Kindergartenplätze fehlen

Die geplante Mertener Kita reicht nicht

Steht vor tiefgreifenden Veränderungen: Der Mertener Schulcampus mit Grundschule (im Vordergrund) und Sekundarschule.

Steht vor tiefgreifenden Veränderungen: Der Mertener Schulcampus mit Grundschule (im Vordergrund) und Sekundarschule.

Bornheim-Merten. Die fünfgruppige Kindertagesstätte im Mertener Neubaugebiet ist erst geplant, da sichtet die Stadt Bornheim bereits weitere geeignete Baugrundstücke. Denn sie weiß, dass die Nachfrage nach Betreuungsplätzen weiter steigt.

Wie soll sich Merten in den kommenden Jahren als Schul- und Kindergartenstandort entwickeln? Mit dieser Frage beschäftigt sich die Bornheimer Politik in dieser Woche noch einmal intensiv. Bevor an diesem Donnerstag der Rat abschließend die Weichen für die Zukunft von Sekundar- und Grundschule sowie für den Neubau einer Kita stellt, beriet der Jugendhilfe- und Stadtentwicklungsausschuss.

Schwerpunkt war das Thema Kinderbetreuung. Auf Antrag der SPD beschloss die Ausschussmehrheit, auch in Rösberg nach Flächen für einen möglichen Kindergarten Ausschau zu halten. Wie berichtet, hatten sich CDU, FDP, UWG/Forum mit der Unterstützung der Linken und der ABB im Schulausschuss für einen Neubau der Heinrich-Böll-Sekundarschule ausgesprochen, der – mit Raum für eine vierzügige Schule – im Gebiet des Bebauungsplans Me 18 entstehen soll.

Als Standort wurde ein Areal in der Nähe des Stadtbahn-Haltepunktes Merten empfohlen. Eine mögliche Erweiterung der Sekundarschule soll Option bleiben. Weiterhin soll die Martinus-Grundschule an ihrem jetzigen Standort auf drei Züge erweitert werden. Geprüft werden soll, ob das frei werdende Gebäude durch die Stadtverwaltung oder für Angebote der Jugend-, Familien- und Seniorenhilfe genutzt werden kann.

SPD: Auch Kita-Plätze in Rösberg schaffen

Auch wurde beschlossen, einen Kindergarten im Baugebiet Me 16 zu bauen. Zu diesem Punkt legten die Fraktionen im Jugendhilfeausschuss erneut ihre Positionen dar. Die SPD betonte, sie begrüße einen Kindergarten im Baugebiet Me 16. „Unser Anliegen ist jedoch weiterhin, ein Angebot an Kindergartenplätzen in Rösberg zu schaffen“, sagte Rainer Züge.

Daher wollte die SPD den bisher gefassten Beschluss um die Bedingung ergänzen, bei einem möglichen darüber hinausgehenden Bedarf an Kindergartenplätzen auch am Rösberger Kuckucksweg oder am ehemaligen Sportplatz den Bau einer Kita in Betracht zu ziehen. Der Antrag wurde mit einer Gegenstimme der Grünen und einer Enthaltung durch die UWG beschlossen.

In Bezug auf den Standort Rösberg erklärte Petra Heller (CDU), dass sich ihre Fraktion nicht grundsätzlich gegen eine Kita in Rösberg sperre. Die jetzt getroffene Entscheidung, einen Kindergarten im Baugebiet Me 16 zu errichten, sei unter wirtschaftlichen Gesichtspunkten getroffen worden. Über zusätzlichen Bedarf könne zu gegebener Zeit nachgedacht werden.

Neuer Kindergarten deckt Bedarf der Baugebiete nicht

Die Beigeordnete und Sozialdezernentin Alice von Bülow begrüßte den Antrag der SPD, bei weiterem Bedarf Flächen in Rösberg zu berücksichtigen: Die Stadt sichte ohnehin Grundstücke, die für die Errichtung von Kindertagesstätten geeignet wären. „Die Entwicklung der Baugebiete Me 16 und Me 18 ist infrastrukturell eine Riesenherausforderung“, sagte sie.

Von Bülow geht davon aus, dass ein fünfgruppige Kita den Bedarf beider Baugebiete nicht decken wird. Ebenso wie in Roisdorf wisse man jetzt schon, dass man „in Provisorien denken“ müsse. Derzeit werde die Bedarfsprognose überarbeitet. Im Oktober sollen die Ergebnisse vorliegen.

Markus Hochgartz (Grüne) stellte für seine Fraktion klar, dass sie den Standort Me 16 für den Neubau eines Kindergartens weiterhin nicht unterstützt; stattdessen solle die Kita im frei werdenden Schulgebäude untergebracht werden – das biete „pädagogische Chancen“, erläuterte Hochgartz.

Entsprechend habe sich auch der Leiter der Grundschule geäußert. Die enge Verquickung von Kita und Grundschule wäre ein zusätzliches Qualitätsmerkmal für die Kita-Landschaft in Bornheim. Petra Heller widersprach. Sie befürchte, andere Einrichtungen könnten sich benachteiligt fühlen.

Unter dem Motto „Zukunft Merten“ können an diesem Freitag, 13. Juli, ab 18 Uhr alle Interessierten mit Vertretern der Ratsfraktionen von CDU, UWG und FDP diskutieren. Der Informations- und Diskussionabend findet in der Aula der Heinrich-Böll-Sekundarschule, Beethovenstraße 57, statt.