ÖPNV in Bornheim

Ausbau der Linie 18 für Takterhöhung nötig?

An der Haltestelle „Bornheim Rathaus“ ist die Strecke nur eingleisig ausgebaut.

An der Haltestelle „Bornheim Rathaus“ ist die Strecke nur eingleisig ausgebaut.

Bornheim. Die Stadtbahnlinie 18 bleibt Thema in Bornheim. In seiner ersten Sitzung im neuen Jahr hat der Ausschuss für Stadtentwicklung die Entscheidung über eine Erweiterung der Strecke auf zwei Gleise vertagt.

Die Entscheidung über den Ausbau der Linie 18 wird die Bornheimer Politik weiterhin beschäftigen. In seiner ersten Sitzung des neuen Jahres hat der Ausschuss für Stadtentwicklung der Stadt Bornheim am Mittwochabend die Entscheidung über eine Erweiterung der Strecke auf zwei Gleise vertagt. Grund dafür sind widersprüchliche Aussagen seitens der Häfen und Güterverkehr Köln (HGK), die das Streckennetz der Stadtbahnlinie 18 zwischen Bonner und Kölner Stadtgrenze betreibt, ob für eine Umstellung auf einen Zehn-Minuten-Takt ein zweigleisiger Ausbau erforderlich ist.

Die Fraktionen von CDU, FDP und UWG hatten im Vorfeld einen Antrag zum vollständigen, zweigleisigen Ausbau der Bahnstrecke gestellt. „Es müssen jetzt endlich Schritte erfolgen. 20 Jahre sind zu lange“, sagte Petra Heller, Fraktionsvorsitzende der CDU. Im Vorfeld der Sitzung hatten die Grünen die Zielrichtung des Antrags kritisiert. Der zweigleisige Ausbau allein könne nicht das Hauptziel sein. „Das ist uns zu wenig. Ziel des Ganzen ist es, eine Taktverdichtung hinzubekommen“, erklärte Markus Hochgartz (Grüne).

Er berief sich dabei auf ein Antwortschreiben der Stadtverwaltung auf einen Antrag der FDP-Fraktion aus dem Jahre 2011. Darin hatte die HGK angegeben, dass eine Taktverdichtung bereits mit den bestehenden Streckengegebenheiten realisiert werden könne. Hochgartz sprach sich daher für eine schnelle Umsetzung einer Zehn-Minuten-Taktung bis zum Fahrplanwechsel im Dezember 2019 aus. „Das wäre eine tatsächliche Verbesserung der Situation“, sagte der Grünen-Ratsherr.

Laut dem Ersten Beigeordneten Manfred Schier ist diese Information allerdings nicht mehr aktuell. „Die Aussage der HGK hat sich mittlerweile als überholt erwiesen“, erläuterte Schier. Demnach sei ein zweigleisiger Ausbau der Strecke die „zwingende Voraussetzung für eine Taktverdichtung“, wie der Erste Beigeordnete in der Ausschusssitzung erklärte. Aufgrund dieser widersprüchlichen Angaben zur Umsetzbarkeit einer Taktverdichtung beantragte Ute Kleinekathöfer für die SPD, die Entscheidung zu vertagen. Das Gremium will nun eine Stellungnahme des Streckenbetreibers abwarten. Ein Vertreter der Häfen und Güterverkehr Köln soll daher in der nächsten Sitzung des Ausschusses für Stadtentwicklung am Mittwoch, 30. Januar (18 Uhr, Ratssaal), die Fragen der Politiker beantworten.

Verspätungen wirken sich doppelt aus

Die Stadtbahnlinie 18 ist in dem Bereich zwischen Brühl und dem Bonner Stadtgebiet zum Großteil nur eingleisig befahrbar. Nur zwischen den Haltestellen „Alfter Alanus Hochschule“ und „Roisdorf West“ sowie zwischen „Waldorf“ und „Merten“ gibt es ein Gleis pro Fahrtrichtung. Zwischen „Brühl Mitte“ und „Badorf“ wurde bereits ein zweites Gleis verlegt, das jedoch aktuell noch nicht genutzt werden kann. Grund dafür sind Verzögerungen bei der Inbetriebnahme des Stellwerks. Seit Jahren ist die Linie 18 das Sorgenkind in der Region, was die Pünktlichkeit betrifft.

Das liegt unter anderem daran, dass zwischen dem Bonner Hauptbahnhof und dem Ortsteil am östlichen Stadtrand von Köln 50 Haltestellen bedient und die Linie 18 somit eine der längsten Stadtbahnlinien in der Region ist. Problematisch ist vor allem, dass die Gleise auf Kölner Stadtgebiet abschnittsweise auf der Fahrbahn und nicht in einem eigenen Gleisbett liegen. Stehen Autos dort im Stau, ist davon auch die Bahn betroffen. Auf eingleisigen Abschnitten wirken sich die Verspätungen dann doppelt aus, da entgegenkommende Bahnen nicht passieren können.

Aktuell finden bekanntlich Arbeiten der HGK am Streckennetz der Linie 18 statt. So werden nach und nach die Stationen zwischen Alfter und Hürth-Efferen modernisiert. Sie erhalten nach HGK-Angaben unter anderem neue Wartehäuschen, Beleuchtungen, Notruf- und Fahrgastinformationssysteme.