Kommentar zur Senioren-Demo in Hersel

Druck aufbauen

Die Botschaft ist klar: Mit Plakaten machen die Senioren ihrem Unmut Luft.

Die Botschaft ist klar: Mit Plakaten machen die Senioren ihrem Unmut Luft.

Bornheim. Seit Langem wird der barrierefreie Ausbau der Haltestellen der Linie 16 in Hersel, Uedorf und Widdig diskutiert. Doch passiert ist zum Ärger der Senioren in den Rheinorten nichts, die jetzt dagegen demonstrierten.

Es besteht kein Zweifel daran, dass der barrierefreie Ausbau der Stadtbahnhaltestellen in Hersel, Uedorf, Widdig und Wesseling-Urfeld notwendig ist und eigentlich schon längst hätte passieren sollen. Eine Stadtbahn wie die Linie 16, die an vier Haltestellen von Menschen im Rollstuhl, mit Rollator oder auch mit Kinderwagen nicht ohne Weiteres genutzt werden kann, ist weit davon entfernt, ein attraktives Angebot zu sein. Aber nur ein attraktiver öffentlicher Nahverkehr führt dazu, dass weniger Menschen das Auto nutzen, was wiederum Straßen und Umwelt entlastet.

Die Nachricht, dass möglicherweise wieder Güterzüge über die Stadtbahngleise durch Bornheim fahren, kam vor einigen Monaten ziemlich überraschend an die Öffentlichkeit. Bekanntlich hat die Häfen und Güterverkehr Köln (HGK) eine Machbarkeitsstudie in Auftrag gegeben, die zeigen soll, wie Güterverkehr bei gleichzeitiger Barrierefreiheit der Haltestellen möglich ist. Man darf gespannt sein, welche Lösungen die Experten vorlegen und – vor allem – was sie kosten werden. Zudem müssen die Verantwortlichen bei der HGK und den Städten Bornheim und Wesseling dafür sorgen, dass nach der Vorstellung der Machbarkeitsstudie möglichst schnell mit dem Ausbau begonnen wird.

Dass der Bornheimer Seniorenbeirat mit einer Demo öffentlichkeitswirksam Druck in der Angelegenheit aufbaut, ist begrüßenswert. Schön wäre es allerdings gewesen, wenn auch Eltern mit Kinderwagen den Weg zur Protestkundgebung gefunden hätten. Fehlende Barrierefreiheit ist kein ausschließliches Problem der älteren Generation.