Nach dem Lärm-Urteil

Bornheim prüft Ersatzfläche für Bolzplatz

Geschlossen: Die Klage gegen den Bolzplatz an der Berner Straße hat zur Folge, dass auch der Spielplatz neu genehmigt werden muss.

Geschlossen: Die Klage gegen den Bolzplatz an der Berner Straße hat zur Folge, dass auch der Spielplatz neu genehmigt werden muss.

Bornheim-Sechtem. Mit dem Kicken auf dem Gelände an der Berner Straße ist es vorbei, doch es soll einen neuen Bolzplatz geben. Allerdings hat das Gerichtsurteil weitere Folgen: Der verbliebene Spielplatz braucht eine neue Baugenehmigung.

Tore und Sitzbänke sind abgebaut, der Zugang zur Kunstrasenfläche ist durch Bauzäune versperrt: Der Bolzplatz, der 2012 mit Hilfe einer gemeinschaftlichen Spendenaktion im hinteren Teil des Spielplatzes an der Berner Straße in Sechtem eröffnet worden war, ist Geschichte. Jetzt hat die Stadtverwaltung den Auftrag, nach einem neuen geeigneten Standort für einen Bolzplatz mit rund 900 Quadratmetern Spielfläche zu suchen.

Einstimmig unterstützte der Jugendhilfeausschuss am Dienstag den entsprechenden Antrag von SPD und CDU. Bereits 2016 hatte das Verwaltungsgericht Köln einer Klägergemeinschaft recht gegeben, die wegen der Lärmbelästigung vom Bolzplatz gegen die Stadt Bornheim geklagt hatte.

Im Februar lehnte das Oberverwaltungsgericht in Münster den Antrag auf Zulassung der Berufung gegen das Kölner Urteil ab. Dies macht den Fortbestand der „Ballspielfläche“ an dem Standort unmöglich.

Prüfauftrag für eine Fläche am Staffelsweg

In ihrem Antrag, einen neuen Platz zu suchen, weisen Sechtems Ortsvorsteher Rainer Züge (SPD) und CDU-Mitglied Theo Geuer auf ein potenziell geeignetes Areal am Staffelsweg hin. „Die Fläche ist im Flächennutzungsplan als Grün- und Erholungsfläche ausgewiesen“, erläutert Züge. Laut Antrag soll die Verwaltung auch die Kosten für einen neuen Bolzplatz ermitteln.

Zudem soll geprüft werden, welche Folgenutzung für das nun ungenutzte Grundstück an der Berner Straße möglich wäre. Die Fläche sei ein „Filetgrundstück in der Stadt“, meint Züge. Es sei zwar haushaltsrechtlich nicht ganz korrekt, die Gewinne aus einem Grundstücksverkauf in einen Bolzplatz zu investieren. Allerdings sei eine indirekte Finanzierung möglich.

Denkbar sei, dass die geplante Seniorenwohnanlage in unmittelbarer Nachbarschaft das Areal übernimmt. Gespräche mit dem Investor hätten die Antragsteller bereits geführt, so Züge.

Mit Spielgeräten aufwerten

Zu den nahe gelegenen Spielplätzen an der Ecke Kronprinzenstraße/Krausbitzchen, an der Weimarer Straße sowie auf dem Schulhof soll die Verwaltung untersuchen, inwieweit sie durch das Aufstellen zusätzlicher Spielgeräte insbesondere für kleinere Kinder aufgewertet werden könnten.

Die Verwaltung bereitet indes einen Bauantrag vor, mit dem für die gesamte Fläche eine neue Baugenehmigung als Kinderspielplatz erwirkt werden soll. Denn durch das Urteil des Verwaltungsgerichts Köln von 2016 wurde die Baugenehmigung wegen Verstoßes gegen das Rücksichtnahmegebot aufgehoben.

Auf diese Weise soll das gesamte Thema „Spielplatz Berner Straße und Bolzplatz“ unter Berücksichtigung des Antrags von SPD und CDU einer Prüfung unterzogen werden.