Rheinufersanierung in Bornheim

Großer Andrang beim Informationsabend der Stadt

BORNHEIM-HERSEL. Einige hundert Bürger sind am Montagabend zum Infoabend der Stadt Bornheim zum Thema Rheinufersanierung gekommen. Denn die künftigen und zum Teil auch jetzt schon eingerichteten Sperrungen haben für viele Anwohner unmittelbare Konsequenzen.

Von den Sperrungen und eventuell auch auf sie zukommenden Kosten sind vor allem die Herseler und Uedorfer betroffen, die direkt am Rheinufer wohnen.

Patrick Lammertz vom ICG-Ingenieurbüro Düsseldorf stellte zunächst die umfangreichen Vermessungen von Uferböschung und Baugrund vor sowie die Untersuchungen zur Standsicherheit, die von November 2012 bis Januar 2013 vorgenommen worden waren. Dabei geht es um den Abschnitt vom Ursulinenkloster in Hersel bis hin zum Lichtweg in Widdig.

"Aus den Ergebnissen der Bohrungen und Sondierungen zum Baugrund haben wir ein Baugrundmodell erstellt", erläuterte Lammertz. Sogenannte "Böschungsbruchberechnungen" ergaben: "Die Böschung ist zu 36 Prozent überlastet."

Die Fachleute unterteilten die Strecke in vier Abschnitte. "Keine globale Standsicherheit" lautete das Urteil für den 500 Meter langen Abschnitt 1 (Ursulinenstraße bis zum Parkplatz an der Rheinstraße) und den 1,6 Kilometer lange Abschnitt 2 (Rheinstraße bis zum Lokal Rheinterrassen). Für Abschnitt 3 und 4 (Lokal Rheinterrassen bis Lichtweg) konnte die globale Standsicherheit dagegen nachgewiesen werden.

"Wir haben Risse im Asphalt, und auch Abrutschungen sind erkennbar: Das zeigt, dass die Böschung in Bewegung ist", sagte Lammertz. "Um die Gefahr von Böschungsrutschen einzudämmen, müssen organisatorische Maßnahmen wie eine Verringerung der Verkehrslast ergriffen werden." Allerdings reichten diese nicht aus. "Es müssen zusätzliche bauliche Maßnahmen durchgeführt werden, um die Standsicherheit zu bekommen."

Wie die in Diagrammen vorgestellten Berechnungen erkennen ließen, ist die Bebauung nicht unmittelbar gefährdet. "Sachschäden wie Risse in Gebäuden sind aber nicht auszuschließen."

Anders sieht es bei den Straßen aus, wie anschließend Bornheims Erster Beigeordnete Manfred Schier erläuterte: "Der Straßenraum ist unmittelbar gefährdet: Sach- und Personenschäden sind nicht auszuschließen." Daher seien die derzeit schon eingerichteten Sperrungen kurzfristig notwendig geworden. Lastwagen hätten an der Uferkante nichts zu suchen. Was die Sanierung betreffe, stünde man noch ganz am Anfang, so Schier. Mit den Anwohnern soll es demnächst weitere Gespräche geben.

Generell gibt es drei mögliche Sanierungsvarianten: Um den Böschungswinkel zu verkleinern, könnte eine Stützwand am Leinpfad errichtet werden (Variante 1). Oder der Leinpfad wird angehoben (Variante 2). Oder es wird eine Bohrpfahlwand angebracht, die die Rheinstraße bei einem Erdrutsch absichern würde (Variante 3). "Dann müssten aber die lokale Stand- und Erosionssicherheit noch separat hergestellt werden."

Den Bürgern brannten vor allem Fragen zu den anstehenden Sperrungen und einer möglichen Kostenbeteiligung unter den Nägeln. Hierzu konnten die anwesenden Vertreter von Bezirksregierung, Stadt Bornheim, Rhein-Sieg-Kreis und Umweltministerium noch keine verbindlichen Aussagen machen.

Für Willi Botz bedeutet die derzeitige Sperrung, dass er nicht auf sein Hausboot kann: "Ich wohne jetzt bei Freunden und wüsste gern, wie lange das noch dauern soll." Anwohner Michael Palmen zeigte Verständnis: "Es ist wirklich so, dass die Straße an der Böschung wegrutscht. Die Müllabfuhr wollte da auch sowieso schon nicht mehr fahren." Er befürchtet, dass die Sanierung mehrere Millionen Euro kosten werde.