Soziales Engagement

Arbeiterwohlfahrt Bornheim plant neue Projekte

Hans Jürgen Schütz-Jaritz will die Arbeiterwohlfahrt in Bornheim neu beleben.

Hans Jürgen Schütz-Jaritz will die Arbeiterwohlfahrt in Bornheim neu beleben.

BORNHEIM. Der verjüngte Vorstand der Arbeiterwohlfahrt in Bornheim will den Ortsverein breiter aufstellen und die Angebote erweitern. Denkbar sind Babysitterdienste und Einsätze als Lesepaten.

Erweiterte Öffnungszeiten der Kleiderstube, ein Programm mit Ausflugsfahrten, eine eigene Internetseite und konkrete Pläne für die Eintragung ins Vereinsregister: Der verjüngte Vorstand der Arbeiterwohlfahrt (Awo) in Bornheim um den Vorsitzenden Hans Jürgen Schütz-Jaritz möchte den Ortsverein und seine Angebote neu aufstellen – und kann dabei schon einige Erfolge vorweisen.

Altersbedingt – einige Vorstandsmitglieder seien um die 90 Jahre gewesen – habe die Bornheimer Awo Ende 2016 kurz vor der Auflösung gestanden, viele Aktivitäten seien zuletzt eingeschlafen, sagt Schütz-Jaritz (66). Wie berichtet, war zudem der vorherige Vorsitzende Peter Röhrig aufgrund von Zerwürfnissen innerhalb der Awo zurückgetreten. Seit Dezember hat nun Schütz-Jaritz mit Stellvertreter Silvio Jander, Kassiererin Alla Schubert, Schriftführerin Gesine Riebesehl-Eckertz sowie fünf Beisitzern das Heft in die Hand genommen.

Das freiwillige Engagement von Menschen für Menschen stehe dabei im Vordergrund, betont Schütz-Jaritz. Der frühere Telekom-Manager, der sich freut, mit seinem Einsatz für die Awo nun im Ruhestand eine neue Aufgabe zu haben, hat mit seinen Vorstandskollegen ein Konzept zur Neuorganisation des Ortsvereins für die kommenden Jahre erstellt. Dieses fußt auf vier tragenden Säulen: Die Awo-Tours, der Awo-Treff, die Kleiderstube und die Awo-Care.

So konnten die Ausflugsfahrten mit dem Kleinbus der Awo wiederbelebt werden. Im Awo-Treff an der Zehnhoffstraße wurde die Küche fertiggestellt. Nicht nur der Seniorenclub trifft sich hier jeden Montag, auch eine Strickgruppe ist mittwochs eifrig am Werk und will ihre Wollwaren beim Bornheimer Weihnachtsmarkt verkaufen.

Abholservice für Kleiderspenden

Neu ausgestaltet ist die Kleiderstube an der Brahmsstraße 20 in Merten, in der sozial benachteiligte Bürger für kleines Geld Secondhand-Kleidung erhalten. Die Awo habe zu einem guten Preis Regale und Kleiderständer aus dem inzwischen geschlossenen Secondhand-Kaufhaus „Hannes“ am Peter-Fryns-Platz übernehmen können, schildert Schütz-Jaritz: „Die Kleiderstube sieht jetzt aus wie ein richtiger Laden.“ Auch einen Abholservice für Kleiderspenden biete die Awo nun an, und die Öffnungszeiten wurden erweitert: Nicht nur freitags auch dienstags sind die ehrenamtlichen Helfer vor Ort, zudem können samstags Kleider gekauft werden.

Der Umsatz habe sich verdoppelt, sagt Schütz-Jaritz. Die Erlöse seien dennoch in einem niedrigen Bereich – immerhin seien auch die Preise bewusst niedrig. Das Plus solle in künftige Projekte fließen, zum Beispiel in die Idee, einen Filmclub für Jugendliche anzubieten. Noch Zukunftsmusik ist das Projekt Awo-Care. Die Idee des Vorstands ist es, künftig verschiedene Zielgruppen wie Familien, Kinder, Senioren und Migranten mit diversen Hilfsangeboten zu unterstützen: Von Unterstützung beim Einkauf und Behördengängern bis zu Babysitterdiensten und Einsätzen als Lesepaten. Da dies aber ein „personalintensiver Bereich“ sei und es auch erst mal des Kontakts zu der entsprechenden Klientel bedürfe, habe der Vorstand dieses Projekt aber zunächst noch zurückgestellt, erläutert Schütz-Jaritz.

Wichtig findet der neue Vorsitzende für die weitere Entwicklung des Ortsvereins, „nicht nur im eigenen Saft zu braten, sondern auch nach außen zu gehen“, so Schütz-Jaritz. „Mit neuem Schwung konnten auch neue Leute aktiviert werden“, freut sich der 66-Jährige, der selbst seit 25 Jahren Awo-Mitglied ist. So könne der Vorstand derzeit auf etwa 15 aktive Helfer setzen, 90 Mitglieder zählt der Ortsverein insgesamt. „Wir werden versuchen, noch dieses Jahr eingetragener Verein zu werden“, kündigt Schütz-Jaritz weiter an. Dadurch erhoffe sich der Vorstand mehr Entscheidungsmöglichkeiten und weniger Abhängigkeit vom Kreisverband.

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