Foodblogs

Foodblogger kochen in Bornheim-Waldorf

Foodblogger aus Bonn und Köln treffen sich auf Einladung von Renate und Horst Bursch (links) in der Küche des Waldorfer Hofladens.

Foodblogger aus Bonn und Köln treffen sich auf Einladung von Renate und Horst Bursch (links) in der Küche des Waldorfer Hofladens.

Bornheim-Waldorf. Biobetrieb und Internet: Wie das zusammen funktioniert, haben acht Foodblogger am Samstag auf dem Waldorfer Hof Bursch gezeigt.

„Was werden die wohl kochen?“, fragt sich Elke Meyer, als sie sieht, wie die acht Foodblogger – also Menschen, die im Internet Texte übers Kochen und Essen veröffentlichen – in die Küche des Waldorfer Biohofs Bursch zurückkehren. Seit acht Uhr waren sie am Samstagmorgen mit Lothar Tolksdorf auf den Feldern des Hofs unterwegs und konnten ernten, was es noch zu ernten gab. „Das ist einfach ganz toll“, sagt Gabriela Freitag-Ziegler aus Bonn-Beuel, die wie ihre schreibenden Kollegen bereits zum dritten Mal der Einladung des Biohofs gefolgt ist und dabei wieder neue Dinge über den biologischen Anbau des Bornheimer Gemüseproduzenten erfährt.

Freitag-Ziegler gehört als Ökotrophologin, PR-Beraterin und Journalistin zu der Art von Bloggerinnen, die ihre Webseite dazu nutzen, einerseits für ihre Profession Werbung zu machen und sich andererseits Themen zuwenden, die nicht unmittelbar mit einem Auftrag verbunden sind. „Den Blog mache ich aus Leidenschaft“, betont sie und macht sich dann vom Trecker auf den Weg in den Hofladen, um dort einen Sommerwirsing zu erstehen, den es auf den Feldern nicht mehr zu ernten gab, ohne den jedoch ihr Wirsingstrudel seinem Namen nicht gerecht werden könnte.

Wirsingstrudel und dazu griechischer Wein

Als Burschs Weinexpertin Elke Meyer vom Wirsingstrudel und dem Ratatouille, das Nicole und Mirko Holysz aus Köln zubereiten werden, erfährt, freut sie sich. Ihr momentaner Favorit, ein griechischer Sommerwein aus der Roditis-Traube, könnte perfekt zu diesen Gerichten passen. „Das liegt nicht zuletzt daran, dass der Wein ein kleines Geheimnis in sich trägt. Ich verrate es, wenn er probiert wird“, sagt Meyer, die die Weine des Hofladens als ihre „Kinder“ bezeichnet.

Bloggerin Nicole Holysz bewirtschaftet mit ihrem Mann einen Saisongarten in Köln, in dem beide versuchen, so viel wie möglich biologisch anzubauen. Die Ausführungen von Bursch-Mitarbeiter Tolksdorf geben den beiden dabei viele Tipps, die vielleicht bald auf ihrem Foodblog „Querbeet“ zu lesen sein werden. Wie für die meisten Foodblogger, ist es auch für Holysz wesentlich, ihre als „Follower“ bezeichneten Leser mit immer wieder neuen Berichten und Texten zu „füttern“ und so an sich zu binden.

Bloggen für eine spezielle Zielgruppe

Von etwa 300 Zugriffen pro Tag auf ihre Webseite kann sie berichten. Das ist noch weit davon entfernt, mit dem Blog Geld zu verdienen, was jedoch auch nicht ihre Absicht ist: „Ich liebe es einfach, zu kochen und essen zu gehen“, schreibt sie auf ihrer Seite.

Daniela Mainzer aus Köln hat vor etwa vier Jahren angefangen, einen Foodblog für Menschen mit einer Histaminintoleranz zu schreiben. Aus eigener Betroffenheit teilt sie nun ihr Wissen und ihre Rezepte unter „Danielas Foodblog“. Sie erfährt daher, welche Wirkung das kleine Geheimnis, das im Wein von Elke Meyer steckt, bei Menschen mit einer Histaminunverträglichkeit hat: „Eine Spur von Harz gibt dem griechischen Sommerwein das gewisse Etwas“, verrät Meyer und öffnet den Wein, der jedoch leider nicht unbedingt eine Empfehlung für Mainzer und ihre Leserschaft ist.