Nahverkehr-Ausbau

Der "Bornheimer Berghüpfer" kommt erst 2019

Der Swisttaler Landhüpfer dient als Vorbild für den kommenden Bornheimer Berghüpfer.

Der Swisttaler Landhüpfer dient als Vorbild für den kommenden Bornheimer Berghüpfer.

Bornheim. Die Linie 745 soll künftig Waldorf, Kardorf, Merten und Walberberg miteinander ver- und an die bisher vorhandenen Nahverkehrslinien anbinden. Darüber hinaus fordert die Politik in Bornheim auch ein Busangebot für die Rheinorte.

Der "Bornheimer Berghüpfer" wird erst ab Sommer 2019 durch Bornheim rollen. Das geht aus den Unterlagen der Stadt Bornheim zu den Sitzungen des Ausschusses für Stadtentwicklung und des Stadtrats hervor.

In beiden Gremien hatten sich die Kommunalpolitiker am Mittwoch- beziehungsweise Donnerstagabend mit den geplanten Änderungen im Bornheimer Nahverkehrsangebot beschäftigt und diese letztlich jeweils einstimmig beschlossen.

Bei dem besagten Berghüpfer handelt es sich um eine Kleinbuslinie, die – analog zum Swisttaler Landhüpfer und dem Rheinbacher Stadthüpfer – unter der Liniennummer 745 Waldorf, Kardorf, Merten und Walberberg miteinander ver- sowie an die bisher vorhandenen Nahverkehrslinien anbinden soll. Eigentlich war geplant, dass die Buslinie zum Fahrplanwechsel im Dezember 2018 ihren Betrieb aufnimmt.

Betreiber RVK muss zunächst ein Fahrzeug beschaffen

Nach Angaben der Stadt ist dieser Termin nicht zu halten. Die Gesellschaft Regionalverkehr Köln (RVK), die die Linie betreiben wird, könne erst nach einer Beschlussfassung – die eben jetzt erfolgte – die Beschaffung des Fahrzeugs organisieren. Und das dauert offenbar. „Das zu beschaffende Fahrzeug wird demnach nicht zum Fahrplanwechsel [...] zur Verfügung stehen“, teilt die Stadt mit. Und weiter: „Der Starttermin der Kleinbuslinie wird sich nach aktuellem Sachstand erst ab Juni 2019 realisieren lassen.“

Andere Änderungen werden indes im Dezember umgesetzt. So erhält die Linie 817 (Rheinbach-Hersel) eine neue Haltestelle in der Straße Hohlenberg in Brenig. Eine zunächst angedachte Veränderung des Linienwegs zwischen Brenig und Bornheim-Ort wurde mittlerweile verworfen. Laut Stadtverwaltung hatten Probefahrten ergeben, dass die angedachte Strecke durch Brenig und Botzdorf nicht funktioniert.

Die Linie 818 (Sechtem-Hersel) erhält in Merten, Hemmerich und Waldorf neue Haltestellen. Zudem soll sie besser an die Stadtbahnhaltestelle in Waldorf angebunden werden. Alles in allem muss die Stadt Bornheim dafür rund 52 500 Euro mehr im Jahr an den Rhein-Sieg-Kreis zahlen. Der Kreis ist als Aufgabenträger für Planung und Ausgestaltung des Nahverkehrs zuständig. Die sogenannte ÖPNV-Umlage der Stadt an den Kreis liegt aktuell bei rund 1,8 Millionen Euro pro Jahr.

In der Sitzung des Ausschusses für Stadtentwicklung war erneut Marcus Schaefer von der Kreisverwaltung zu Gast, um Fragen der Politiker in Sachen Buskonzept zu beantworten. Diese hatten jedoch weniger Fragen, sondern mehr Forderungen. So dringen die CDU und UWG in einem Ergänzungsantrag zum Buskonzept darauf, dass geprüft werden möge, wie die Ortsteile Üllekoven (Waldorf) und Bisdorf (Brenig) angebunden werden können – ebenso wie die Bereiche Holzweg und Höhenweg in Merten.

Hans Gerd Feldenkirchen (UWG) erweiterte letztere Forderung in der Ausschusssitzung um die Mertener Vinzenzstraße, sein Fraktionskollege Stefan Montenarh wollte eine Anbindung des Walberberger Nordens geprüft wissen. Ute Kleinekathöfer (SPD) betonte, dass es zu allen Prüfaufträgen auch Kostennennungen geben müsse.

Senioren ist der Weg zur Stadtbahn 16 zu weit

Rüdiger Prinz, CDU-Ratsherr aus Hersel, unterstrich wiederum seine Forderung nach einem Busangebot für die Rheinorte. In einem Bürgergespräch hätten Senioren mehrfach den Wunsch danach geäußert. Die Stadtbahnhaltestellen der Linie 16 seien für viele ältere Menschen nicht mehr erreichbar, so Prinz. „Ich möchte mit Nachdruck darauf hinweisen, dass die Rheinorte Erschließungsdefizite haben“, sagte er.

Bei Schaefer stießen die Forderungen allesamt auf wenig positive Resonanz. Mit Blick auf die Erweiterung der 745 auf Üllekoven und Bisdorf erläuterte er, dass das Leistungsangebot für ein Fahrzeug ausgereizt sei. „Für einen größeren Bereich braucht man ein zweites Fahrzeug.“ Sprich: Das wird teurer. Weiter sehe der Kreis keine Notwendigkeit für eine Kleinbuslinie in den Rheinorten als Zubringer zur Stadtbahn. „Bei Stadtbahnen gelten größere Einzugsbereiche“, so Schaefer.

Eine Absage erteilte er ebenso dem Vorschlag von Prinz, die Linie 817 nicht an der Herseler Stadtbahnhaltestelle enden zu lassen, sondern sie durch Hersel und Uedorf bis Widdig zu verlängern. Da die Linie 817 aus Rheinbach komme, sei sie schon sehr ausgereizt, meinte Schaefer: „Eine weitere Verlängerung ist nicht zielführend.“

Bornheims Erster Beigeordneter Manfred Schier regte im Verlauf der Diskussion im Ausschuss an, die Politik möge doch beschließen, dass die Stadt mit dem Kreis über die Einführung eines Rheinhüpfers sprechen soll. Dafür dürfte durch den angenommenen Ergänzungsantrag gesorgt worden sein.