Stadt Bornheim mietet Büroräume im Servatiuscenter an

Alle Fraktionen unter einem Dach

Das Servatiuscenter in Bornheim: Im zweiten Obergeschoss sollen ab Herbst alle sieben Fraktionen des Stadtrats ihre Büros haben. FOTO: MEURER

Das Servatiuscenter in Bornheim: Im zweiten Obergeschoss sollen ab Herbst alle sieben Fraktionen des Stadtrats ihre Büros haben.

BORNHEIM. Kisten packen heißt es bald für die Fraktionen des Bornheimer Stadtrats. Wie Bürgermeister Wolfgang Henseler im Gespräch mit dem General-Anzeiger sagte, soll im September der angekündigte Umzug erfolgen.

Alle sieben Fraktionen sollen dann im zweiten Obergeschoss des Servatiuscenters eine Unterkunft entsprechend ihrer Größe finden. Während FDP, ABB und Linke bereits im Gebäude am Servatiusweg untergebracht sind, wenn auch in anderen Räumen, befinden sich die Büros von CDU, SPD, Grünen und UWG bislang im Verwaltungsgebäude an der Straße "Alter Weiher", in dem auch die Volkshochschule sitzt.

Laut Henseler werden 145 000 Euro in den Umbau der Räume im Servatiuscenter investiert. Gemietet habe sie die Stadt zunächst für fünf Jahre, "zu einer ortsüblichen Miete", wie er sagt. Hintergrund ist ein gestiegener Platzbedarf der Stadtverwaltung. "Wir haben händeringend Raum gebraucht", sagt der Bürgermeister. Unter anderem gibt es neue Sachbearbeiterstellen für Flüchtlinge, und auch die von der Caritas bezahlte Flüchtlingssozialarbeiterin Hannah Kaufhold hat ein Büro im Rathaus. Wie Henseler sagt, sollen das Rechnungsprüfungsamt sowie der Personalrat in das Verwaltungsgebäude am Alten Weiher direkt am Rathaus ziehen, wenn die Fraktionen ausgezogen sind.

Bevor letztlich die Entscheidung gefallen war, Räume im Servatiuscenter zu mieten, das einer privaten Eigentümergemeinschaft gehört, waren auch andere Gebäude für die Fraktionsbüros in Erwägung gezogen worden - darunter Objekte an der Königstraße, im Bereich Adenauerallee/Schumacherstraße und auch Räume im Gebäude von Landgard im Gewerbegebiet Roisdorf.

Letztgenannter Standort wäre für die CDU-Fraktionsvorsitzende Petra Heller keine Option gewesen. Wichtig sei, dass das Fraktionsbüro für die Bürger leicht zu erreichen sei, sagt sie. Für die CDU sei ein Umzug auch nicht zwingend notwendig gewesen. Zwar habe man in den Räumen am Alten Weiher wenig Platz, aber man könne ja einen Besprechungsraum im Ratstrakt des Rathauses nutzen. Der Umzug werde nicht aufwendig, da man unlängst ausgemistet habe, etwa im Archiv, so Heller. "Wir erwarten aber, dass uns die Verwaltung beim Transport unserer Unterlagen zur Hand geht", sagt sie weiter.

UWG hätte ihren bisherigen Raum gerne behalten

Wie die CDU werden auch SPD, Grüne und UWG aus dem Verwaltungsgebäude am Alten Weiher ausziehen. "Der Umzug ist insofern sinnvoll, da die bisherigen Räume sehr beengt sind", sagt Wilfried Hanft, Vorsitzender der SPD-Fraktion. In dieser Hinsicht seien die neuen Räume schon ein Vorteil.

Grünen-Ratsherr Markus Hochgartz führt aus, dass seine Fraktion anfangs von den Umzugsplänen nicht begeistert gewesen sei. So sei bei einigen Objekten, die in der Diskussion gestanden hätten, etwa die Barrierefreiheit nicht gegeben gewesen. Beim Servatiuscenter sei das aber der Fall.

Auch sei der Grünen-Fraktion zunächst nicht klar gewesen, warum der Umzug nötig sei. "Es sollte aber nicht an uns scheitern", sagt Hochgartz mit Blick auf die Raumnot der Verwaltung und die Tatsache, dass alle Fraktionen umziehen. Nun wolle man den Umzug nutzen um auszumisten, sagt Hochgartz. Unter anderem seien noch Akten aus den 80er und 90er Jahren vorhanden.

Die UWG-Fraktion hätte ihren bisherigen Raum gerne behalten, bekundet Fraktionsvorsitzender Hans Gerd Feldenkirchen. Letztlich passe man sich aber der Notwendigkeit an - eben auch, weil alle Fraktionen umziehen. Feldenkirchen: "Dann sind wir alle unter einem Dach."

Arbeiten am Ratstrakt

Die Sanierung des Ratstrakts für 1,7 Millionen Euro steht kurz vor dem Abschluss: Bereits am Freitag sind nach Angaben der Stadt die Mitarbeiter des Standesamts und der Stadtkasse zurück in die Büros im Erdgeschoss gezogen. Ab heute stehen sie an gewohnter Stelle wieder für die Bürger zur Verfügung. Wenn am Mittwoch, 19. August, der Ausschuss für Stadtentwicklung als erstes Gremium wieder im Ratssaal tagt, soll die Sanierung bis auf kleinere Restarbeiten nahezu vollständig abgeschlossen sein, so die Stadt.

"Was noch aussteht, ist der Außenbereich", sagt Bürgermeister Wolfgang Henseler. Der Gedanke sei, dass die Grünfläche neben dem Ratstrakt so gestaltet werde, dass Brautpaare nach der standesamtlichen Trauung dort schöne Fotos machen könnten. Auch könnte es ein Platz für die Mittagspausen der Verwaltungsmitarbeiter sein.

Mit Blick auf die Stadtfinanzen fügt er hinzu, dass aber nur das zwingend Notwendige gemacht werde, nicht das Wünschenswerte.