Theater im Kloster

Die Betreiber müssen bis Ende Juni aus den Räumen ausziehen

Die Theatermacher Cécile Kott und Gerhard Fehn in ihrem Bornheimer Domizil.

BORNHEIM. Das Theater im Kloster in Bornheim steht auf der Kippe. Laut einer Mitteilung der Bornheimer SPD müssen die Betreiber die Räumlichkeiten im Kloster Maria Hilf an der Secundastraße Ende Juni räumen.

Hintergrund seien die Kosten. Die Partei sei bestürzt darüber, denn damit werde eine "allseits geschätzte Kultureinrichtung im Zentrum geschlossen", heißt es in der Mitteilung weiter. Betreiber Gerhard Fehn bestätigte auf Anfrage des General-Anzeigers, dass das Gebäude geräumt werden müsse. Zu den Gründen wollte er sich noch nicht äußern, da gestern Abend noch eine Vereinssitzung anstand. Guido Roggendorf, der Besitzer des Klosters, war für eine Stellungnahme nicht zu erreichen.

Der SPD-Fraktionsvorsitzende Wilfried Hanft bezeichnet die Entwicklung "als einen schweren Schlag für die Kulturszene in Bornheim, den es mit allen Kräften aufzufangen gilt". Ein gut etabliertes Stück Kultur, das mit seinem vielfältigen Angebot in kurzer Zeit auf breite Akzeptanz gestoßen sei, sei in Gefahr, so auch die SPD-Vorsitzende Ute Kleinekathöfer.

Deshalb haben die Sozialdemokraten einen Antrag für die kommende Ratssitzung am Donnerstag, 15. Mai, 18 Uhr im Ratssaal, eingebracht. Ihre Forderung: Bürgermeister Wolfgang Henseler soll beauftragt werden, den Betreibern Gerhard Fehn und Cécile Kott bei der Suche nach einer neuen Spielstätte jede mögliche Hilfe zu geben.

Zudem sollen in den Haushaltsplan 2015/2016 und in die mittelfristige Finanzplanung Mittel eingestellt werden, die eine auskömmliche Unterstützung für einen dauerhaften Bestand sichern. Das Theater leiste neben anderen Einrichtungen einen wertvollen Beitrag zum kulturellen Leben in Bornheim, so Hanft und Kleinekathöfer. "Wir wollen, dass das so bleibt." Dabei sollten alle mitwirken, die in Bornheim kommunalpolitische Verantwortung tragen würden.

Bereits bei den Haushaltsberatungen Ende des vergangenen Jahres hatten die Kommunalpolitiker darüber diskutiert, das Theater zu unterstützen. Schließlich sprachen sie sich für einen Mietkostenzuschuss von 2000 Euro aus. So viel stellt die Verwaltung auch den anderen Bornheimer Vereinen, zum Beispiel dem Kulturforum, zur Verfügung. Keine Mehrheit fanden die Vorschläge von SPD und FDP, dem Theater 25 Prozent der Mietkosten zu finanzieren oder 10.000 Euro jährlich zu geben. Das Theater im Kloster ist derzeit in seiner zweiten Spielzeit, 2012 hatten Fehn und Kott das Projekt gestartet.