Asylsuchende im Vorgebirge

Bornheimer engagiert sich für Flüchtlinge im Mittelmeer

Kurt Schiwy (links) und Christian Leye tauschen sich in Roisdorf über die brisante Situation Asylsuchender aus.

Kurt Schiwy (links) und Christian Leye tauschen sich in Roisdorf über die brisante Situation Asylsuchender aus.

Bornheim-Roisdorf. Kurt Schiwy, der von Malta aus ehrenamtlich mit dem Schiff „Sea-Watch 3“ unterwegs war, und NRW-Linken-Sprecher Christian Leye werben für einen Antrag, der die Aufnahme von in Not Geratenen vorsieht.

Ein Zeichen setzen. Eines gegen das Sterben und Ertrinken von geflüchteten Menschen aus Krisenländern auf dem Mittelmeer. Dafür trafen sich am Donnerstag Kurt Schiwy aus Bornheim, der im vergangenen November für drei Wochen ehrenamtlich auf dem Schiff „Sea-Watch 3“ auf dem Mittelmeer unterwegs war, um Flüchtlinge zu retten, und Christian Leye, Landessprecher der Linken NRW, am Roisdorfer Bahnhof. Eingeladen hatten dazu die Bornheimer Ratsmitglieder Heinz-Peter Schulz und Michael Lehmann (beide Linke).

Während Schiwy Leye von seinen Erfahrungen auf dem Schiff, das in Malta gestartet war, berichtete, warben sie gleichzeitig für einen Antrag für die Aufnahme von in Not geratenen Flüchtlingen, den jeder Bürger ab dem 4. August online ausdrucken und bei seinem jeweiligen Stadt- oder Gemeinderat einreichen kann.

Gleichgültigkeit des Sterbens durchbrechen

Hintergrund ist der offene Brief vom 26. Juli dieses Jahres der Rheinstädte Bonn, Köln und Düsseldorf an Bundeskanzlerin Angela Merkel. „Wir wollen die Gleichgültigkeit des Sterbens dieser Menschen durchbrechen und ein Zeichen gegen ein Sterben im Mittelmeer setzen“, betonte Leye. Und Schiwy ergänzte: „Es geht darum, deutlich zu machen, dass dieses Sterben vor unserer Haustür passiert und es der Europäischen Gemeinschaft scheinbar egal ist, was auf dem Mittelmeer geschieht.“

Des Weiteren kritisierte Schiwy, der als IT-Fachmann arbeitet, dass die Europäische Gemeinschaft die libysche Küstenwache finanziell unterstütze, damit Flüchtlinge von ihr zurück in die Krisenländer geschickt werden. „Es kann nicht sein, dass der Westen wegen des Handels und der Politik das unterstützt“, betonte Leye.

Die Ratsvertreter Schulz und Lehmann werden nach der Sommerpause im Namen der Linken-Fraktion auch einen entsprechenden Antrag in den Bornheimer Rat einbringen. Sie hoffen darauf, dass die übrigen Fraktionen mitziehen werden. „Alles andere wäre enttäuschend“, sagte Lehmann.

Der Antrag kann über die Internetseite der Linken NRW unter www.dielinke-nrw.de/start/aktuell, des Kreisverbandes Rhein-Sieg unter www.dielinke-rhein-sieg.de/nc/11758/aktuell sowie auch unter www.ratsblatt.de abgerufen und heruntergeladen werden.