Kleinbus für Bornheim

CDU Bornheim will Busanbindung für Bisdorf und Üllekoven

Start- und Endpunkt des geplanten „Berghüpfers“ soll die Nikolaus-Schule in Waldorf sein.

Start- und Endpunkt des geplanten „Berghüpfers“ soll die Nikolaus-Schule in Waldorf sein.

Bornheim. Es gibt Kritik am geplanten Kleinbus 745, besser bekannt als „Berghüpfer“, weil er Höhenortsteile wie Bisdorf und Üllekoven bisher nicht ansteuert.

Über ein künftig verbessertes Angebot im Öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) in Bornheim freut sich die CDU-Fraktion. Allerdings monieren die Lokalpolitiker in einer schriftlichen Mitteilung, die der Redaktion vorliegt, dass der geplante Kleinbus mit der Liniennummer 745, besser bekannt unter dem Namen „Berghüpfer“, Höhenortsteile wie Bisdorf und Üllekoven bisher nicht bei seiner Tour ansteuert. Die Fahrten sollen an der Nikolaus-Schule in Waldorf beginnen und dort auch enden.

Eine Ausweitung der Linie ist nicht möglich

Laut Rhein-Sieg-Kreis wurde in der Vergangenheit geprüft, ob Ortsteile wie Bisdorf, Üllekoven und oberer Straufsberg in die Streckenplanung mit aufgenommen werden. Dabei wurde sowohl eine Wegänderung der Linie 818 untersucht als auch eine Verlängerung des „Berghüpfers“ über die Grundschule Waldorf hinaus. Das Ergebnis: Mit einem großen Bus des Regionalverkehrs Köln (RVK) ist eine Wegänderung der Linie 818 in den genannten Bereichen nicht möglich. Schriftlich ist von einer „Nichtbefahrbarkeit“ die Rede. Heißt: Der Bus kommt nicht um die Straßenecken, die Straßen sind zu schmal und der Gegenverkehr wird gefährdet.

Auch eine Ausweitung des „Berghüpfers“ ist nicht möglich, weil der Kleinbus dann nicht rechtzeitig an seinem Start- beziehungsweise Endhaltepunkt ankommen würde. „Deshalb muss die Anbindung der Waldorfer Höhenlage auf direktem Weg zwischen den Haltestellen Waldorf Stadtbahn und Waldorf Nikolaus-Grundschule erfolgen“, heißt er in der Erklärung des Kreises.

Die Rheinorte seien komplett ausgeblendet worden

Bei einer Ausweitung des Linienwegs würde der Einsatz eines weiteren „Berghüpfers“ notwendig, was wiederum höhere Kosten verursachen würde. „In einer ersten Ausbaustufe eines Kleinbus-Angebots erscheint daher zunächst die Konzentration auf die dichter besiedelten Bereiche mit einem höheren Fahrgastpotenzial zielführend“, erklärt die Behörde.

Ein weiter Kritikpunkt kommt von CDU-Fraktionsmitglied Rüdiger Prinz: „Die Rheinorte sind komplett ausgeblendet worden. Dabei ist der Bedarf dort genauso vorhanden wie bei den Hanglagen-orten, und die wurden in den Fokus gesetzt.“ Er ist dafür, auch für die Rheinorte Angebote zu schaffen, „die die Wege gerade für ältere Bürger zu den Haltepunkte der Linie 16 vereinfachen“. Für den Kreis sind die Rheinorte wegen der Stadtbahnlinie 16 indes gut erschlossen. Zudem es dort keine Steigungen wie in Walberberg gibt. Solche Orte werden aufgrund einer gewissen Anstrengung anders bemessen.

Als Faustformel gilt, dass eine Bushaltestelle zu Fuß nicht mehr als 300 Meter vom Einzugsbereich entfernt liegen darf und eine Schienenhaltestelle nicht mehr als einen Kilometer.

Busnetz soll Ende des Jahres erweitert werden

Der Haltepunkt Widdig ist aus dem nördlichen Ortsbereich in maximal 15 Minuten zu Fuß zu erreichen, aus dem südlichen Bereich in maximal zehn Minuten, der Haltepunkt Uedorf aus dem nördlichem Bereich in maximal acht Minuten und aus dem südlichen Bereich in maximal zehn Minuten. Daher „wäre die Einführung eines zusätzlichen Kleinbus-Angebots als Zu- und Abbringer der Stadtbahnlinie 16 für die insgesamt etwa 2800 Einwohner dieser beiden Rheinorte nicht zielführend“, lautet die Begründung des Rhein-Sieg-Kreises.

Wie berichtet, soll ab 9. Dezember das Busnetz in der Stadt Bornheim erweitert werden. Bis es soweit ist, müssen sich Bornheimer Rat und Stadtentwicklungsausschuss sowie die Gremien des Rhein-Sieg-Kreises dafür aussprechen.