Umweltschutz in Bornheim

Der Landschaft mehr Raum geben

Rund um den Brombeerweg in Roisdorf soll ein Naturschutzgebiet entstehen.

Rund um den Brombeerweg in Roisdorf soll ein Naturschutzgebiet entstehen.

Bornheim. Bornheimer Kommunalpolitiker sollen über die Erweiterung des Naturschutzgebietes „An der Roisdorfer Hufebahn“ um etwa 15 Hektar in Richtung Alfter beraten. Laut BUND sind der alte Obstbaumbestand sowie bedrohte Arten unbedingt schutzwürdig.

Nachdem die politische Debatte um die Genehmigung eines Reiterhofes am Roisdorfer Brombeerweg durch eine gerichtliche Entscheidung beigelegt ist, wird die Bornheimer Kommunalpolitik ihren Blick nun erneut auf das Gebiet zwischen Quarzsandgrube und Heimatblick richten.

Diesmal geht es um die Frage, ob der Bereich des 48 Hektar großen Naturschutzgebietes (NSG) „An der Roisdorfer Hufebahn“ um etwa 15 Hektar in Richtung Stadtgrenze zu Alfter erweitert werden soll, um den Schutz für Natur und Landschaft zu verbessern. Bisher ist der Bereich nach dem 1996 festgesetzten Landschaftsplan Nr. 2 als „Landschaftsschutzgebiet“ (LSG) ausgewiesen. Die sachlich-fachliche Bewertung der Änderungsabsicht erfolgt durch die Untere Landschaftsbehörde, die Entscheidung obliegt dem Kreistag.

Der Vorschlag zur Erweiterung des Naturschutzgebietes war im Zuge des Genehmigungsverfahrens für den Reiterhof aufgekommen, woraufhin die Kreisgruppe des Bundes für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) zusammen mit anderen Naturschutzverbänden eine Änderung des Schutzstatus im Landschaftsbeirat beantragt hat.

Wie aus der Sitzungsvorlage hervorgeht, hat der Rhein-Sieg-Kreis als Untere Landschaftsbehörde die Voraussetzungen daraufhin geprüft, den LSG-Status jedoch weiterhin als „angemessen und ausreichend“ eingeschätzt. Daher besteht aus Sicht der Verwaltung derzeit keine Veranlassung, eine von der Einschätzung abweichende Änderung des Landschaftsplans Bornheim beim Rhein-Sieg-Kreis zu beantragen.

So ist nun also die Bornheimer Politik am Zug: In der Sitzung des Umweltausschusses am Dienstag stellte der Sprecher der BUND-Kreisgruppe, Achim Baumgartner, das Konzept der Erweiterung und dessen Begründung vor. Michael Pacyna, Vorsitzender des Landschafts-Schutzvereins Vorgebirge (LSV), unterstützte ihn dabei.

Entscheidung noch in diesem Jahr

Die Mitglieder des Umweltausschusses nahmen die Ausführungen zur Kenntnis und beschlossen auf Vorschlag des Vorsitzenden Arnd Kuhn, die Frage in den Fraktionen zu erörtern. Noch in diesem Jahr soll entschieden werden, ob die Verwaltung mit der Beantragung der Erweiterung des NSG beauftragt wird. Argumente für die Erweiterung lieferte BUND-Kreisgruppensprecher Baumgartner zuhauf.

Der alte Obstbaumbestand sowie bedrohte Arten seien unbedingt schutzwürdig. Zudem gebe es geologisch einzigartige, trockene Böden mit hohem ökologischen Entwicklungspotenzial sowie das Projekt der Obstblütenlandschaft. Eine Schutzwürdigkeit ergebe sich durch zunehmende Fehlnutzungen wie beispielsweise Weihnachtsbaum-Schonungen oder Kleingärten.

In eigentümerrelevanten Fragen unterscheide sich der Verbotskatalog von LSG und NSG kaum, argumentierte Baumgartner. Zusätzliche Verbote im NSG betreffen unter anderem das Freilaufen von Hunden oder das Zelten und Feuermachen. Bezüglich der bestehenden landwirtschaftlichen Grünlandnutzung ergäben sich keine nennenswerten Nachteile. Die bei Inkrafttreten der Änderung rechtmäßig ausgeübten Nutzungen könnten in Art und Umfang weitergeführt werden. Darüber hinaus würden sich mit der NSG-Ausweisung erhebliche zusätzliche Fördergeldertöpfe der EU-Agrarförderung erschließen.

Für den Heimatblick, der nicht innerhalb der geplanten Erweiterungsfläche liegt, sowie für den Reiterhof, der Rechtsschutz genießt, habe die Erweiterung des NSG keine Konsequenzen. Dennoch sprachen sich der Leiter des Umwelt- und Grünflächenamtes, Wolfgang Paulus, und der LSV-Vorsitzende Pacyna dafür aus, den Bereich des Reiterhofes aus den Erweiterungsplänen für das NSG herauszunehmen. Es gehe vor allem aber darum, weitere Bauvorhaben in diesem Gebiet auszuschließen, betonte Pacyna. Für Baumgartner wäre die Erweiterung des NSG auch ein „Statement der Stadt“ hinsichtlich der Wertschätzung der Landschaft.