Naturwissenschaften

Bornheimer Gymnasiasten unterrichten Grundschüler

In einer Art Windkanal standen Noah die Haare zu Berge.

In einer Art Windkanal standen Noah die Haare zu Berge.

Bornheim. Bornheimer Gymnasiasten unterrichten Grundschüler in naturwissenschaftlichen Fächern.Unter anderem gab es eine Spurensuche.

„Wer hat das Geld aus dem Schulkiosk gestohlen?“ Diese Frage lösten zehnjährige Schüler bei ihrer Spurensuche im Biologieraum des Alexander-von-Humboldt-Gymnasiums mit Bravour. Mit Hilfe von Binokular, Fingerabdrücken, Haar- und Erdproben konnten sie den fiktiven Einbrecher überführen. Zu den jungen Spürnasen gehörte auch Lora, Schülerin der Martinus-Grundschule Merten, die akribisch die am Ort des Verbrechens gefundenen Haare und Fasern der erfundenen Kriminalgeschichte untersuchte, um sie einem der Verdächtigen – Schülersprecherin, Schulleiterin und zwei Schüler – zuordnen zu können.

Die Mertener Schule ist eine der 26 Grundschulen aus Bornheim, Oedekoven und Heimerzheim, die mit ihren vierten Klassen noch bis Freitag an verschiedenen Workshops in Biologie, Chemie, Physik, Informatik und Mathematik – alles Fächer des sogenannten Mint-Bereichs (Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften, Technik) sowie – erstmals dabei – an Astronomie und Ernährungslehre teilnehmen. Schüler des Gymnasiums erklären ihren jungen Gästen die wissenschaftlichen Zusammenhänge. Unter dem Motto „Wir forschen gemeinsam“ lädt das Bornheimer Gymnasium seit Jahren die umliegenden Grundschulen zu regelmäßigen Workshops ein. Das Projekt startete 2008 mit wenigen Klassen, in diesem Jahr sind es über 500 Schüler, die das Angebot angenommen haben.

„Die Begeisterung bei unseren Schülern wie bei den Gästen ist sehr groß. Unseren Schülern gefällt die Rolle als Lehrer. Zugleich fördern sie den Entdeckergeist junger Kinder in einem Maße, wie es der Fachunterricht alleine nicht leisten kann“, freute sich Projekt-Mitorganisatorin Silke Hagemann, Lehrerin für Mathematik und Physik.

Experimente in der Elektrizitätslehrer, Akustik oder Mechanik, der Kriminalfall in Biologie, Experimente um die Luft (Chemie), das Knacken geheimer Codes (Mathematik), das Anwenden von Algorithmen in einer Spiel-Welt am Computer oder die Schwerelosigkeit in der Astronomie – auf lockere Weise wurden wissenschaftliche Erkenntnisse den jungen Gästen vermittelt. So staunten die Kinder des Astronomie-Kurses, als ein Klassenkamerad auf einer Waage stehend mit dem Aufzug in die untere Etage fuhr. „Denn dabei verlor das Kind zehn Prozent an Gewicht“, schmunzelte Lehrer Carsten Seeger (Erdkunde, Chemie, Physik).

Die Lernmaterialien des Workshops, die Schüler des AvH-Bine-Kurses („Bildung nach Neigung“) „Alex forscht“ von ihrem Besuch der Alex-Gerst-Raumfahrtshow an der Kölner Universität mitgebracht hatten, stammten von der Deutschen Luft- und Raumfahrt.

Jonathan, Jered und Lennox (alle neun Jahre alt) fanden das Thema Schwerelosigkeit mehr als interessant. „Ich möchte zum AvH wechseln. Das Projekt und die Räumlichkeiten finde ich toll“, sagte Jered. Anjelina (10) und Diana (9) – beide von der Heimerzheimer Swistbach-Schule – vermischten begeistert Speisestärke und Wasser miteinander.

„Das ergibt ein Netz von Molekülen. Wenn man darauf schlägt, ist die Masse hart. Sonst bleibt sie weich und man kann sie kneten“, erklärten die Achtklässlerinnen Caroline und Annika.

Für ihre Teilnahme erhielten die AvH-Gäste als Geschenk das gerade herausgegebene Mint-Maus-Erlebnisbuch. „Damit wollen wir Kindergarten- und Grundschulkindern ermöglichen, ihre Mint-Aktivitäten gebündelt zu dokumentieren“, so Bettina Kock, die sich in einem Mint-EC-Arbeitskreis engagiert.