Bornheim

Beim Fest der Nationen und Kulturen treffen sich Mitbürger aus aller Welt

Fest der Nationen: Die Schüler sangen mit Michel Sanya Mutambala afrikanische Lieder.

Bornheim. "Am liebsten würde ich das ganze Tablett mitnehmen." Christoph Kaletsch, stellvertretender Leiter der Bornheimer Sekundarschule, hatte sein mit Datteln gefülltes Blätterteigröllchen noch nicht ganz verspeist, da zog es ihn schon zurück zum Stand von Hind El Mansouri.

Drei Tische hatte die Marokkanerin mit den süßen und deftigen Leckereien aus ihrem Heimatland bestückt. "Ich freue mich, Marokko auf diese Weise präsentieren zu dürfen. Die Gäste können so ein bisschen von meiner Heimat probieren", erklärt sie.

Trotz des großen Angebots leerten sich die prall gefüllten Teller und Tabletts in atemberaubender Geschwindigkeit. "Ich bin heute zum ersten Mal dabei und freue mich zu sehen, wie toll das Fest angenommen wird. Außerdem treffe ich hier viele ehemalige Schüler und deren Familien und finde es toll, dass sie sich hier engagieren", sagte Kaletsch.

Das Fest der Nationen und Kulturen, das in diesem Jahr zum vierten Mal vom Arbeitskreis "Soziales" der lokalen Agenda Bornheim und den Mitgliedern des Integrationsrats organisiert wurde, bot im Forum des Alexander-von-Humboldt-Gymnasiums vielen Projekten Gelegenheit, ihre Arbeit zu präsentieren.

Unter dem Motto "Freunde hier und in aller Welt" ging es um Integrationsprojekte vor Ort bis hin zu internationalen Partnerschaften, die von Schulen, Kirchengemeinden oder Vereinen gepflegt werden. "Wir wollen mit unserem Fest nicht nur Menschen verschiedenster Kulturen zusammenbringen, sondern auch zeigen, wo in unserer Welt Hilfe benötigt wird und auf welche Weise sich verschiedene Gruppen einbringen", erklärte Irmgard Mohr vom Arbeitskreis "Soziales".

Auch die Eine-Welt-Gruppen aus Hemmerich und Walberberg, die Kinderprojekte in Brasilien und Bolivien unterstützen, stellten ihre Arbeit vor. "Das Fest bietet eine gute Gelegenheit, mit den Menschen ins Gespräch zu kommen", fand Armin Lührs aus Hemmerich. Am Stand der Walberberger Kollegen konnten Mützen, Schals, Decken und allerlei Kunsthandwerk für den guten Zweck erworben werden.

Resi Weißkirchen verkaufte handgefertigtes Spielzeug aus Peru. Die Einnahmen kommen dem Bildungswerk Campoy zugute, das ihr Bruder Franz Ecker in der Region aufgebaut hat. Die Herseler Grundschule unterstützt die Arbeit mit Einnahmen aus Sponsorenläufen und Schulfesten. Auch die Markus-Schule Rösberg, die sich dem Projekt "Sun for Children" annimmt, war mit von der Partie und präsentierte auf der Bühne einen Tanz und Gesang auf Kisuaheli. Weitere abwechslungsreiche Darbietungen - von der Kindermusikgruppe des Stadtteilbüros bis zu den Bönn'schen Chinesen, die mit Tänzen und Tai-Chi beeindruckten, ließen keine Langeweile aufkommen.

Am Stand des Stadtteilbüros war dagegen eher die Feinmotorik gefragt. Geduldig betreute Vajwan Wakim die Jungen und Mädchen, die wahlweise Ohrringe oder kleine Bälle aus Filz herstellen konnten. Eine ganz besondere Siegerehrung nahm der Schirmherr der Veranstaltung, Bürgermeister Wolfgang Henseler, vor: Eine Gruppe Jugendlicher aus Bornheims polnischer Partnerstadt Zawiercie war zum Rückspiel gegen eine Auswahl heimischer Spieler angetreten. Während die Polen das Hinspiel im eigenen Land letztes Jahr mit 16:4 für sich entschieden hatten, siegten diesmal die Bornheimer mit 4:1.

"Das Fest der Nationen und Kulturen lebt von den vielen Mitwirkenden, die sich auf unterschiedlichste Weise präsentieren. Ihnen allen sei herzlich gedankt", sagte Henseler.