Jahresbilanz der Wehr

317 Einsätze für die Bornheimer Feuerwehr

Schwelbrand in einer Schreinerei an der Römerstraße in Widdig; die Feuerwehr muss den Pelletbunker leeren.

Schwelbrand in einer Schreinerei an der Römerstraße in Widdig; die Feuerwehr muss den Pelletbunker leeren.

Bornheim. Die Einsätze in Widdig und Waldorf stellten die Löschgruppen in Bornheim im vergangenen Jahr vor besondere Herausforderungen. Jetzt liegt der Bericht zum Feuer- und Bevölkerungsschutz vor.

317 Mal musste die Freiwillige Feuerwehr Bornheim im Jahr 2016 ausrücken. Wie Wehrführer Wolfgang Breuer in der jüngsten Sitzung des Haupt- und Finanzausschusses im Rahmen des halbjährlichen Berichts zum Feuer- und Bevölkerungsschutz ausführte, lag die die Anzahl der Einsätze um 20 Prozent höher als im Jahr 2015. Die Zahlen schließen jeweils die überörtlichen Einsätze mit ein, was beispielsweise bei der Suche oder der Rettung von Personen im Rhein eine Rolle spielt. An zwölf Aktionen dieser Art war die Bornheimer Feuerwehr im Jahr 2016 beteiligt.

Insgesamt konnten bei Einsätzen im vergangen Jahr 20 Menschen gerettet werden, führte Breuer aus. Drei Menschen verstarben. Insgesamt war die Bornheimer Feuerwehr bei 83 Brandeinsätzen aktiv, 13 Mal wurden Löschgruppen durch Brandmeldeanlagen auf den Plan gerufen, wobei sich die Notrufe sieben Mal als Fehlalarm herausstellten. Stolze 31 Mal rückten Bornheimer Wehrleute aus, um Ölspuren zu beseitigen.

Mit besonderem Aufwand war im November 2016 der Brand eines Pelletbunkers in Widdig verbunden. Die Einsatzkräfte mussten über Stunden vor Ort bleiben, um dem Brandherd den Garaus zu machen. Was die Sache für die insgesamt über 50 Helfer der Bornheimer Feuerwehr zudem noch gefährlich machte: Durch den Schwelbrand wurde Kohlenmonoxid (CO) freigesetzt.

Der Brand eines Mähdreschers auf dem Modellflugplatz in Waldorf stellte die Bornheimer Wehr ebenso vor große Herausforderungen wie ein abgerissener Dieseltank in Hersel, wobei sich die Feuerwehrleute nicht nur den widrigen Wetterbedingungen stellen, sondern vor allem auch schnell große Mengen Ölbindemittel beschaffen mussten.

Der Schutzzielerreichungsgrad für Bornheim lag im Jahr 2016 bei 85 Prozent und entsprach damit den Vorgaben des Gesetzes über den Brandschutz, die Hilfeleistung und den Katastrophenschutz (BHKG). Wie Wolfgang Breuer betonte, erfordere das Einsatzgeschehen bei Alarmen von Brandmeldeanlagen noch Optimierung. Eine hohe Zahl an Fehlalarmen führe nicht nur zur Demotivation der Wehrleute, sondern sorge mit der Zeit eventuell auch für Probleme am Arbeitsplatz, da das Entgegenkommen der Arbeitgeber auf die Probe gestellt werde.

Neue Sirenen

Über geplante Ausgaben für Geräte, Fahrzeuge und Ausrüstung gab im Ausschuss die Leiterin des Bornheimer Ordnungsdienstes, Sabine Walter Auskunft: Zwischen 2017 und 2019 sollen rund 602.500 Euro in neue Fahrzeuge für Sechtem, Hemmerich, Dersorf und Hersel investiert werden. Unter anderem werden auch neue Atemschutzgeräte im Wert von rund 7000 Euro angeschafft. Mit 114.000 Euro schlägt verteilt auf drei Jahre die Neubeschaffung von 150 Garnituren Überbekleidung zu Buche. Für 120.000 Euro sollen ebenfalls bis 2019 neue Schutzhelme sowie 120 neue Uniformen bestellt werden.

Auch berichtete Walter über den Sachstand zur Neuerrichtung von Sirenen im Stadtgebiet. Hier befindet sich die Installation einer Sirene im Gewerbegebiet Bornheim Süd in der Umsetzung. Anschließend soll der Wegfall des Sirenenstandorts an der Bonner Straße geprüft werden.Darüber hinaus muss ein Ersatz für die Sirene in Waldorf in der obersten Ortslage gefunden werden. Nicht abgedeckte Bereiche wie die Gewerbegebiete Sechtem sowie Kardorf und Waldorf befinden sich in der konkreten Planung. Für Feuerwehr und Rettungsdienste festgelegt werden sollen auch weitere konkrete Ortungspunkte im Wald. Dies soll in Abstimmung mit angrenzenden Kommunen geschehen.

Ein Zwischenbericht für den Brandschutzbedarfsplan in Bornheim ist für Juni dieses Jahres geplant. Das Ergebnis soll im zweiten Halbjahr 2017 vorliegen.