Bornheimer Wasserversorgung

Ein "fauler Kompromiss"

Im Keller des Wasserwerks werden die Stränge für die Versorgung der Rheinorte und der übrigen Orte getrennt. Hier wird der Druck gemessen, und es gibt die Möglichkeit, Wasser zu entnehmen.

Im Keller des Wasserwerks werden die Stränge für die Versorgung der Rheinorte und der übrigen Orte getrennt. Hier wird der Druck gemessen, und es gibt die Möglichkeit, Wasser zu entnehmen.

BORNHEIM. Nachdem CDU, Grüne und ABB am Montagabend ihre neuerlichen Pläne zur Wasserversorgung in Bornheim mitgeteilt hatten, äußern nun FDP und Sozialdemokraten Kritik daran.

Die geplante Veränderung sei ein "fauler Kompromiss, der den Wasserpreis immer weiter in die Höhe treiben wird", findet FDP-Fraktionschef Christian Koch. Wie berichtet, bleiben CDU, Grüne und ABB bei ihrer Forderung, die Wasserversorgung der Stadt zu 100 Prozent auf den Wahnbachtalsperrenverband (WTV) umzustellen.

Allerdings sollen die Rheinorte davon zunächst ausgenommen werden und ein Wassergemisch erhalten, das zu 70 Prozent vom WTV stammt sowie zu 30 Prozent vom Wasserbeschaffungsverband Wesseling-Hersel (WBV). Bisher erhält die gesamte Stadt ein Gemisch aus 25 Prozent WTV-Wasser und 75 Prozent WBV-Wasser.

Nach Ansicht der FDP ist ein Mehrbezug vom WTV "völlig unnötig", da das Trinkwasser in Bornheim bereits jetzt nur einen mittleren Härtegrad habe, die Versorgung einwandfrei funktioniere und es verhältnismäßig preiswert sei.

"Für eine unnötige Änderung des Wasserbezugs müssen die Bürger tiefer in die Tasche greifen und nach der diesjährigen Preiserhöhung auch in den kommenden Jahren immer mehr für ihr Trinkwasser bezahlen", so Koch.

Kritik äußert die FDP auch am Vorhaben, die Rheinorte mit einem Wassergemisch zu versorgen. "Alle Bürger müssen die Preiserhöhung und eine mögliche Verbandsumlage in Kauf nehmen, aber nur im Vorgebirge soll das Wasser deutlich weicher werden", sagt Alexander Schüller, FDP-Mitglied im Betriebsausschuss. Laut Schüller zahlen die Menschen in Hersel, Uedorf und Widdig dafür, dass im Vorgebirge durchweg Wahnbachwasser aus den Hähnen sprudelt.

"Diese Entscheidung spaltet die Stadt und ist Gift für das Zusammenleben unserer Bürger. Das Wasser mag weicher werden, aber die Grenzen innerhalb der Stadt werden eindeutig härter", meinte Schüller.

Zugleich kündigt die FDP an, in der Ratssitzung am Donnerstag, 7. Mai, gegen den Antrag von CDU, ABB und Grünen zu stimmen. In einem eigenen Antrag fordern sie, beim Wasser alles so zu lassen wie es ist. Sollten sich CDU, Grüne und ABB durchsetzen, erwägen die Mitglieder der FDP-Fraktion den Gang vor das Verwaltungsgericht.

"Unter einem Kompromiss hatten wir uns etwas anderes vorgestellt", sagt wiederum Wilfried Hanft, Fraktionsvorsitzender der Bornheimer SPD, zu den Vorschlägen von CDU, Grünen und ABB. Laut Hanft hatten alle Fraktionen eine Kompromissbereitschaft signalisiert.

Dabei sei es vorrangig um eine Änderung des Mischverhältnisses zwischen dem Wahnbachwasser und dem des Wasserbeschaffungsverbandes Wesseling-Hersel gegangen. Hanft: "Von dieser Position hat man sich nun weitgehend entfernt." Zugleich kündigte er an, das von den drei Fraktionen erwähnte Gutachten prüfen zu wollen.

Als "völlig inakzeptabel" bezeichnen Hanft und Frank W. Krüger, SPD-Ratsmitglied aus Hersel, die angestrebte Sonderregelung für die Rheinorte. Einerseits wolle man hinsichtlich einer künftigen Einteilung der Landtagswahlkreise die Abkopplung der Rheinorte vom Stadtgebiet mit Recht konsequent vermeiden, andererseits werde mit diesem Vorschlag nun eine Spaltung der Stadt selbstredend herbeigeführt.

"Die SPD hat den Eindruck, dass die dringend notwendige Haushaltskonsolidierung und die Einhaltung des Haushaltssicherungskonzeptes bei dem Vorschlag von CDU, Grünen und ABB außer Acht gelassen wird", so Hanft. Darüber hinaus ist die SPD der Ansicht, dass bei CDU, Grünen und ABB die Bürgerbeteiligung beim Thema der künftigen Wasserversorgung keine Rolle zu spielen scheint.