Trinkwasser in Uedorf verunreinigt

Drei Anwohner erleiden allergischen Schock

11.04.2013 BORNHEIM-UEDORF. Große Aufregung herrschte gestern Nachmittag im Bornheimer Ortsteil Uedorf: Anwohner der Altmühlstraße und der Heisterbacher Straße hatten über verunreinigtes Trinkwasser geklagt. Ein Anlieger, der sich offenbar gegen 16 Uhr gewaschen hatte, wurde nach Aussage eines Nachbarn mit einer allergischen Schockreaktion ins Krankenhaus gebracht.

Die Bornheimer Feuerwehr fuhr daraufhin durch Uedorf und bat die Anwohner per Lautsprecherdurchsagen, zunächst auf den Gebrauch von Trinkwasser zu verzichten. Vor Ort war auch die Polizei. Wie es zur Verunreinigung des Trinkwassers kommen konnte, erklärte am Abend Wolfgang Hönighausen, Mitarbeiter des Stadtbetriebs Bornheim, auf Anfrage: Demnach gab es eine technische Panne im Wasserwerk Eichenkamp. Diese habe dazu geführt, dass drei Personen einen allergischen Schock erlitten hätten.

Aufmerksam geworden war Wilfried Langen, der mit seiner Frau Elisabeth ein Reihenhaus an der Altmühlstraße bewohnt, gegen 16 Uhr auf die Verunreinigung. Langen und seine Frau hatten mitbekommen, wie besagter Nachbar nach dem Waschen krebsrot angelaufen und mit einem Rettungswagen in ein Krankenhaus gebracht worden war. Daraufhin kontrollierte er mit seiner Frau das Trinkwasser in ihrem Haus: „Das Wasser fühlte sich total glitschig an, ähnlich wie Seife“, so Langen, der 42 Jahre in der Chemiebranche arbeitete. „Das Wasser war nicht bloß verunreinigt, das war eine Lauge.“

Auch Elisabeth Langen merkte, dass etwas nicht stimmte: „Das Geschirr in der Spülmaschine war nicht sauber. Das ist noch nie passiert.“ Dass sich eine unerwünschte Substanz im Trinkwasser befand, darauf deutete auch der pH-Test einer Anwohnerin hin, die von Beruf Apothekerin ist: Der pH-Wert der Wasserprobe lag bei 14. Der pH-Wert von sauberem Wasser liegt dagegen bei acht.

Laut Stadtbetriebs-Mitarbeiter Hönighausen kam es zu der Verunreinigung des Trinkwassers durch eine Verkettung unglücklicher Ereignisse. So seien zeitgleich zu der Störung in dem Wasserwerk, wodurch nach Auskunft von Hönighausen „der pH-Wert in die Höhe gegangen ist“, Spülarbeiten im Wassernetz in den Ortsteilen Hersel, Widdig und Uedorf unternommen worden. Beide Faktoren hätten dann dazu geführt, „dass sich exorbitant viele Stoffe in den Rohren gelöst haben“, sagte Hönighausen.

In dem Zusammenhang nannte er Eisenpartikel und eine Schleimschicht. Diese Stoffe seien anschließend in das Ortsnetz gelangt und hätten vermutlich die allergischen Reaktionen verursacht. Der Stadtbetrieb war nach Aussage von Wolfgang Hönighausen den ganzen Abend über damit beschäftigt gewesen, das Leitungsnetz zu spülen und Messungen durchzuführen, in der Hoffnung, dass die Bürger in kurzer Zeit wieder vom Trinkwasser Gebrauch machen konnten.

Dies sei gegen 20 Uhr der Fall gewesen. „Da war das Wasser wieder klar“, sagte Anwohner Wilfried Langen. Trotz aller Anstrengungen der Verantwortlichen ärgerte ihn jedoch, dass „der Informationsfluss der Behörden miserabel war“. Das kritisierte auch Nachbarin Doris Müsseler: „Die Uniformierten hätten bei jedem Hausbewohner klingeln müssen. Die Lautsprecherdurchsagen haben viele nicht mitbekommen.“ Stattdessen sei man auf bloße Mund-zu-Mund-Propaganda angewiesen gewesen. (Axel Vogel )