Jobvermittlung für Jugendliche

In Bornheim startet die Taschengeldbörse

Bornheim. Der Bornheimer Seniorenbeirat startet eine Jobvermittlung für Jugendliche, die sieben Euro pro Stunde und bei schwierigen Arbeiten auch mehr verdienen können. Anmeldungen nimmt die Stadtverwaltung entgegen.

Gartenarbeiten, Einkäufe erledigen oder Mitanpacken im Haushalt: Ab sofort gibt es auch in Bornheim eine Taschengeldbörse für Senioren und Jugendliche zwischen 14 und 20 Jahren. Der Startschuss fiel jetzt bei der Vorstellung im Rathaus. Auf den Weg gebracht hat das Projekt der Seniorenbeirat um die Vorsitzende Gabriela Knütter. Unterstützt wird er bei der Umsetzung vom Kinder- und Jugendparlament (KiJuPa).

Für Knütter erfüllt sich damit ein lang gehegter Wunsch. Sie wird denn auch eine der ersten sein, die die Hilfe eines Jugendlichen fürs Rasenmähen in Anspruch nimmt. Wichtig ist der Rösbergerin die Win-win-Situation für beide Seiten. Denn Senioren ab 60 Jahren, die gelegentlich Hilfe beim Einkaufen bräuchten oder Tipps im Umgang mit PCs, Smartphones und Tablets wollten, kämen genauso auf ihre Kosten wie junge Leute, die sieben Euro pro Stunde und bei schwierigen Arbeiten auch mehr verdienen können.

Klar machte die Chefin des Seniorenbeirates, dass die Tätigkeiten nicht den zeitlichen Umfang eines Minijobs annehmen dürfen. „Bei den Arbeiten der Taschengeldbörse geht es nicht nur ums Geldverdienen. Das Wichtige ist, dass durch die Tätigkeit ein Kontakt zwischen Jung und Alt hergestellt und das Interesse und das Verständnis zwischen den Generationen gefördert wird“.

2500 Flyer werben für das Projekt

Bei einem eigens eingerichteten Online-Portal können sich interessierte Senioren und Jugendliche registrieren lassen. 2500 Flyer und rund 100 Plakate liegen demnächst in Arztpraxen, Kirchen, Altenclubs und weiterführenden Schulen aus. Den Druck hat die Bornheimer Bürgerstiftung finanziert. Anmeldungen nimmt Birgit Haller von der Stadtverwaltung, Rathausstraße 2 in Bornheim, 0 22 22/94 51 67, entgegen.

Vor einem persönlichen Kontakt werden nicht nur die Jugendlichen zu einem „Vorstellungsgespräch“ eingeladen, um sie persönlich kennen zu lernen und ihnen Struktur und Organisation der Börse zu erklären. Auch die künftigen „Arbeitgeber“ in den einzelnen Ortsteilen werden von den Mitgliedern des Seniorenbeirates zu Hause „begutachtet“. Knütter: „Denn die Jobs für die jungen Leute sollen einfach, ungefährlich und unregelmäßig sein.“

Die Jugendlichen dürfen nicht mehr als zwei Stunden täglich und maximal zehn Stunden in der Woche beschäftigt werden. Bei mancher Tätigkeit sei allerdings Vorsicht geboten. So könnten Jugendliche nicht ohne Weiteres den Hund ausführen. „Denn egal, ob klein oder groß, zum Führen von Hunden braucht jeder einen Hundeführerschein“, erklärte der Walberberger Jakob Prehl.

Bürgermeister Wolfgang Henseler lobte die gemeinsame Initiative von Seniorenbeirat und KiJuPa. „Es ist eine tolle Sache, dass ältere Menschen und Jugendliche bei solch einem Projekt zusammenkommen. Dabei nutzen wir die technischen Möglichkeiten für die Vermittlung, die im nachbarschaftlichen Rahmen geregelt werden soll. In der zweiten Wahlperiode nimmt der Seniorenbeirat Schwung auf.“