Kommentar zu einem Bundesjugendparlament

Der erste Schritt

Machen ordentlich Werbung für ihr Projekt: Dominik Pinsdorf (links) und Eric Siegert haben sich vor dem ehemaligen Bundestag in Bonn aufgestellt.

Machen ordentlich Werbung für ihr Projekt: Dominik Pinsdorf (links) und Eric Siegert haben sich vor dem ehemaligen Bundestag in Bonn aufgestellt.

Bornheim/Bonn. Sie haben ein gemeinsames Ziel: Dominik Pinsdorf (25) aus Bornheim und der Bonner Eric Siegert (23) wollen junge Menschen für Politik begeistern und ihnen mit einem Bundesjugendparlament eine Stimme geben.

Jede Reise, so besagt ein bekanntes Sprichwort, beginnt mit dem ersten Schritt – ganz gleich, wie weit der Weg auch sein wird. Und der Weg hin zu einem Bundesjugendparlament dürfte ein sehr langer sein. Die Aufgabe, die sich Eric Siegert, Dominik Pinsdorf und ihre Mitstreiter gestellt haben, hat Mammutcharakter. Am Ende soll eine bundesweite Interessenvertretung für junge Menschen installiert werden.

Die jungen Engagierten stehen vor einem sprichwörtlichen Berg von Aufgaben und damit verbundenen Fragen. Neben der grundlegenden Überlegung, wie ein Bundesjugendparlament aussehen soll, müssen Finanzierung, Arbeitsweise, Legitimation, Delegiertenwahl, Themenfelder und vieles mehr erarbeitet werden. Bislang haben die Mitglieder des Vereins Bujupa eine Internetseite – und viel Enthusiasmus. Und das ist schon einiges. Im Gespräch mit Siegert und Pinsdorf wird klar, dass sie sich von ihrem Ziel, Jugendlichen auf Bundesebene eine Stimme zu geben, so schnell nicht abbringen lassen werden.

Die Idee dahinter ist wirklich gut und kann einen Beitrag gegen die allseits beklagte Politikverdrossenheit leisten . Und zwar dann, wenn junge Menschen, die Dinge, die sie anstoßen, auch umsetzen können. In ihren Gesprächen mit Politikern werben Pinsdorf, Siegert und Co. dafür, mit ihrem Anliegen ernst genommen zu werden. Nichts wäre schlimmer, wenn ein Bundesjugendparlament am Ende eine Alibiveranstaltung ohne Beschlusskraft wird, mit der sich Politiker lediglich schmücken. Soweit muss es aber nicht kommen. Dafür ist den jungen Engagierten die Sache wohl auch viel zu wichtig. Und wer weiß: Vielleicht ist in zehn Jahren das Bundesjugendparlament eine starke Stimme der jungen Generation im Land – und das könnte dann auf junge Menschen aus der Region zurückgehen.