Golfplatz in Bornheim

Grüne kontern CDU-Kritik an Umweltauflagen

Laut Kreis leben rund 120 Wechselkröten auf dem Areal, auf dem ein Golfplatz in Hersel entstehen sollte. Dem Investor waren die Umweltauflagen zu ihrem Schutz zu hoch.

Laut Kreis leben rund 120 Wechselkröten auf dem Areal, auf dem ein Golfplatz in Hersel entstehen sollte. Dem Investor waren die Umweltauflagen zu ihrem Schutz zu hoch.

Bornheim-Hersel. Der letzte Investor für einen Golfplatz in Hersel hatte sich wegen zu hoher Umweltauflagen zurückgezogen. Den Ausgang erörterten die Kommunalpolitiker im Stadtentwicklungsausschuss. Nun fordern sie den Bau eines Fuß- und Radwegs durch das Gebiet.

Wohl zum letzten Mal hat sich die Bornheimer Politik mit einem möglichen Golfplatz in Hersel beschäftigt. So diskutierten die Mitglieder des Ausschusses für Stadtentwicklung am Mittwochabend die neuen, von der Stadt präsentierten Pläne für den Bereich, auf dem eigentlich irgendwann gegolft werden sollte. Dabei gingen sie mitunter kritisch mit dem für Umweltschutzfragen zuständigen Rhein-Sieg-Kreis ins Gericht.

Wie berichtet, hat die Stadt das Golfplatzprojekt nach mehreren erfolglosen Anläufen von privaten Investoren beerdigt. Vorgesehen war dafür das Gebiet der ehemaligen Kiesabgrabungsfläche zwischen Mittelweg, Erftstraße und der Stadtbahnlinie 16. Die Fläche soll nun unter anderem für Ausgleichsmaßnahmen zum Artenschutz für ein sich daran anschließendes Neubaugebiet dienen. Auch könnten dort weitere Naturschutzprojekte Platz finden, ebenso wie Sportanlagen.

Bekanntlich hatte der letzte Interessent am Bau eines Golfplatzes wegen der Umweltauflagen des Kreises aufgegeben. Der Kreis hatte auf umfangreiche – und somit teure – Arbeiten zum Schutz der rund 120 dort lebenden Wechselkröten sowie zum Schutz des Grundwassers gepocht. "Von unserer Seite ist die Schmerzgrenze damit erreicht", hatte Kreisumweltdezernent Christoph Schwarz dazu im Herbst 2018 dem GA erklärt.

Rad- und Fußweg durch das Naturschutzgebiet

"Es ist sehr schade, dass der Golfplatz endgültig beerdigt ist", sagte der Herseler CDU-Ratsherr Rüdiger Prinz in der Ausschusssitzung. Auch kritisierte er den Kreis. So hohe Auflagen gebe es in keinem Nachbarkreis. Prinz meinte aber, dass Naturschutzräume auch etwas Gutes seien, "wenn sie denn ansehnlich sind". Positiv bewertete er den Plan zur Schaffung neuer Sportanlagen.

Wilfried Hanft (SPD) bedauerte, dass kein Investor bereitsteht. Zugleich warf er ein, ob mit dem Kreis nicht doch noch ein Kompromiss möglich gewesen wäre. Markus Hochgartz (Grüne) betonte, er werde nicht auf den Kreis schimpfen. Als Untere Naturschutzbehörde habe der Kreis die klare Aufgabe des Artenschutzes, sagte er. Die letzten Pläne zur Schaffung eines Golfplatzes bezeichnete er als "sicherlich interessant".

Einigkeit herrschte, als es um eine Forderung von Prinz ging: Einstimmung beschloss der Ausschuss, dass es durch besagtes Gebiet einen Rad- und Fußweg vom Neubaugebiet zum Sportplatz an der Erftstraße geben soll.