Barrierefrei, Kiosk und Radstation

Bürger erarbeiten Ideen für den Roisdorfer Bahnhof

Bornheim-Roisdorf. Freundlich ausgedrückt ist das Umfeld des Roisdorfer Bahnhofs verbesserungswürdig. Wie das geschehen kann, darüber haben sich am Mittwochabend Männer und Frauen im Bornheimer Rathaus die Köpfe zerbrochen.

Wie lassen sich der Roisdorfer Bahnhof und sein Umfeld funktional und optisch verbessern? Was ist nötig, um die Station attraktiver zu machen? Über diese und andere Fragen haben sich am Mittwochabend Männer und Frauen im Bornheimer Rathaus die Köpfe zerbrochen. Mit Unterstützung des Dortmunder Planungs- und Moderationsbüro plan-lokal hatte die Stadt zu einer Bürgerwerkstatt für den Roisdorfer Bahnhof geladen.

Wie Bornheims Erster Beigeordneter Manfred Schier zur Einführung sagte, sei der Roisdorfer Bahnhof „städtebaulich verbesserungswürdig“. Dazu komme, dass dessen Bedeutung als Verkehrsknoten zunehmend wichtiger werde. Zugleich deutete Schier an, dass die Stadt mit größerer Resonanz auf die Einladung zur Bürgerwerkstatt gerechnet habe. „Wir waren auf etwas mehr vorbereitet“, sagte er, während er auf viele leere Stühle blickte. In der Tat waren nur knapp 50 Interessierte, darunter einige Kommunalpolitiker, gekommen.

Die Anwesenden diskutierten allerdings angeregt vor Pinnwänden zur Sammlung von Ideen sowie in Kleingruppen. Laut Thomas Scholle von plan-lokal sollten sich die Anwesenden keine gedanklichen Beschränkungen bei ihren Ideen auferlegen. Ungeachtet einer möglichen Umsetzung sollten alle Wünsche geäußert werden.

Neues Leben für den Bahnhof

Unter anderem an den Pinnwänden kam einiges zusammen: etwa der Wunsch nach einer Tempo-30-Zone auf der Bonner Straße, einem Parkhaus beziehungsweise einer Tiefgarage oder nach einer Kooperation mit dem ansässigen Discounter in Sachen Parkplätze. Weitere Forderungen drehten sich um eine Radstation auf dem Bahnhofsvorplatz oder im alten Güterbahnhofgebäude an der Straße Rosental sowie um einen barrierefreien Zugang zu den Gleisen mittels Rolltreppen oder eines Aufzugs.

Andere Bürger brachten Vorschläge für einen Kiosk und ein Heimatmuseum an. Auch wurden die bessere Beleuchtung der Parkplätze, eine umfassendere digitale Zuganzeige, öffentliche Toiletten und die Sanierung der Straße Rosental gefordert. Mit Blick auf den Busverkehr in dem Bereich fanden sich an den Pinnwänden unter anderem die Forderungen nach einer Verbesserung der Beschilderung und einer Ausweitung des Takts der Kleinbuslinie 882.

Wie Beigeordneter Schier erläutert, sollen die erarbeiteten Anregungen aus der Bürgerschaft Grundlage für ein Bauplanverfahren sein, mit dem Stadt und Politik den Willen nach Veränderungen am und um den Roisdorfer Bahnhof ausdrücken könnten. Er gehe davon aus, dass die Aufstellung eines solchen Bebauungsplans im Jahr 2019 erfolgen könne.

Platz für ein zusätzliches Gleis

Ob und wann sich der Bahnhof und sein Umfeld letztlich entwickeln, steht indes noch in den Sternen. Das liegt unter anderem daran, dass viele Akteure beteiligt sind. So gehört der eigentliche Bahnhof mit dem Stellwerkgebäude der Deutschen Bahn, der Vorplatz wiederum der Stadt. Nach Angaben von Schier befindet sich das alte Güterbahnhofgebäude in Privatbesitz. Die Fläche des ehemaligen EMKA-Marktes, auf dem die Stadt gerne Parkmöglichkeiten einrichten will, gehört wiederum dem Unternehmen Landgard.

Die jetzt erfolgte Bürgerwerkstatt war nicht der erste Schritt zur Umgestaltung des Bahnhofs. Bereits im Oktober hatte ein Experten-Workshop „mit fachlichen Akteuren und örtlichen Eigentümern“ – wie es von der Stadt heißt – stattgefunden. Von diesem berichtete Simon Willemsen, ebenfalls Mitarbeiter von plan-lokal, am Mittwoch den Anwesenden.

Dabei kristallisierte sich unter anderem eine Schwierigkeit für die Umgestaltung des Areals heraus. Diese betrifft den Grünstreifen zwischen den Gleisen und der Straße Rosental. Dieser Bereich kann laut Willemsen nämlich in keinerlei Umgestaltungspläne einbezogen werden. Dies liege daran, dass die Fläche nach dem Willen der Bahn freigehalten werden muss, um Platz für ein potenziell zusätzliches Gleis für die Bahnstrecke zwischen Köln und Bonn zu haben.

Bekanntlich ist die Strecke mit zahlreichen Nah-, Fern- und Güterzügen schon jetzt überlastet. Ob und wann ein weiteres Gleis gebaut wird, ist aktuell noch nicht abzusehen.