Aktion „Offene Gartenpforte“

Hersel zeigt Gartenkultur des Rheinlands

In ihrem Garten: Petra Friedel lässt die Enten mit einem Futterball spielen.

In ihrem Garten: Petra Friedel lässt die Enten mit einem Futterball spielen.

Bornheim-Hersel. Bei der Aktion „Offene Gartenpforte“ öffnen Privatleute wie Petra Friedel aus Hersel ihre Gärten für Besucher. Los geht es an diesem Wochenende.

Wie vielfältig und ideenreich die Gartenkultur im Rheinland ist, will die am Wochenende wieder beginnende Aktion „Offene Gartenpforte“ zeigen, die auf eine Initiative in England aus dem Jahre 1927 zurückgeht. 157 Gärten in Bonn und der Region beteiligen sich in diesem Jahr. Koordiniert und organisiert wird die „Offene Gartenpforte Rheinland“ vom Zentrum für Gartenkunst und Landschaftskultur in Schloss Dyck in Zusammenarbeit mit der Deutschen Gesellschaft für Gartenkunst und Landschaftskultur (DGGL), rheinischen Gartenbauverbänden und kommunalen Grünflächenämtern.

Einer der Gärten gehört Petra und Harald Friedel aus Hersel. Beide sind – zumindest in der Erntesaison – weitgehend Selbstversorger. Eigentlich hatten sie in erster Linie einen Platz für die Bienenstöcke von Hobby-Imker Harald Friedel gesucht. Um sechs bunte Holzkästen summt und brummt es.

Ein Garten ohne Chemie

Die Herseler bauen in dem Garten aber auch Obst und Gemüse an. Angelegt sind Beete für drei bis vier verschiedene Kürbisarten, Tomaten, Bohnen, Mais, Kohlrabi, Möhren, Auberginen, Paprika und Rhabarber. Zahlreiche Beerenpflanzen versprechen reiche Ernte, Apfel- und Birnbäume tragen im Herbst hoffentlich reiche Früchte.

Bei Bedarf ziehen der Architekt und die Bauzeichnerin die Pflanzen zu Hause vor: „Das Einzige, was wir zukaufen, sind Kartoffeln“, sagt Petra Friedel. Dabei achten sie auf ökologische Verträglichkeit: „In den Garten kommt keine Chemie“, stellt Harald Friedel klar. Ihr Mittel gegen die Schnecken sind sechs Laufenten, die tags im Garten herumlaufen und nachts im selbst gebauten Schuppen Unterschlupf vor Fressfeinden finden.

Und die haben sogar schon Nachwuchs bekommen: 16 Laufenten haben die Friedels bei sich im Innenhof groß gezogen. Zunächst fütterten die Herseler sie mit Haferflocken, dann mit Brei. „Die fressen eigentlich alles, was klein und matschig ist“, so Friedel. Bald fingen die Enten auch selber an, sich Fliegen zu fangen. Mittlerweile haben Friedels sie verkauft, da ihr Garten für alle Tiere nicht groß genug ist.

Erste Kartoffelpflanzen wachsen

Kleine Biotope in ihrem Nutzgarten bieten Lebensräume für allerlei Tiere, so ein Teich mit Teichfröschen und Libellen. Eine selbstgebaute Sitzecke aus Paletten steigert den Erholungswert des Gartens. Am Rand steht ein alter Koffer mit Erdbeerpflanzen, Rosen und Minze. Pittoresk auch das „Überraschungsbeet“: Ein Hochbeet, an dem ein hoch geklappter Fensterrahmen befestigt ist. Hier pflanzen die Friedels alles an, was ihnen gerade in die Hände fällt. Momentan wachsen dort die ersten Kartoffelpflanzen. Natürlich gibt es auch diverse Blumenarten in ihrem Garten. Der Mohn fängt gerade an zu blühen, Gladiolen, Margeriten und Sonnenblumen sind gepflanzt, roter und gelber Ginster stehen in Blüte.

Die Friedels nehmen in diesem Jahr erst im Juli an der Aktion „Offene Gartenpforte“ teil, weil dann der Garten in voller Blüte steht. Sie freuen sich schon auf den Austausch mit anderen Gartenbesitzern – zum Beispiel über biologische Schädlingsbekämpfung.