Herseler-Werth-Schule

Herseler Schüler spielen Musical über das Anderssein

Die Akteure im Forum der Herseler-Werth-Schule, das als Savanne daher kam.

Die Akteure im Forum der Herseler-Werth-Schule, das als Savanne daher kam.

Bornheim-Hersel. 40 Mädchen und Jungen der Herseler-Werth-Schule bringen das Musical „Tuishi pamoja – Eine Freundschaft in der Savanne“ auf die Bühne. Die Botschaft ist, Anderssein zu akzeptieren und neugierig auf Begegnungen sein.

„Zebras und Giraffen passen nicht zusammen. Das ist nun mal so.“ Schon oft hat das Giraffenkind Raffi diesen Satz zu hören bekommen. Und trotzdem schielt es immer wieder neugierig zu der Zebraherde hinüber. „Streifen machen doof“, behaupten seine Verwandten. Doch insgeheim gefallen Raffi die schwarz-weißen Tiere eigentlich ganz gut.

Auch das Zebrajunge Zea macht sich so seine Gedanken: Kann man mit den „gepunkteten Langhälsen“ wirklich nicht vernünftig sprechen?, fragt es sich. Seit Jahren leben die Herden nebeneinander, aber miteinander reden würden „Streifenträger“ und „Langhälse“ niemals.

Während sich die Tiere zu Beginn des Musical „Tuishi pamoja – Eine Freundschaft in der Savanne“ so richtig blöd finden, ist das Publikum vom Anblick der „wilden Tiere“ im Forum der Herseler-Werth-Grundschule von Anfang an begeistert. Nicht nur die wunderschönen Kostüme, die von Mutter Silvia Börsch zum Großteil selbst genäht wurden, stechen ins Auge. Auch die afrikanische Savanne, die von der Kulissen-AG unter der Leitung von Filiz Erdogan auf ein riesiges Leinentuch gezaubert wurde, entführt die Zuschauer gleich an den Ort des Geschehens.

Proben für Szenen, Tanzschritteund Lieder dauerten ein Jahr

Ein ganzes Jahr lang haben die 40 Mädchen und Jungen der Musical-AG das Stück über eine ungewöhnliche Freundschaft geprobt, bevor sie es für ihre Mitschüler, Eltern, Geschwister, Großeltern und Freunde auf die Bühne brachten. Unter der Leitung von Julia Wittmann und Lehrerin Barbara Groell wurden Szenen geprobt, Tanzschritte geübt und Lieder einstudiert. Die Hauptrollen wurden doppelt besetzt, so dass an beiden Aufführungstagen unterschiedliche Darsteller zum Einsatz kamen.

Am Dienstag brachten Jakob Börsch als Raffi und Kayla Yilmaz als Zea die Vorurteile ihrer Artgenossen ins Wanken: Nach einem Löwenangriff sind die beiden ohne Schutz den Gefahren der Savanne ausgeliefert. Mit Hilfe des ebenso schlauen wie zuckersüßen Erdmännchen-Trios, das am Dienstag Jule Heinrichson, Sophie Arp und Enna Ermes mimten, wagen sie es, Freundschaft zu schließen. „Punkte oder Streifen, das ist ganz egal, wir sind Freunde, ein für alle Mal“, erklären die beiden ihren Verwandten, die ihre Vorurteile schließlich ebenfalls über Bord werfen.

„Der Titel des Musicals 'Tuishi pamoja' ist Swahili und bedeutet: Wir wollen zusammen leben“, erklärt die Leiterin der Herseler Grundschule, Julia Wittman. „Anderssein akzeptieren, aufeinander zugehen, neugierig auf Begegnungen sein – das sind Themen, die heute im Schulalltag und im täglichen Miteinander von großer Bedeutung sind.“