Kommentar zum Studenten-Hotel in Hersel

Hersel im Wandel

Seit rund sechs Monaten stehen Collo-Geschäftsführer Lutz Irgel und der Investor Bonafide in Kontakt, der zufällig über einen Makler entstanden ist.

Seit rund sechs Monaten stehen Collo-Geschäftsführer Lutz Irgel und der Investor Bonafide in Kontakt, der zufällig über einen Makler entstanden ist.

Bornheim-Hersel. An der Stadtbahnlinie 16 in Hersel, zwischen den Uni-Städten Bonn und Köln, soll ein Studenten-Hotel mit 264 möblierten Zimmern entstehen. Geplant ist das Projekt auf dem Gelände der Firma Collo, das Geschäftsführer Lutz Irgel dann verkaufen würde.

In Hersel tut sich was – und zwar richtig viel jenseits der Gleise der Stadtbahnlinie 16. Seit Längerem gibt es Pläne für ein neuerliches Wohngebiet sowie für einen Golfplatz. Auch eine Ausdehnung des Gewerbegebiets Bornheim-Süd von Roisdorf über die Autobahn nach Hersel ist angedacht. Und dazu kommt nun das Vorhaben, ein Studentendorf mit 264 Zimmern auf dem aktuellen Gelände der Firma Collo zu errichten. Das Projekt klingt vielversprechend. Wohnraum für Studenten ist in der Region rar und die dortige Verkehrsanbindung ist gut.

Hersel wird sich verändern – und das vermutlich nicht zum Schlechteren hin. Allerdings nur, wenn auch die Infrastruktur mitwächst. Vornehmlich muss hier der Verkehr betrachtet werden. Da ist die Linie 16. Gerade für Studenten wird die Stadtbahn das zentrale Verkehrsmittel sein.

Dass in Bornheim, Bonn und dem Rhein-Sieg-Kreis ein Zehn-Minuten-Takt von Wesseling bis Bonn beschlossen wurde, ist eine gute Sache. Es bleibt zu hoffen, dass auch die Verantwortlichen in Wesseling nachziehen, damit das Angebot auf der Linie verbessert werden kann.

Dringender Handlungsbedarf

Noch dringender ist der Handlungsbedarf allerdings auf der Straße. Schon jetzt ist die Herseler Kreuzung L300 (Elbestraße)/L118 (Roisdorfer Straße) bei geschlossener Stadtbahnschranke nicht selten völlig überlastet. Wenn in absehbarer Zeit die Linie 16 häufiger fährt, sind die Schranken noch öfter geschlossen. Und wenn dann in ebenso absehbarer Zeit Hersel jenseits der Schienen um viele Neubürger – mit vermutlich nicht wenigen Autos – wächst, könnte das Verkehrschaos an der Ecke perfekt sein.

Der Druck auf die Verantwortlichen wächst, die Kreuzung umzugestalten – am besten durch den Bau einer Unterführung der L118 unter den Schienen. Da es sich dabei aber um eine Landesstraße handelt, sitzen die Verantwortlichen nicht im Bornheimer Rathaus, sondern in Düsseldorf.

Dennoch sollten Politik und Verwaltung der Vorgebirgsstadt nicht untätig sein und die guten Kontakte zur Landespolitik nutzen. Immerhin gibt es zwei Landtagsabgeordnete aus dem linksrheinischen Rhein-Sieg-Kreis. Allerdings brauchen Straßenbauprojekte auf Landesebene viel Zeit. Man denke nur an den Bau der Umgehungsstraße L183n oder an die seit Jahrzehnten geplante Sanierung der L113 in Alfter. Daher muss die Kreuzung in Hersel möglichst schnell und möglichst weit nach oben auf die Agenda. Wenn erst einmal die neuen Häuser stehen, ist es eigentlich schon zu spät.