Zwischen Roisdorf und Alfter

Drei Meter hoher Schallschutz gegen Bahnlärm

Bornheim-Roisdorf. Die erste von drei Wänden gegen Bahnlärm in Roisdorf und Alfter ist fast fertig. Zwei weitere Konstruktionen folgen bis Mai 2020.

Es sieht ein bisschen aus wie überdimensionales Modellbauen. Mit einem Kran werden die nach Größe zwischen 40 und 80 Kilogramm schweren, grün-grauen Aluminiumelemente in die Luft gehievt. Zwei Arbeiter sorgen dafür, dass die Elemente zwischen den senkrecht stehenden Streben genau eingepasst werden. So entsteht nach und nach die erste von drei Lärmschutzwänden an der Bahnstrecke in Roisdorf und Alfter. Die Konstruktion östlich der Schienen (Custorstraße und Rosental) ist fast fertig.

Auf einer Länge von 534 Metern sollen 650 mit Mineralwolle gefüllte Aluelemente den Bahnlärm mindern. Wie berichtet, hatten die Arbeiten zum Jahreswechsel 2018/19 begonnen. Im Mai 2020 sollen sie abgeschlossen sein. Dann wird es neben der Wand östlich der Schienen zwei auf der Westseite geben: auf einer Länge von knapp 1,5 Kilometer von der Mörnerstraße in Roisdorf bis zum Herseler Weg in Alfter sowie noch 337 Meter in Höhe des Buschdorfer Wegs. Zum Bau dieser beiden Konstrukte finden aktuell Vorarbeiten statt. Alles zusammen soll rund 4,5 Millionen Euro kosten. Das Geld kommt aus einem Bundesprogramm.

Kosten von rund 4,5 Millionen Euro

Drei Meter hoch sind die Wände – „über der Schienenoberkante“, erklärt Julian Schrennen. Schließlich gehe es darum, den Lärm zu absorbieren, der beim Kontakt der Räder mit den Schienen entsteht, fügt er hinzu. Der 28-Jährige ist der verantwortliche Projektingenieur bei der Deutschen Bahn für den Lärmschutz in Bornheim und Alfter. Das Einsetzen der Aluelemente sei der leichtere Teil der Arbeit, berichtet Schrennen. Der harte liege davor.

Er erläutert, dass Stahlrohre in die Erde „hineinvibriert“ werden, in die wiederum die Streben einbetoniert werden. Zuvor müsse man sich aber vergewissern, wo Kabel entlang der Schienen in der Erde verlaufen, und dass keine Blindgänger im Boden sind, so Schrennen weiter. Löcher würden aus Gründen der Vorsicht manuell und ohne Einsatz von Maschinen gegraben.

Eine Besonderheit stellen die Abschnitte der Lärmschutzwände an der Unterführung der Herseler Straße sowie an der Personenunterführung am Widdiger Weg dar. Schließlich können dort keine Rohre und Streben in den Boden eingelassen werden. Deshalb wird der Lärmschutz an diesen Stellen laut Schrennen auf einer Trog- beziehungsweise Stahlkonstruktion angebracht.

Streben werden in Stahlrohre einbetoniert

Zudem gibt es noch andere Raffinessen. Etwa alle paar Meter kleine Löcher in den Lärmschutzwänden, damit kleine Tiere wie Echsen sie passieren können. Ebenso finden sich an vielen Bäumen in der Nähe der Gleise nun Vogelhäuschen. Rund 45 Stück wurden als Ausgleich dafür angebracht, dass die Vegetation als Lebensraum für Vögel für die Arbeiten zurückgeschnitten wurde.

Schrennen ist seit September 2018 bei der Deutschen Bahn angestellt. Für ihn ist der Bau der Lärmschutzwände in Bornheim und Alfter das erste Projekt, das er verantwortlich von Anfang bis Ende betreut. „Das sind vor allem koordinierende Tätigkeiten“, sagt er. Es gelte, Termine und Kosten im Blick zu haben oder auch Absprachen mit den Kommunen zu treffen. Ebenso sei er Ansprechpartner der Anwohner bei Fragen. Und die gebe es schon. Schließlich seien die Bauarbeiten mit Lärm und zeitweisen Straßensperrungen verbunden. Allerdings würden die Arbeiten zum Lärmschutz in Bornheim sehr positiv aufgenommen, befindet Schrennen.