-jährigen Teilnehmer bauen gemeinsam eine Photovoltaikanlage in der Jugendakademie Walberberg.

Bornheim-Walberberg. Workshops und Exkursionen: 20 deutsche und bosnische Jugendliche suchen bei einer internationalen Begegnung in der Jugendakademie Walberberg nach Wegen für eine bessere Zukunft.

Seit Wochen herrschen subtropische Temperaturen in der Region, der Dienstag war mit 40 Grad sogar der heißeste Tag in diesem Jahr. „Das ist eine Folge des Klimawandels“, sagte Reinhard Grieb, Leiter der Jugendakademie Walberberg. Ähnlich sehen das auch jeweils zehn deutsche und bosnische Jugendliche, die sich noch bis Donnerstag in dem Tagungshaus mit Themen wie Klimawandel, Nachhaltigkeit und erneuerbaren Energien auseinandersetzen. „Was brauchen wir zu einem guten Leben und worauf können wir verzichten?“ lautete eine der zentralen Fragen, bei der internationalen Jugendbegegnung in Workshops, Plenum und bei Exkursionen.

Die bosnischen Jugendlichen stammen aus Kozarska Dubica, dem Sitz des bosnischen Projektpartners, der Nichtregierungsorganisation Putevi mira („Friedenswege“). Seit 2003 organisieren diese und die Jugendakademie fast jedes Jahr gemeinsame multi- oder bilaterale Jugendbegegnungen. Grieb: „Mit diesem Projekt wollen wir den Jugendlichen zeigen, dass Nachhaltigkeit in alle Lebensbereiche hineinreicht. Es geht darum, bei den Jugendlichen ein Bewusstsein zu schaffen und für die Probleme der Umwelt zu sensibilisieren.“ Bei Besuchen im Hambacher Forst und in der Kölner Müllverbrennungsanlage erfuhren die jungen Leute zwischen 16 und 20 Jahren vor Ort die dramatischen Folgen von Kohleabbau und der problematischen Verbrennung von Plastik.

Bund und Land finanzieren den Jugendaustausch mit

Wie es anders und damit ökologischer machbar ist, lernten Mihaela (17)und Elmin (18) bei dem Upcycling von Holzpaletten kennen. Elmins Gruppe wollte demnach Stühle und Pflanzenkübel herstellen. „Nachhaltigkeit ist in Bosnien noch kein Thema. So kennen wir zum Beispiel keine Mülltrennung, sondern nur Deponien“, erklärte Katica Smilanic, Betreuerin der bosnischen Gruppe, den Unterschied zu Deutschland. Andere Jugendliche hatten sich für den Bau einer Photovoltaikanlage entschieden.

Unter der Aufsicht von Herbert Hoting, Inhaber einer Fachfirma, transportierten die Mädchen und Jungen 36 Module und Steinplatten auf die östlichen Dächer des Hauptgebäudes. Mit der neuen Anlage will die Jugendakademie 9,9 Kilowattstunden Strom zur Selbernutzung erzeugen. Es ist die zweite Anlage dieser Art, mit der ersten speist die Akademie seit 20 Jahren Strom ins Netz ein. 2023 läuft der Vertrag aus. „Dann hoffen wir, zwei Drittel unseres Stroms selber zu erzeugen“, so Grieb.

Was die Resonanz bei den Jugendlichen betrifft, zeigte sich der 61-Jährige sehr zufrieden. 30 000 Euro kostet der Jugendaustausch, zwei Drittel bezuschussten Bund und Land. Die Ausgabe hat sich gelohnt. Beeindruckend fanden Ranko (20) und Ivona (16), wie in Deutschland Mülltrennung funktioniert. Sie selbst kämpfen zurzeit gegen die Abholzung von Bäumen in ihrer Stadt.