Sicherheitstraining in Bornheim

65 Grundschüler machen beim Fahrrad-Aktionstag mit

Sie wissen jetzt genau, was ein „Toter Winkel“ ist: Die Viertklässler auf dem Gelände der Firma Viktor Baumann.

Sie wissen jetzt genau, was ein „Toter Winkel“ ist: Die Viertklässler auf dem Gelände der Firma Viktor Baumann.

Bornheim-Hersel. Sichtkontakt ist das Wichtigste: Das lernen die Viertklässler der Herseler-Werth-Schule bei einem Sicherheitstraining auf dem Areal der Firma Viktor Baumann Schwertransporte.

Handzeichen geben, an den Schulterblick, Vorfahrt und Gegenverkehr denken – wenn Schüler in der vierten Klasse ihre Fahrradausbildung ablegen, müssen sie auf viele Dinge achten. Die Viertklässler der Herseler-Werth-Grundschule stellten sich jetzt dieser Aufgabe und bewiesen, dass sie sich mit ihren Fahrrädern bereits sicher auf den Straßen des Rheinortes bewegen können.

In Zusammenarbeit mit dem Allgemeinen Deutschen Automobil-Club (ADAC) lud die ortsansässige Firma Viktor Baumann, die sich auf Maschinen- und Schwertransporte spezialisiert hat, die Grundschüler am Tag nach ihrer Fahrradprüfung zu dem Projekt „Toter Winkel“ auf ihrem Gelände ein. Rund 65 Schüler hatten sich mit ihren Eltern und Geschwistern angemeldet. „Wir freuen uns sehr über das große Interesse an der Aktion, die wir den Schülern der vierten Klassen nun schon im fünften Jahr infolge anbieten“, sagte Konrektorin Olivia Ludwig, die zugleich Verkehrssicherheitsbeauftragte der Schule ist. „Uns ist es wichtig, dass Kinder im Straßenverkehr sicher unterwegs sind“, ergänzte Firmengeschäftsführerin Sabine Baumann-Duvenbeck.

Keine Angst vor Lkw

Um allen Mädchen und Jungen die Inhalte näherbringen zu können, wurden drei Gruppen gebildet. Im Rotationsprinzip konnten sich die Kinder an jeweils einer Station beschäftigen. Während die erste Gruppe ihre Geschicklichkeit bei einem Fahrradparcours unter Beweis stellte, konnte das andere Team einen Lkw-Ladekran per Funkfernbedienung steuern. Ans Eingemachte ging es an der Station, an der eine Sattelzugmaschine auf die Kinder wartete, mit der bis zu 250 Tonnen transportiert werden können. Hier erklärte Jens Wiegand vom ADAC, worauf es bei einer Begegnung mit einem Lkw ankommt.

So ist der Sichtkontakt mit dem Fahrer sehr wichtig: „Wenn ich den Fahrer sehe, sieht er mich auch“, lautet die Faustregel. „Das Spannendste für die Kinder ist zu sehen, was Lkw-Fahrer nicht sehen“, ergänzte Wiegand.

„Die Kinder, die direkt vor dem Lkw standen, konnte ich nicht sehen“, bestätigte Niklas (10) nach dem Probesitzen im Führerhaus. Beim Blick in den großen Außenspiegel stellten die Kinder erstaunt fest, dass ihre Mitschüler, die sich im „Toten Winkel“ aufgestellt hatten, verschwunden waren. Wo der sicherste Standort ist, weiß Niklas jetzt auch: „Am besten, man bleibt hinten rechts vom Lkw und sucht Blickkontakt mit dem Fahrer.“

Steffen Gräff von der Dienststelle Verkehrsunfallprävention und Opferschutz lobte die Aktion. „Diese Schulung ist eine sehr sinnvolle Ergänzung zum Fahrradtraining in der vierten Klasse“, so der Polizist. „Da das Angebot in direktem Anschluss stattfindet, sind Eltern und Kinder sehr interessiert und für das Thema sensibilisiert.“