Überraschungsparty für James Smith Jr.

Für den Bornheimer Voice-Kandidat beginnt nun der Alltag

Bornheim. Seine Familie und Freunde haben James Smith Jr. am Dienstagabend in Bornheim empfangen. Der 16-jährige Sänger hatte es Anfang Dezember bis ins Halbfinale der TV-Show "The Voice of Germany" geschafft.

Was sagt man, wenn man nach mehr als einem Monat Tourleben wieder in seiner alten Schule steht und seine Mitschüler, Lehrer, Freunde und Familie wiedersieht? James Smith Jr. sagt nur ein einfaches „Hallo“. Fast schon zurückhaltend wirkt der 17-jährige Bornheimer, der im vergangenen Jahr an der Castingshow „The Voice of Germany“ teilgenommen hat, als er die kleine Bühne in der Mertener Heinrich-Böll-Sekundarschule betritt.

Seit mehreren Wochen hat er seine Klassenkameraden nicht mehr gesehen. In der TV-Show hatte er es zwar nur bis ins Halbfinale geschafft, durfte aber im Anschluss mit den Finalisten auf große Konzerttour durch Deutschland und Österreich gehen. Erst am Montag ging es für ihn wieder zurück in seine Heimatstadt Bornheim.

Als Willkommensgeschenk hatten ihm Familie, Freunde und seine Schule am Dienstagabend eine Überraschungsparty in der Schule organisiert. „Wir wollen keinen Starkult betreiben. Aber wir unterstützen immer Schüler mit besonderen Talenten“, sagt der stellvertretende Schulleiter Christoph Kaletsch. Daher habe man nur die Jahrgangsstufe 10 eingeladen sowie enge Freunde und Familie.

„Ich freue mich, wieder hier zu sein“, sagte Smith Jr., „und ich wollte Danke sagen.“ Für die Halbfinalshow waren seine Klassenlehrerin und elf Mitschüler nach Berlin gereist, um ihn bei dem Liveauftritt anzufeuern. „Er hat schon in der fünften Klasse auf der Bühne gesungen und auch immer wieder bei Schulveranstaltungen“, erzählt seine Klassenlehrerin Marion Traum. Klar, dass der Nachwuchssänger auch an diesem Abend ein Spontankonzert für seine Jahrgangsstufe gibt. Spätestens als die ersten Takte der Musik einsetzen, scheint die anfängliche Zurückhaltung bei Smith Jr. verschwunden. Gemeinsam mit seiner Mitschülerin Giulia Balle singt der 17-Jährige den Song „Bring It Back“ von Shawn Mendes. Von seinem Gesicht ist abzulesen, wie wohl er sich dabei auf der Bühne fühlt. Als seine Gesangspartnerin den Ton nicht so lange halten kann wie er, nimmt er sie aufmunternd in den Arm – Texthänger oder kleine Patzer kennt er schließlich selbst nur zu gut. In der Liveshow des Halbfinales hatte er selbst einen kurzen Aussetzer bei dem Song „Summer Love“ von Justin Timberlake. „Es ist ein schönes Gefühl, wieder mit ihm auf der Bühne zu sein“, sagt Balle nach dem Auftritt.

Die beiden singen seit der sechsten Klasse gemeinsam in der Schulband und bei Schulveranstaltungen. „Ich war stolz auf ihn, dass er sich angemeldet hat“, sagt die 16-Jährige. „Wir freuen uns, dass es ein Bornheimer so weit geschafft hat“, betont auch Sozialdezernentin Alice von Bülow. Die Stadt Bornheim hatte sich an dem Empfang beteiligt. Stolz ist ebenfalls sein Vater. „Ich bin glücklich über seinen Fortschritt – nicht nur musikalisch“, so James Smith Sr., der selbst als Sänger arbeitet und im Brühler Phantasialand in einer Show auftritt. Zum Abschluss des Spontankonzerts stehen Vater und Sohn Seite an Seite auf der kleinen Schulbühne und singen „Easy like Sunday Morning“. „Ich bin froh, dass mein Papa mich auf dieser Schule angemeldet hat“, sagt Smith Jr. Nicht nur die Castingshow, sondern vor allem die anschließende Tour habe ihn weitergebracht. Vor Beginn der Konzerte Ende Dezember probte er eine Woche lang mit den anderen Kandidaten in Timmendorfer Strand. Start der Tour war dann in Bremen. „Ich habe auf der Tour gelernt, Tanz und Gesang zu verbinden“, erzählt er. Aber auch wie sich Texthänger vermeiden lassen. Wie es genau mit der Musik für ihn weitergehen soll, hält sich der 17-Jährige derzeit noch offen. „Ich möchte eine Single herausbringen“, sagt er. Vielleicht in Richtung R'n'B oder Pop. Auch ein Studium an der Popakademie in Mannheim käme als eine Option für ihn in Frage. Interesse gab es aber auch aus den USA. Zu seinen Teammitgliedern und Coach Yvonne Catterfeld hält er nach wie vor Kontakt.

Vorerst wird neben der Musik aber auch das Lernen einen großen Teil in seinem Leben einnehmen. Im Mai stehen die Abschlussprüfungen an. Den Unterrichtsstoff des vergangenen Monats muss der 17-Jährige noch nachholen. Für die Zeit der Tour war er vom Unterricht freigestellt. „Ab morgen heißt es nicht mehr 'Voice of Germany', sondern 'The Quickest Learner of Bornheim'“, sagt Kaletsch scherzhaft. Auch seinem Vater ist es wichtig, dass Smith Jr. seinen Abschluss macht und sich eine Lebensgrundlage erarbeitet. Dazu zähle Bodenständigkeit. Dennoch: „Ich unterstütze ihn, was immer er machen will.“