Gastronomie

Ein Café mit Ausblick in Merten bei Bornheim

Hat viel vor: Bauherrin Ute Gierlich mit ihrem Mann Mario. Direkt vor dem Eingang des Fachwerkhauses soll eine große Außenterrasse entstehen.

Hat viel vor: Bauherrin Ute Gierlich mit ihrem Mann Mario. Direkt vor dem Eingang des Fachwerkhauses soll eine große Außenterrasse entstehen.

Bornheim-Merten. Zurzeit saniert Ute Gierlich in Merten ein 250 Jahre altes Fachwerkhaus, in dem sie ab 2019 Kuchen und Eis anbieten will. Auch Feriengäste sollen ab kommendem Jahr in den oberen Etagen des Hauses unterkommen.

Abreißen oder Sanieren – vor dieser Frage stehen Eigentümer alter Häuser, wenn sich die Reparaturen häufen. Auch Heinz Müller und seine Tochter Ute Gierlich mussten sich vor drei Jahren damit auseinandersetzen: „Nachdem mein Vater gestorben war, kam die Frage auf, was wir mit dem Haus machen. Heute sind wir überzeugt die richtige Entscheidung getroffen zu haben“, erzählt Müller.

Das rund 250 Jahre alte Fachwerkhaus war in den 50er Jahren mit Eternitplatten verkleidet worden. „Ich selbst konnte mich schon kaum mehr daran erinnern, wie schön das Haus vorher aussah“, so Müller. Nachdem die Gutachten von Architekt und Statiker für das Haus vorlagen, wurde die Baugenehmigung erteilt. „Aber bei einem so alten Objekt kann man vieles im Vorhinein gar nicht abschätzen“, sagt Müller. Wie alt das Haus wirklich ist, konnte er noch nicht herausfinden: „Eigentlich gibt es immer einen Balken über der Tür, in den die Jahreszahl eingeschnitzt wird. Aber dieser wurde über die Jahrzehnte mehrfach ausgetauscht.“

Einige Recherchen hätten ergeben, dass das Haus bereits im 18. Jahrhundert existiert haben muss und mindestens 250 Jahre alt ist. Seine Tochter Ute Gierlich wollte das Haus von Anfang an erhalten und ist die Bauherrin. 2016 ging es schließlich mit den ersten Arbeiten los. Es sollten allerdings nicht nur vorhandene Räumlichkeiten renoviert werden, sondern auch Neues entstehen.

Ferienhaus und Mietwohnung

„Wir haben irgendwann den Entschluss gefasst, durch einen Dachausbau zwei weitere Wohnungen zu schaffen und im Erdgeschoss ein Café zu eröffnen“, erzählt Müller, der auch Vorsitzender der Unabhängigen Wählergemeinschaft/Forum in Bornheim ist. „Die neuesten Vorschriften, ein Gewerbe in diesem Objekt zu installieren, waren die größte Herausforderung“, findet die Bauherrin. Und ihr Vater ergänzt: „Eigentlich gab es jeden Tag irgendwelche Überraschungen.“

In einem ersten Schritt wurden die Eternitplatten entfernt und das Fachwerk wieder freigelegt. Um das Fachwerk weiterhin sichtbar zu machen, müssen das Café und die Wohnungen von innen gedämmt werden. Von Brandschutzrichtlinien über eine behindertengerechte Toilette wurde alles bedacht. Aus vier vorherigen Zimmern ist ein großer offener Raum entstanden, in den später das Café einzieht. „So ein Flair bekommt man selbst im schönsten Neubau nicht hin“, ist sich Gierlich sicher.

In den 50er Jahren wurde das Haus mit Eternit verkleidet.

In den 50er Jahren wurde das Haus mit Eternit verkleidet.

 

„An Karneval wollen wir die ersten Gäste empfangen“

Über dem Café sind mittlerweile zwei Wohnungen entstanden – eine Ferienwohnung mit rund 80 Quadratmetern und eine Mietwohnung mit einer Fläche von 60 Quadratmetern. „Hier gibt es einfach einen traumhaften Blick. Ich würde am liebsten selbst dort einziehen“, sagt Heinz Müller und lacht. Die Ferienwohnung bietet einen Blick Richtung Köln, die andere über das Vorgebirge. Auch das Café soll eine große Außenterrasse bekommen. „Selbst die Handwerker saßen morgens draußen und haben sich beim Frühstück den Sonnenaufgang angeschaut“, so Müller. Ab Februar sollen die Wohnungen vermietet werden: „An Karneval wollen wir die ersten Gäste empfangen“, sagt Gierlich.

Zu Beginn des kommenden Jahres soll das Café dann öffnen. Ute Gierlich wird den Laden selbst betreiben. „Ich arbeite seit Monaten parallel in einem Café, damit ich die Arbeit schon vorher kennenlerne. Außerdem habe ich schon immer gerne mit Menschen gearbeitet, wahrscheinlich ist die Arbeit gar nicht so anders, als in meinem vorherigen Job“, sagt die gelernte Pharmazeutisch-technische Assistentin. In den wärmeren Monaten wolle sie auch selbst gemachtes Eis anbieten: „Einfach ein gemütliches Eiscafé für Merten.“