Leinpfad in Bornheim

Böschung am Rheinufer ist nicht mehr sicher

Ist künftig tabu für Fußgänger und Radfahrer: Der Leinpfad zwischen Hersel und Widdig.

BORNHEIM. Der Leinpfad muss auf zwei Kilometern komplett gesperrt werden - noch vor dem Wochenende soll er zwischen Hersel und Widdig für Radfahrer und Fußgänger nicht mehr zugänglich sein.

Betroffen ist der Bereich in Höhe der Kreuzung Richard-Piel-Straße/Rheinstraße bis zu den Rheinterrassen. "Die Gutachter sind zu dem Ergebnis gekommen, dass die Standsicherheit der Böschung nicht bestätigt werden kann", machte Bürgermeister Wolfgang Henseler am Mittwoch bei einem kurzfristig angesetzten Pressegespräch deutlich. Es könne passieren, dass Teile der Böschung abrutschten. "Das Risiko, dass dort etwas passiert, können wir nicht übernehmen."

Die Sperrung ist das Ergebnis eines Termins, den die Verwaltung am Dienstag gemeinsam mit Vertretern des Rhein-Sieg-Kreises bei der Bezirksregierung hatte. Dort wurden die ersten Ergebnisse des Gutachtens vorgestellt, das die Bezirksregierung in Auftrag gegeben hatte.

Auch auf den oberhalb des Leinpfads liegenden Rheinuferweg könnte das Auswirkungen haben. "Wir müssen überlegen, inwieweit die Strecke überhaupt noch befahren werden kann", sagte der Verwaltungschef. Laut dem Ersten Beigeordneten Manfred Schier hat die Stadt in diesem Gebiet bereits "Risikominderung" betrieben.

Schon seit einigen Jahren darf kein Schwerlastverkehr mehr durch die Straße fahren, der Müll wird an Sammelstellen abgeholt. Er gehe aber derzeit davon aus, dass alles, was bis zu drei Meter von der Hangkante entfernt sei, gar keiner Belastung mehr unterworfen werden solle, so Schier. Kritisch sei das dort, wo der Rheinuferweg sehr schmal sei und Wohnanlagen erschließe.

Aufatmen können hingegen zunächst die Anwohner der rund drei Dutzend Wohnhäuser. "Die Häuser, die am Rheinufer stehen, sind bisher nicht unmittelbar betroffen", sagte Schier. Der Hang müsse aber dringend saniert werden, damit sie nicht infolge von Böschungsabbrüchen in den instabilen Bereich rückten. Voraussichtlich wird die Sperrung mehrere Jahre dauern. "Die Böschung zu sichern, ist ein riesiges Projekt", machte Henseler deutlich.

"Wir reden da über sieben- oder achtstellige Summen." Der Verwaltungschef will sich deshalb mit Hilfegesuchen an die Bundestagsabgeordneten wenden. "Der Verursacher ist ja der Rhein, und für den ist der Bund zuständig." Auch rechtliche und technische Sachverständige außerhalb der Verwaltung sollen eingeschaltet werden. Für die betroffenen Anwohner ist eine Infoveranstaltung am Montag, 9. Dezember, geplant.

Dann beginne "eine neue Phase der Zusammenarbeit mit den Anwohnern", sagte Schier. Die Böschung lediglich mit Gras zu übersäen, reiche zur Sicherung nicht aus. Je besser die Gespräche mit den Betroffenen liefen, desto schneller könne auch die Sanierung erledigt werden. Bis dahin müssten Radfahrer und Fußgänger zumindest auf dem Leinpfad auf die Straßen in den Rheinorten ausweichen.

Am Montag, 9. Dezember, wird den Anwohnern bei einer Infoveranstaltung das Gutachten vorgestellt. Gleichzeitig will die Verwaltung über die Sperrungen und geplanten weiteren Schritte informieren. Der Info-Abend beginnt um 18.30 Uhr in der Rheinhalle in Hersel.