3,15 Millionen Euro für Nahverkehr

Grünes Licht für barrierefreien Ausbau der Linie 16

Höhenunterschied: Noch müssen Reisende Treppenstufen nutzen, um in die Linie 16, wie hier in Hersel, einzusteigen.

Höhenunterschied: Noch müssen Reisende Treppenstufen nutzen, um in die Linie 16, wie hier in Hersel, einzusteigen.

Bornheim. Für den barrierefreien Ausbau von vier Bahnsteigen in den Bornheimer Rheinorten und Wesseling-Urfeld Häfen soll es Fördergeld geben. Mit dem Ausbau der Bahnsteige ist die Durchfahrt von breiteren Güterzügen zunächst nicht mehr möglich.

Die Politik hat dem barrierefreien Ausbau der Haltestellen der Linie 16 in den Bornheimer Rheinorten und Wesseling-Urfeld nun final ihr Okay gegeben. Wie die Häfen und Güterverkehr (HGK) am Montag mitteilte, hat die Zweckverbandsversammlung des Nahverkehrs Rheinland (NVR, siehe Kasten) in ihrer Sitzung beschlossen, die Maßnahme in das Investitionsprogramm aufzunehmen und den Bau der Hochbahnsteige zu fördern. Ohne die Zuweisung von Fördergeldern wäre die HGK die Bauarbeiten nicht angegangen. NVR-Sprecher Holger Klein teilte dem General-Anzeiger auf Anfrage mit, dass der Beschluss einstimmig erfolgt sei. Kürzlich hatte bereits der Hauptausschuss des NVR das Projekt beschlossen, als oberstes politisches Gremium musste die Verbandsversammlung dies aber noch bestätigen.

Sobald die HGK nun einen prüffähigen Finanzierungsantrag sowie bestehendes Baurecht vorlegt, will der NVR die Maßnahme mit 3,15 Millionen Euro fördern. Die Gesamtkosten liegen laut HGK bei 3,5 Millionen Euro. Die Städte Wesseling und Bornheim beteiligen sich ebenfalls an den Kosten. Geplanter Baubeginn ist im Jahr 2020. Die HGK betreibt als Eisenbahninfrastrukturunternehmen unter anderem das Netz, auf dem die Linie 16 fährt, zwischen dem Kölner Süden und der Bonner Stadtgrenze. „Wir arbeiten mit Hochdruck daran, dass die Haltepunkte und Stationen moderner und vor allem barrierefrei werden. Nur so können wir gemeinsam mit den Verkehrsunternehmen ein qualitativ hochwertiges Nahverkehrsangebot stellen“, teilt NVR-Geschäftsführer Norbert Reinkober mit. HGK-Vorstandsvorsitzender Uwe Wedig ergänzt: „Wir freuen uns sehr, dass die Umbaumaßnahmen vom Zweckverband Nahverkehr Rheinland gefördert werden. Besonders für mobilitätseingeschränkte Kunden oder Fahrgäste mit Kinderwagen wird die Beförderung dank des Ausbaus der Bahnsteige deutlich komfortabler.“

Weiter weist die HGK darauf hin, dass mit dem barrierefreien Ausbau der Bahnsteige die Durchfahrt von breiteren Güterzügen ohne zusätzliche bauliche Maßnahmen nicht mehr möglich ist. Wie berichtet, hatte das Unternehmen in der Vergangenheit Optionen prüfen lassen, wie beides möglich ist. So wurden in einer von der HGK in Auftrag gegebenen Machbarkeitsstudie verschiedene Varianten ermittelt, wie und mit welchem finanziellen Aufwand technische Lösungen gleichzeitig Stadtbahnen und Güterverkehr erlauben. Nach GA-Informationen würden diese Varianten allerdings zwischen elf und rund 58 Millionen Euro kosten. Nach Auswertung der Ergebnisse hat sich HGK nach eigenen Angaben entschieden, zum jetzigen Zeitpunkt keine Variante der Machbarkeitsstudie zu verfolgen. Allerdings stehe der barrierefreie Bahnsteigausbau einer späteren Wiederaufnahme des Güterverkehrs auf Grundlage der Machbarkeitsstudie nicht entgegen, teilte das Unternehmen weiter mit.