Landwirtschaft

In Bornheim werden die Kirschen geerntet

Bornheim-Merten. Die Ernte der süßen Früchte läuft in Bornheim auf vollen Touren. Allerdings müssen die Kirschen gut gegen einen besonderen Schädling geschützt werden.

Wenn die Früchte wie rote Perlen in den Bäumen blitzen und Vögel sich einen Leckerbissen von den Zweigen picken, ist Kirschenzeit. „Momentan lohnt es sich, vor allem heimische Ware zu kaufen, weil die Qualität der Kirschen, die gerade in der Region geerntet wurden, besonders gut ist“, erklärt Ralf Nörthemann, Betriebsberater für den Bereich Obstbau der Landwirtschaftskammer Nordrhein-Westfalen.

Bekannterweise blüht der Kirschbaum im Frühjahr in einem weißen, zartrosafarbenen oder sogar pinken Farbton und erfreut sich großer Beliebtheit bei der Bevölkerung. Wenn die Kirschbäume der Bonner Altstadt rosa leuchten, reisen sogar Touristen aus der ganzen Welt an, um sie zu betrachten und zu fotografieren. „Dieses Jahr blühten die ersten Bäume schon am 6. April. Ab Ende Mai konnte dann geerntet werden“, erklärt Nörthemann. Mitte Juni beginnt die Haupternte und zieht sich bis Ende Juli, so Nörthemann.

Sorte „Kordia" ist besonders beliebt

Auf vielen Betrieben wird also derzeit die Süßkirsche gepflückt. „Wir ernten derzeit die herzförmige und süße Sorte Summit“, berichtet Roland Schmitz-Hübsch, der im Familienunternehmen der Obstplantagen Otto Schmitz-Hübsch in Bornheim-Merten Mitinhaber ist. Ganz besonders gefragt ist auch die Sorte „Kordia“, die auf der Plantage in zwei bis drei Wochen reif sein soll. „Chefs Liebling“ nennt Schmitz-Hübsch sie und erklärt, dass von den acht Sorten des Betriebs diese bei den Kunden am beliebtesten sei.

„Kordia“ ist auch die Lieblingssorte von Ralf Nörthemann. „Diese Kirsche ist sehr verbreitet und kommt mit dem Klima der Region am besten zurecht. Das schmeckt man“, erläutert Nörthemann. Für Schmitz-Hübsch vereint sie „genau die richtige Menge an Säure mit einem hohen Zuckerwert“. Die wachsende Nachfrage erklärt er sich so: „Kirschen sind ein absolutes Saisonprodukt. Mit Suchtpotenzial. Ähnlich wie bei Spargel und Erdbeeren warten die Menschen zehn Monate darauf, endlich wieder Kirschen essen zu können.“

5,90 Euro pro Kilogramm

Der Familienbetrieb sammelte die ersten Früchte der knapp 3000 Kirschbäume, die auf einer Fläche von 2,5 Hektar wachsen, schon ab dem 28. Mai ein. „Dieses Jahr kamen alle Bäume gut durch den Frost. Deutschlandweit gibt es momentan ein sehr gutes Angebot an Kirschen“, berichtet der Inhaber freudig. Pro Saison werden in dem Mertener Betrieb mehrere Tonnen Kirschen pro Hektar geerntet, die dann für 5,90 Euro pro Kilogramm an den Kirschplantagen und im Hofladen verkauft werden.

Leider sind die Kirschen aber nicht nur bei Menschen beliebt. Neben Vögeln gefällt die Kirsche auch einer vor drei bis vier Jahren aus Japan eingeschleppten Essigfliege besonders gut. Diese hat einen langen Eiablageapparat (Stachel), mit dem sie ihre Larven in das gesunde Fruchtfleisch ablegen und somit große Schäden verursachen kann.

Pflanzenschutzmittel vermeiden

Um dem entgegenzuwirken, verwendet Roland Schmitz-Hübsch großflächige, feinmaschige Netze, die die ganze Anlage überdecken. „Bisher konnten wir damit 90 Prozent des Zuflugs der Kirschessigfliege abhalten und mussten in diesem Jahr noch kein Pflanzenschutzmittel gegen diesen Schädling verwenden“, berichtet Schmitz-Hübsch.

„Die Netze sollen vor allem dabei helfen, die Benutzung von Pflanzenschutzmitteln maximal zu reduzieren.“ Wenn sich aber dennoch ein Schädling in den Betrieb geschlichen hat, kann ihm Schmitz-Hübsch mit dem biologischen Mittel „Spintor“ schnell den Garaus machen.