Minister sagt Landwirten Gespräche zu

Bauern demonstrieren bei Besuch von Peter Altmeier in Sechtem

Bornheim-Sechtem. Bauern aus der Region haben während der „Netzreise“ des Bundeswirtschaftsministers am Umspannwerk in Bornheim-Sechtem ihren Unmut zum Netzausbau Luft.

Gut sichtbar sind die mächtigen Traktoren an der Zufahrt zur Umspannanlage in Sechtem geparkt: „Schneller Ausbau, aber fair“ oder „Unser Land gibt es nicht für lau“ haben Landwirte aus der Region auf ihre Protesttafeln geschrieben, um Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) auf eine nach ihrer Ansicht Ungerechtigkeit der Energiewende aufmerksam zu machen. Die Bauern wollen sich nicht mit Einmalzahlungen der Stromkonzerne zufriedengeben, wenn sie Flächen für neue Stromtrassen zur Verfügung stellen. Kaum dem Reisebus entstiegen, geht Altmaier auf die Protestierenden zu und signalisiert Gesprächsbereitschaft.

„Wir sperren uns nicht gegen die Energiewende. Doch es muss hierbei ein faires Miteinander geben“, sagt Bernhard Conzen, Präsident des Rheinischen Landwirtschaftsverbands. „Durch den Bau von Stromtrassen werden landwirtschaftliche Flächen in Mitleidenschaft gezogen“, erklärt er. So wie die Landwirte jährlich ihre Pacht zahlen müssen, sollte dies auch für die Netzbetreiber gelten.

„Ohne die Landwirte gibt es keine Energiewende“, sagt der Minister, der genau weiß, dass er am Erfolg der Energiewende und des Netzausbaus gemessen wird. Nachdem er zugehört hat, lädt er die Landwirte zu Gesprächen ein, um über diesen Aspekt des Netzausbaus zu sprechen. Für den 20. September habe er seine Amtskollegen aus den Ländern zum „Netzgipfel“ eingeladen. Anschließend werde er den Dialog mit den Landwirten und mit Bürgerinitiativen suchen, verspricht er.

Der Saarländer gerät ins Schwärmen

Als ihm Bornheims Bürgermeister Wolfgang Henseler (SPD) ein Begrüßungspaket „Bornheimer Art“ unter anderem mit knackigen Äpfeln überreicht, gerät der Saarländer ins Schwärmen: „Bornheim kenne ich von manchem Seminar im Dominikanerkloster Walberberg“, berichtet der Minister. „Und wir waren hier immer mit der CDU-Bundestagsfraktion zum traditionellen Spargelessen in Waldorf.“

In der Umspannanlage selbst tauscht sich Altmaier mit Vertretern des Netzbetreibers Amprion und Politikern aus der Region darüber aus, wie der Netzausbau beschleunigt werden könne. „Damit er schneller vorankommt, brauchen wir von Berlin bis in die Rathäuser vor Ort ein gemeinsames Verständnis“, erklärt Hans-Jürgen Brick, kaufmännischer Geschäftsführer von Amprion. Die Geschwindigkeit des Netzausbaus entscheide sich auf regionaler und lokaler Ebene.

Für die Beschleunigung des Netzausbaus seien keine neuen Gesetze erforderlich, sondern weniger Bürokratie, so Brick. „Wenn die Genehmigungsprozesse effizienter gestaltet würden, bliebe mehr Zeit, um im Dialog mit der Bevölkerung die bestmöglichen Lösungen für neue Trassen zu entwickeln.“ Altmaier sichert zu, diesen Dialog eingehen zu wollen.