Spargel-Saison im Vorgebirge

Der erste Spargel ist da

Claus Ritter mit einer Handvoll Spargel.

Claus Ritter mit einer Handvoll Spargel.

Bornheim. Die Ernte hat bei Claus Ritter aus Bornheim durch die milden Temperaturen eine Woche früher als üblich begonnen. Die größten Stangen kosten 12,80 Euro pro Kilo.

Was so ein paar Sonnentage doch ausmachen: Die Wärme treibt nicht nur die Menschen in die Natur, sondern auch die Spargelstangen aus der Erde. Am Wochenende haben Claus und Sabine Ritter mit der Ernte des Edelgemüses begonnen. Eine Woche früher als üblich, dank der milden Temperaturen. Bei den anderen Spargelbauern im Vorgebirge wie etwa bei Leonhard Palm in Uedorf ist das Gemüse noch nicht so weit. Palm wird Ende der Woche mit der Ernte beginnen.

Die Ritters haben auf zehn Feldern zwischen Bonn, Alfter, Bornheim, Wesseling und Uedorf auf insgesamt 25 Hektar Spargel angebaut. Am Wochenende war die Ausbeute für Ritter'sche Verhältnisse noch überschaubar. „Etwa zehn Zentner haben wir rausgeholt“, sagt Ritter.

Zurzeit beschäftigt er 140 Erntehelfer. 15 davon sind momentan mit Spargelstechen beschäftigt. Morgens um 7 Uhr beginnt die Arbeit. Noch drängen die Stangen nur vereinzelt ans Licht, das wird sich aber je nach Witterung in einigen Tagen oder Wochen ändern. In der Spitzenzeit, wenn in vier Wochen auch die Erdbeerernte beginnt, arbeiten auf Ritters Feldern etwa 700 Helfer. Die Vorarbeiter kommen überwiegend aus Polen, die anderen Kräfte vor allem aus Rumänien. Für sie hat er 300 Wohncontainer aufgestellt.

John Agapi muss auf dem Feld bei Urfeld vorsichtig zu Werke gehen, damit er die empfindlichen Stangen nicht beschädigt. Sie werden zunächst in Tragegestellen gesammelt und dann in Kisten gelegt. Alle zwei Stunden wird der frisch geerntete Spargel vom Feld zur Halle an der Brehmstraße gefahren.

„Die Ware kommt noch am Tag der Ernte in den Verkauf“

Dort werden die Stangen zunächst vorgewaschen und im Wasser gekühlt, danach maschinell sortiert, gewaschen und geschnitten. Die Maschine schafft sechs Zentner in der Stunde. „Die Ware kommt noch am Tag der Ernte in den Verkauf“, sagt Ritter. Zurzeit verlangt er für den Suppenspargel fünf Euro pro Kilogramm. Die größten Stangen kosten 12,80 Euro pro Kilo. Zur Hauptspargelzeit im Mai wird sich der Preis auf zehn bis elf Euro pro Kilogramm einpendeln.

„Geschmacklich sind die Unterschiede minimal“, meint Ritter. „Der Spargel schmeckt immer gut.“ Er genießt ihn fast jeden Tag und mag ihn in allen Variationen. Klassisch, mit Kartoffeln und Sauce hollandaise oder auch in mediterraner Art. Dazu brät er die geschälten rohen Stangen in der Pfanne mit Pinienkernen und Cocktailtomaten an. Auf dem Teller gibt er Gorgonzola-Käse über das noch warme Gemüse und rundet das Gericht mit Olivenöl und Balsamico-Essig ab.

Neben der aktuellen Ernte verfolgt das Ehepaar Ritter noch ein anderes Projekt, das den Betrieb in die Zukunft führen soll. Da die jetzige Halle im Feld an der Brehmstraße zu klein geworden ist, zieht das Unternehmen um. Und zwar auf die andere Seite der Bornheimer Umgehungsstraße am Uedorfer Weg.

Der jetzige Standort, der gepachtet ist, wird aufgegeben. Die Ritters haben das neun Hektar große Gelände des früheren Gartencenters Beckert erworben. Das Gartencenter ist seit Oktober 2016 geschlossen. Insgesamt haben die Ritters für den Kauf des Geländes, der Gebäude und Gewächshäuser plus anstehendem Umbau 2,5 Millionen Euro an Investitionskosten veranschlagt.

In den Gewächshäusern sollen Erdbeer- und Himbeerpflanzen gezogen werden. Die Himbeeren werden auch vor Ort geerntet und im Hofladen verkauft. Außerdem entsteht ein Restaurant mit 500 Plätzen, in dem die Dekoration aus alten Treckern und Landmaschinen bestehen soll. Auf der Speisekarte sollen sich Gerichte aus regionalen Produkten finden. Natürlich bilden Spargelgerichte den kulinarischen Schwerpunkt. Geplant ist auch eine Außenterrasse und ein Biergarten.

Weiter hat Ritter vor, seinen Kunden einen Gemüsegarten zum Selber-Ernten anzubieten. Am Ostersamstag 2018 soll das neue Ritter-Haus eröffnet werden.