Drei Jahre Haft

Bornheimer Ex-Polizist betrieb Cannabisplantage

Eine Cannabis-Pflanze. (Symbolbild)

Eine Cannabis-Pflanze. (Symbolbild)

Bonn/Bornheim. Wegen Handels mit Marihuana im Wert von 40.000 Euro ist ein 67-jähriger Bornheimer vor dem Landgericht in Bonn zu einer Haftstrafe von drei Jahren verurteilt worden. Ein kleines Loch im Dachboden wurde ihm zum Verhängnis.

Auf Dachböden wird gerne alter Plunder, Weihnachtsschmuck oder Omas Kommode verwahrt. Dagegen wurde ein staubiger Speicher in einem Mehrfamilienhaus in Bornheim fleißig von einem  ehemaligen Polizeibeamten bewirtschaftet.

Der 67-Jährige, der in Geldnot geraten war, hatte auf dem Dachboden seiner Mietwohnung im Sommer 2015 erfolgreich eine Cannabis-Plantage mit 400 Stecklingen aufgezogen – bis es nach anderthalb Jahren im November 2016 zu einer Hausdurchsuchung kam.

Verraten hatte den Ex-Polizisten auf Abwegen ein kleines Loch im Dachboden. Durch den Sehschlitz war dem Vermieter aufgefallen, dass nebenan Tag und Nacht starkes Licht brannte. Auch sah er bei einem neugierigen Blick durch die Öffnung das flächendeckende Grün. Die Fahnder beschlagnahmten damals 2,5 Kilo konsumfähiges Marihuana im Wert von 7000 Euro und brachten den Mann auf die Anklagebank. Drei Jahre Haft, so das Urteil des Bonner Amtsgerichtes. Im Berufungsverfahren hat der einstige Staatsdiener jetzt vergeblich um eine Bewährung gekämpft.

Er hatte auf Nachsicht gehofft, weil er seinen kriminellen Ausflug in den Drogenhandel doch sofort gestanden habe. Tatsächlich hatte er sogar – was ihm kein Gericht hätte nachweisen können – eingeräumt, dass er zuvor bei weiteren vier Ernten zehn Kilo Marihuana für 30.000 Euro an einen Großabnehmer verkauft hatte. Nur eine Pflanzung sei eine Missernte gewesen.

Aber die Berufungsrichterin Claudia Gelber winkte ab: Angesichts der großen Rauschgift-Menge von insgesamt 12,5 Kilo im Wert von 40.000 Euro könne es trotz der Ehrlichkeit des Angeklagten keine Bewährung mehr geben. Schließlich zog der Ex-Polizist niedergeschlagen die Berufung zurück und muss jetzt ins Gefängnis. Ein Unglücksrabe. Denn der dreifache Familienvater hatte den Staatsdienst nach 13 Jahren wegen Geldmangels quittiert und versucht, mit einer Handwerksfirma das große Geld zu machen. Aber das ging gründlich schief, so dass der frühere Beamte bereits 2009 als Steuerhinterzieher zu einer Geldstrafe von 34.248 Euro verurteilt wurde.

Von der Pleite erholte er sich nie mehr, und die Geldnot wurde nicht kleiner. Schließlich verließ ihn auch noch seine zweite Ehefrau, und der Vermieter kündigte ihm die Wohnung samt Dachboden.