"Afrika ist Zukunft"

Bornheimer setzt sich für Hilfsprojekte in Afrika ein

Nutzt gute Beziehungen, um den Menschen zu helfen: Peter Mäsgen (r.) besucht General Kahinda Otafiire in dessen Haus in Uganda.

Nutzt gute Beziehungen, um den Menschen zu helfen: Peter Mäsgen (r.) besucht General Kahinda Otafiire in dessen Haus in Uganda.

BORNHEIM/UGANDA. "Afrika ist Zukunft", sagt Peter Mäsgen. Der Mann aus Bornheim, der mit einer Afrikanerin verheiratet ist, schafft in Kooperation mit Firmen und Organisationen Arbeitsplätze und bessere Lebensumstände.

„Ich tanze auf mehreren Hochzeiten“, erzählt Projektmanager Peter Mäsgen. Der 66-jährige Bornheimer setzt sich für Hilfsprojekte in Afrika ein, unter anderem für den Bau von Krankenhäusern, die allgemeine Wasserversorgung und die Ansiedlung von Unternehmen auf den Kontinent.

Bei seinem letzten Besuch, den er im März antrat, stellte er wiederholt die katastrophalen Bedingungen fest, unter anderem in Uganda. Mit Hilfe der MMM Münchener Medizin Mechanik Gesellschaft und König Céphas Bansah von Ghana engagiert sich der Afrikaexperte zurzeit für ein medizinisches Fachzentrum, da es „einen großen Mangel an Fachspezialisten und optimaler medizinischer Versorgung gibt. Die Menschen haben keine Möglichkeit, Fachärzte aufzusuchen. Selbst die grundlegende medizinische Versorgung ist katastrophal“, betont er.

Krankenhaus in Nigeria gebaut

Dank guter Beziehungen zu Primeminister of the Kingdom of Buganda, Charles Peter Mayiga, konnte der Bornheimer die MMM in Afrika etablieren. Ziel sei es außerdem, medizinisches Fachpersonal vor Ort auszubilden – so schaffe man auch Arbeitsplätze. Der Krankenhausbau in Yola im Bundesstaat Adamawa im Norden Nigerias ist mittlerweile abgeschlossen. Die Klinik hat 100 Betten, pro Bett entstehen laut Mäsgen fünf Arbeitsplätze.

Er ist sicher: „Auch die Asylanträge in Europa können so reduziert werden, denn die Menschen können sich in ihrer Heimat behandeln lassen und Arbeit finden. Keiner möchte seine Heimat freiwillig aufgeben. Die Menschen haben keine andere Wahl als auszuwandern, denn hier geht es um das Überleben.“ Der Terrorismus in diesem Gebiet verhindert zurzeit, dass Peter Mäsgen sein Projekt besucht.

In Sachen Landwirtschaft und Lebensmittelversorgung arbeitet Mäsgen mit der Getreide- und Mischfuttertechnikfirma Riela in Riesenbeck und deren Geschäftsführer Karl Heinz Knoop zusammen. „Wir wollen die Lebensmittelverwendung in Afrika verbessern. Es gibt viel fruchtbares Land. Doch die geernteten Lebensmittel können nicht richtig gelagert werden, wodurch mehr als 80 Prozent des Ertrages schon bei der Beförderung zu den Hunderte Kilometer entfernten Märkten unbrauchbar wird. Die große Hitze sorgt zudem für einen schnellen Fäulnisprozess.“

Waisenkinder bitten um Lebensmittel

Auch seine Frau Habiba erzählt von der mangelnden medizinischen Versorgung und dem knappen Vorrat an Lebensmitteln. „Bei unserem letzen Besuch bin ich in ein kleines Dorf gefahren. Dort traf ich auf eine Gruppe von etwa 15 Kindern im Alter zwischen fünf und acht Jahren. Ich unterhielt mich mit ihnen. Viele der Kinder verloren bereits in jungen Jahren ihre Eltern, durch Krankheiten wie Aids oder Unterernährung. Die Verwandten können sich ebenfalls nicht um die Kleinen kümmern und setzten sie auf die Straße. Ich wollte ihnen Geld geben, um Lebensmittel zu kaufen. Die Kinder baten mich jedoch, ihnen direkt Essen zu besorgen. Zu groß war die Angst, von Erwachsenen ausgeraubt zu werden oder aus Not das Geld für Drogen auszugeben.“

Dass Habiba ein großes Herz für Kinder hat, merkte man auch an ihrem Geburtstag. Statt mit Familie und Freunden zu feiern, beschloss sie, in ein Kinderheim zu gehen und mit ihnen den Tag zu verbringen. Das Geld für eine Feier nutzte sie lieber, um den Kindern Lebensmittel und andere Verbrauchsgüter zu schenken.

Peter Mäsgen, der sich selbst nur als Vermittler zwischen Afrika und Deutschland sieht, betont, wie wichtig es sei, Kontakte in Afrika zu haben. Durch seine vielen Freundschaften auf dem Kontinent könne er sehr viel leichter Unternehmen dabei unterstützen, den Ländern zu helfen. Der Kapitalismus aus Europa, Asien und den USA erschüttere ihn. Dabei sei Afrika ein „reicher Kontinent.“

Gegen die Ausbeutung des Kontinents

„Die offenherzigen Menschen lieben deutsche Produkte und könnten sich diese generell auch leisten. Doch dafür lassen sich die Deutschen auf dem Kontinent zu selten blicken. Sie haben Angst, in Afrika zu investieren. Doch Afrika besteht nicht nur aus den unsicheren Gebieten, von denen die Medien ausschließlich berichten. Wenn wir unsere Angst überwinden und mehr mit Afrika kooperieren, anstatt es auszurauben, könnte ein zukunftssicheres Bündnis entstehen. Auch viele Probleme des Kontinents würden so auf lange Sicht gelöst werden. Denn Afrika ist Zukunft, wenn wir Unterstützung anbieten und helfen wollen“, ist der Bornheimer überzeugt.

Deshalb bittet der Projektmanager auch, sich an ihn zu wenden, um sich dem „Kampf gegen Afrikas Not“ anzuschließen. „Jede noch so kleine Unterstützung und Spende ist eine große Hilfe!“