"Hinhaltetaktik"

Bornheim und Wesseling sind gegen Güterverkehr auf der Linie 16

Unterwegs zwischen Köln-Niehl und Bad Godesberg ist die Linie 16. Hier passiert sie Hersel.

Unterwegs zwischen Köln-Niehl und Bad Godesberg ist die Linie 16. Hier passiert sie Hersel.

Bornheim. Bornheims Bürgermeister Wolfgang Henseler ist zutiefst verärgert über die Äußerungen der Häfen und Güterverkehr Köln (HGK), künftig Güterzüge auf der Strecke der Linie 16 fahren zu lassen.

Bürgermeister Wolfgang Henseler geht hart mit dem Netzbetreiber der Strecke, der Häfen und Güterverkehr Köln (HGK), ins Gericht und spricht von einer „Hinhaltetaktik“. Ständig würden „häppchenweise neue Überlegungen in den Raum geworfen“. Güterzüge möchte er auf der Strecke der Linie 16 nicht fahren lassen.

„Die HGK führt uns an der Nase herum. Wir diskutieren mit der HGK, den Verkehrsunternehmen und der Stadt Bonn jetzt mehr als ein Jahrzehnt über die vier barrierefreien Bahnsteige in Urfeld und unseren Rheinorten“, sagt Henseler. Dann gebe es immer wieder neue Ankündigungen, immer wieder neue Vorschläge und Absichten. „Diese Hinhaltetaktik ist eine Unverschämtheit. Längst sind alle übrigen Haltestellen auf der Linie 16 umgebaut worden, nur bei uns werden die Bürgerinnen und Bürger vertröstet und vorgeführt“, meint der Bürgermeister.

Unnötig horrende Kosten beimbarrierefreien Ausbau der Haltestellen

Ständig würden „häppchenweise neue Überlegungen in den Raum geworfen“, ohne dass die Stadt konkret beteiligt werde. Die nun geplante Doppelnutzung führe zu „unnötig horrenden Kosten beim barrierefreien Ausbau der Haltestellen, der dringend erforderlich“ sei, kritisiert Henseler. „Der Ausbau der Haltestellen in Hersel, Uedorf und Widdig muss so schnell wie möglich erfolgen. Dazu brauchen wir endlich eine konkrete Zeit-/Maßnahmen-Planung – und zwar ohne dass die Stadt den Güterverkehr auf der Linie 16 mit horrenden Summen subventioniert.“

Dies betreffe auch die Nachbarstadt Wesseling. Deswegen ist Henseler bereits im Kontakt mit seinem Amtskollegen Erwin Esser. „Wir stimmen uns derzeit zu diesem Thema und der weiteren Vorgehensweise miteinander ab, positionieren uns gemeinsam und verfolgen die Angelegenheit mit Nachdruck“, so Henseler.

„Wenn die HGK jetzt anhand einer Machbarkeitsstudie prüft, wie Güterverkehr auf der Strecke zwischen Wesseling und der Bonner Stadtgrenze bei einem gleichzeitigen barrierefreien Ausbau der Haltestellen möglich ist, dann kann ich mir überhaupt nicht vorstellen, wie das an der Kreuzung L 300 und L 118 realisiert werden kann. Schon heute ist die Kreuzung mehr als ausgelastet, dann noch zusätzlich Güterverkehr auf die Strecke geht überhaupt nicht“, weist Henseler auf ein weiteres Problem hin.