Gleichstellungsplan

Der Beruf des Erziehers soll in Bornheim beliebter werden

In den Kitas im Vorgebirge sind Erzieher nach wie vor unterrepräsentiert.

In den Kitas im Vorgebirge sind Erzieher nach wie vor unterrepräsentiert.

Bornheim. Mit einer Imagekampagne will die Stadt Bornheim für den Beruf des Erziehers werben. Umgekehrt wollen nur wenige Frauen Hausmeisterinnen werden. Über den Gleichstellungsplan diskutiert der Haupt- und Finanzausschuss am 17. Mai.

Mit einem Bündel an Maßnahmen will die Stadt Bornheim Frauen in den Bereichen der Stadtverwaltung fördern, in denen sie bislang unterrepräsentiert sind. Diese Maßnahmen finden sich im Gleichstellungsplan der Verwaltung, der der Politik am Donnerstag, 17. Mai, im Haupt- und Finanzausschuss zur Beschlussfassung vorgelegt wird.

Der Gleichstellungsplan ist die gendergerechte Fortsetzung des bisherigen Frauenförderplans der Stadt. Die Umbenennung folgt einer gesetzlichen Regelung. Der Gleichstellungsplan gilt – nach einer Beschlussfassung durch die Politik – bis Ende Juni 2022. Nach spätestens zwei Jahren soll ein Zwischenstand der Umsetzung gegeben werden.

„Wir sind schon gut aufgestellt“, meint Bornheims Bürgermeister Wolfgang Henseler auf Anfrage des General-Anzeigers zur Gleichstellung in Bornheim. In der Tat ist die Stadtverwaltung ziemlich weiblich. Das geht aus den Zahlen des Gleichstellungsplans hervor. Diesen hatte die Gleichstellungsbeauftragte der Stadt, Heike Blank, im September des vergangenen Jahres erstmals der Politik und der Öffentlichkeit vorgestellt. Zum Stichtag der Erhebung, der 31. Dezember 2016, waren bei der Stadt 427 tariflich Beschäftigte angestellt, davon 336 Frauen und 91 Männer. Bei den Beamten waren es 44 Frauen und 16 Männer.

Blickt man auf die Führungspositionen – von Bürgermeister und Beigeordneten abgesehen – waren zum Stichtag jeweils sechs Amtsleitungen männlich beziehungsweise weiblich besetzt. Die darunter liegenden Abteilungen der Verwaltung wurden von sieben Frauen und zwölf Männern geleitet.

In den städtischen Kitas arbeiten 182 Frauen,aber nur sieben Männer

Trotz des hohen Frauenanteils gibt es Bereiche in der Stadtverwaltung, in denen Frauen unterrepräsentiert sind – eben bei den Abteilungsleitungen und beispielsweise in der Entgeltgruppe 3. In dieser sind dem Plan zufolge die städtischen Hausmeister eingruppiert. „Von Frauen wird diese Beschäftigung selten nachgefragt“, heißt es dazu in den Ausführungen. Um Frauen in diesem und anderen Bereichen der Verwaltung zu fördern, solle bei der Vergabe von Ausbildungsplätzen, bei Stellenausschreibungen, Beförderungen sowie durch Fort- und Weiterbildungen entsprechend reagiert werden.

Nach Angaben von Henseler gab es nach der Präsentation des Gleichstellungsplans mit dem Maßnahmenkatalog im September 2017 keine Änderungswünsche aus den Reihen der Ratsfraktionen. „Auch der Personalrat hat zugestimmt“, so Henseler weiter. Damit sollte einem positiven Beschluss im Haupt- und Finanzausschuss sowie abschließend im Stadtrat am Donnerstag, 7. Juni, nichts im Wege stehen.

Ebenso sollen bei der Stadt die Vereinbarkeit von Familie und Beruf für Frauen und Männer weiter verbessert werden – was sowohl Teilzeitregelungen betrifft als auch die Möglichkeit der sogenannten Telearbeit, also die Arbeit außerhalb des eigentlichen Arbeitsplatzes, etwa zu Hause. In dieser Hinsicht fällt auf, dass bei der Stadtverwaltung (Stichtag 31. Dezember 2016) 200 Frauen in Teilzeit arbeiteten, aber nur elf Männer.

Eine Förderung männlicher Arbeitskräfte ist in Bornheim – wie in vielen anderen Städten und Gemeinden – in Kindertagesstätten notwendig. Dort sind Männer deutlich unterrepräsentiert. Nach Angaben der Stadt arbeiten in den städtischen Kitas 182 Frauen und nur sieben Männer. Das entspricht einer Quote von 3,7 Prozent. Damit liegt die Stadt Bornheim nach eigenen Angaben unter dem Bundesdurchschnitt von 4,7 Prozent.

„Es geht hier um Öffentlichkeitsarbeit“, sagt Henseler – sowohl interkommunal als auch in Bornheim direkt. Mit einer Imagekampagne für das Berufsbild könnte man um „selbstbewusste junge Männer“ werben, die sich im erzieherischen und pädagogischen Bereich einbrächten, so der Bürgermeister. Bei der Stadt wolle man sich nun überlegen, was man in dieser Hinsicht tun könne, fügt er hinzu.

Der Haupt- und Finanzausschuss tagt am Donnerstag, 17. Mai, ab 18 Uhr, im Bornheimer Ratssaal. Der Tagesordnungspunkt zum Gleichstellungsplan ist öffentlich.